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EVZ zweimal gegen den HC Davos mit einem Vakuum nach Arno Del Curto

Ein historisches Ereignis: Die Zuger treten am Samstag und Sonntag zum ersten Mal seit dem Titelgewinn von 1998 gegen einen HC Davos ohne Arno Del Curto (62) an.
Klaus Zaugg
Arno Del Curto ist nach 22 Jahren nicht mehr Trainer des HC Davos. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 23. September 2017))

Arno Del Curto ist nach 22 Jahren nicht mehr Trainer des HC Davos. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 23. September 2017))

Das Ende von Arno Del Curtos Amtszeit nach 22 Jahren kommt beinahe einer Auflösung des Hockeyunternehmens HC Davos gleich. Um die Dimension dieses Trainerwechsels zu erahnen, müssen wir uns vorstellen, was wäre, wenn beim EV Zug von einem Tag auf den anderen Manager Patrick Lengwiler, Sportchef Reto Kläy, Cheftrainer Dan Tangnes sowie seine Assistenten Stefan Hedlund und Josh Holden zurücktreten würden. Und Elite-Trainer Fabio Schumacher (35) die erste Mannschaft übernehmen müsste. Präsident Hans-Peter Strebel käme sich einsam vor.

HCD-Präsident Gaudenz Domenig (62) ist in diesen Tagen mit der Suche eines neuen Trainers beschäftigt. Arno Del Curtos ewiger Assistent Remo Gross merkte nach nur einer Partie – der Cup-Pleite gegen Rapperswil-Jona (3:4 n. V.) – dass er nicht Cheftrainer sein kann. Nun führt Elitejunioren-Trainer Michel Riesen (39) die Mannschaft. Er hat daheim gegen Servette (2:4) und in Bern (1:4) verloren und tritt jetzt mit ein bisschen Wehmut zweimal gegen Zug an. Er stand 1998 als Spieler mit dem HCD im Final gegen Zug.

HCD-Präsident Gaudenz Domenig muss einen neuen Trainer suchen. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 27. November 2018))

HCD-Präsident Gaudenz Domenig muss einen neuen Trainer suchen. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 27. November 2018))

Die Angst von Präsident Gaudenz Domenig

Domenig ist der einsamste Mann unseres Eishockeys. Normalerweise ist es so, dass der Sportchef die Bewerbungen sichtet und sodann seinem Präsidenten zwei oder drei Kandidaten präsentiert und gleich eine eindeutige Wahlempfehlung abgibt. So läuft es nicht in Davos. Del Curto hat sich in der Sportabteilung um alles gekümmert. Sein Wort war Gospel (= Wahrheit). Transferverhandlungen, die Rekrutierung der Ausländer, die Besetzung der verschiedenen Jobs rund ums Team – alles hat er geregelt. Nur der Präsident konnte ihm auf Augenhöhe entgegentreten. Er musste ja das Geld beschaffen und die Verträge unterschreiben.

Präsidenten kokettieren gerne damit, nichts von Eishockey zu verstehen. Domenig ist da keine Ausnahme. Er musste ja nichts über Eishockey wissen. Sein Trainer wusste alles. Und jetzt ist der, der alles wusste, nicht mehr da.

Der grosse HCD-Vorsitzende kennt die Welt. Der international hoch respektierte Wirtschaftsanwalt findet sich in den Gerichtssälen zu New York ebenso gut zurecht wie in Zürich. Er disputierte schon leidenschaftlich mit den schlitzohrigsten Anwälten Amerikas und Europas – und doch lernt er jetzt ein wenig staunend eine neue Welt kennen. Er muss kurzfristig den richtigen Chef für Männer finden, die ihr Geld mit Spiel und nicht mit Arbeit verdienen. Und er kann nur Männer um Rat fragen, die ihre Posten beim HCD einer ganz besonderen Qualität verdanken: in sportlichen Dingen keine eigene Meinung zu haben. Denn Del Curto hatte bedingungslose Loyalität («Zeugen Del Curtos») eingefordert. Domenig ahnt: Findet er nicht den richtigen Mann, droht Davos der Abstieg. Wie vor einem Jahr Kloten. Deshalb war für ihn der in Kloten gescheiterte Kevin Schläpfer nie ein Thema.

Zugs Farmteam-Coach stand auf dem Wunschzettel

Gerne hätte er Jason O’Leary, den Cheftrainer des Zuger Farmteams, gehabt. Aber Sportchef Reto Kläy ist nicht bereit, diesen tüchtigen Coach mitten in der Saison ziehen zu lassen. O’Leary wäre dazu in der Lage gewesen, das Spiel der Davoser in nützlicher Frist zu vereinfachen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.

Das Problem: Unter Del Curto hat der HCD ein hoch entwickeltes Lauf- und Tempohockey gespielt. Es funktioniert nur, wenn alle Lämpchen grün leuchten. Seit dem Abgang des Erfinders flackern diese Lämpchen nur noch. Inzwischen spielt Zug an einem guten Tag das bessere «Arno-Del-Curto-Hockey».

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