ACADEMY: Stefan Hedlund weiss Junge zu begeistern

Beim Zuger Swiss-League-Team steht mit Stefan Hedlund (42) ein neuer Trainer an der Bande. Der Mann aus dem hohen Norden Schwedens passt perfekt zum jungen Zuger Team.

Marco Morosoli
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Stefan Hedlund
steht jetzt hinter der Bande
des EVZ-Academ
y-Teams. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 26. August 2017))

Stefan Hedlund steht jetzt hinter der Bande des EVZ-Academ y-Teams. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 26. August 2017))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Eine lange Eingewöhnungszeit an sein neues Arbeitsumfeld hat der neue Headcoach des EVZ-Academy-Teams Stefan Hedlund (42) nicht gehabt. Mitte Juli ist er mit seiner Frau und vier Kindern – drei Buben und ein Mädchen – in der Zentralschweiz angekommen. Bereits einige Tage später steht er mit seinem neuen Team auf dem Eis. Und das eine Woche bevor die erste Mannschaft das offizielle Training auf dem Eis aufgenommen hat.

Gleich zu Beginn hat der Schwede, der bis jetzt noch nie ausserhalb seiner Heimat gearbeitet hat, den Tarif durchgegeben. In der ersten Trainingswoche ist das Academy-Team fünf Mal auf dem Eis gestanden. Dazu hat Hedlund sein Team noch zu fünf Off-Ice-Lektionen aufgeboten. Eine Wohlfühloase sieht anders aus. Wohl hat im Vorfeld der eine oder andere Academy-Spieler bei Livio Stadler nachgefragt, was Hedlund für ein Trainer sei. Stadler hat in der vergangenen Saison in Luleå im dortigen U20-Team unter ihm gespielt. Durch ihn ist auch der Kontakt zum EVZ entstanden, als der Sportchef Reto Kläy den Verteidiger im hohen Norden Schwedens besucht hat.

«Hartes Training zahlt sich auf die Dauer aus»

Stefan Hedlund hat eine gute Meinung von den Zuger Spielern: «Ich bin beeindruckt, auf welchem Level sie Eishockey spielen. Es gefällt mir natürlich auch, dass sie in jedem Training hart arbeiten und alles geben.» Der Schwede, der in seiner aktiven Karriere in seiner Heimat und in Norwegen als Center gespielt hat, weiss auch, dass er im Training wie auch in der Swiss-League-Meisterschaft (ex NLB) des Öftern improvisieren muss. Denn es sollen Spieler ins National-League-Team berufen werden. Er will ihnen dabei helfen, wo er kann: «Ich kann sie motivieren, dass sie hart an sich arbeiten. Sie haben ihr Fortkommen in den eigenen Händen.» Auf die Frage, ob er von seinem Team nicht zu viel verlange, sagt Hedlund: «Das harte Training wird sich auf die Dauer auszahlen.» Seit kurzem trainiert auch Josh Holden (39) mit seinem neuen Team. Eine ungewohnte Rolle für den Kanadier nach neun Saisons im NLA-Team. Hedlund zählt aber auf ihn und seine Erfahrung. Der Schwede hat ihn auch zum Captain ernannt.

Die Playoff-Qualifikation als grosses Ziel

Nach dem Konkurs von Red Ice Martigny umfasst das Qualifikationsprogramm der Swiss League 44 Spiele. Für das EVZ-Academy-Team ist es die zweite Saison. Die Verantwortlichen haben als Zielvorgabe das Erreichen der Playoffs definiert. «Das ist realistisch», sagt der EVZ-Sportchef Reto Kläy. Wohlwissend, dass Zug in dieser Spielklasse die jüngste Mannschaft stellt, hofft Kläy, dass «wir uns bei anderen Gegnern mehr Respekt verschaffen». Ein weiteres Ziel ist mehr Konstanz. In der vergangenen Saison sind die Zentralschweizer nach einem guten Start eingebrochen und haben in elf Partien nur gerade einen Punkt geholt. Die Saison 2016/17 haben die Zuger auf dem 10. Platz von 12 Teams beendet. Besser werden muss auch die offensive Effizienz. Mit nur 102 Toren in 48 Spielen hat das Academy-Team die schlechteste Offensive gestellt. Kläy erwähnt, dass der Stamm des Teams nun ein Jahr mehr Erfahrung hat. Als Referenz für gute Arbeit zählen für den Zuger Sportchef auch Aufgebote für die U18- oder die U20-Nationalmannschaft.

Zudem glaubt die EVZ-Organisation an ihren neuen Mann hinter der Bande und hat Stefan Hedlund mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. Das bringt Kontinuität an der Bande. Wer weiss, vielleicht verstärkt auch einmal einer der drei Söhne des neuen Academy-Coaches das Zuger Swiss-League-Team.