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Interview

Altmeister Patrick Sutter: «Die Zuger sollen frech drauflosgehen»

Patrick Sutter war einer der Schlüsselspieler beim Zuger Meistertitel 1998. Der frühere Verteidiger sagt, woran er sich speziell erinnert, wo er Parallelen zur aktuellen Mannschaft sieht und warum er vielleicht früher aus den Ferien zurückfliegt.
Sven Aregger
Vor fast genau 21 Jahren: Umringt von Fans stemmt Zug-Stürmer Stefan Grogg den Meisterpokal in die Höhe. (Bild: Arno Balzarini/Keystone, Davos, 11. April 1998)Vor fast genau 21 Jahren: Umringt von Fans stemmt Zug-Stürmer Stefan Grogg den Meisterpokal in die Höhe. (Bild: Arno Balzarini/Keystone, Davos, 11. April 1998)
Meistertrainer Sean Simpson, mit Patrick Suter unten links. (Bild: Arno Balzarin/Keystone, Davos, 11. April 1998)Meistertrainer Sean Simpson, mit Patrick Suter unten links. (Bild: Arno Balzarin/Keystone, Davos, 11. April 1998)
Jubeln auf der Spielerbank, noch bevor das Spiel abgepfiffen ist: EVZ-Trainer Sean Simpson (Mitte) mit EVZ-Präsident Fredy Egli (rechts). (Bild: Arno Balzarin/Keystone, Davos, 11. April 1998)Jubeln auf der Spielerbank, noch bevor das Spiel abgepfiffen ist: EVZ-Trainer Sean Simpson (Mitte) mit EVZ-Präsident Fredy Egli (rechts). (Bild: Arno Balzarin/Keystone, Davos, 11. April 1998)
Jubel bei den EVZ-Spielern nach dem Gewinn des Titels. (Bild: Arno Balzarini/Keystone, Davos, 11. April 1998)Jubel bei den EVZ-Spielern nach dem Gewinn des Titels. (Bild: Arno Balzarini/Keystone, Davos, 11. April 1998)
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EV Zug feiert den 1. Schweizermeister-Titel

Sie wurden 1998 Meister mit dem EV Zug. Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Patrick Sutter: Der lange Weg bis zum Titel. Wir mussten im Viertel- und Halbfinal gegen Rapperswil und Ambri jeweils über sieben Spiele gehen. Und ich erinnere mich gut an das entscheidende Finalspiel in Davos. Wir führten mit 3:2 in der Serie. Zehn Sekunden vor Schluss – es stand 5:2 für uns – realisierte ich, dass wir es geschafft haben. Ich sprang über die Bande aufs Eis, warf die Ausrüstung fort und lag den Kollegen in den Armen.

Was hat diese Mannschaft damals ausgezeichnet?

Die Mischung aus erfolgreichen Schweizer Spielern und guten Ausländern. Ausserdem hat uns Goalie Ronnie Rüeger in schwierigen Situationen immer im Spiel gehalten.

Haben Sie noch Kontakt zu den ehemaligen Teamkameraden?

Durch die sozialen Medien ist das recht einfach. Ich tausche mich regelmässig mit Bill McDougall, Wes Walz, Misko Antisin und vereinzelt auch mit Schweizer Spielern aus. Wir plaudern gerne über die alten Zeiten, es war eine coole Saison. Und wir sind alle sehr froh, dass wir dies erleben durften.

Wie hat der Meistertitel Ihr Leben geprägt?

Ich sehe meine ganze Karriere als Lebensschule. Wenn man ein Profi mit Leidenschaft ist, muss man auf vieles verzichten. Der Titel war der Lohn und die Bestätigung für die harte Arbeit, die ich von klein auf im Hockey leistete.

Heute sind Sie Leiter einer Physiotherapie-Praxis in Zug. Wie nehmen Sie die Atmosphäre in der Stadt nach dem Finaleinzug wahr?

Ich werde momentan oft auf 1998 angesprochen, weil sich der EVZ wieder auf einem ähnlichen Weg befindet. Schon in den Viertelfinals gegen Lugano war die Euphorie spürbar, mittlerweile ist sie noch grösser geworden. Es ist schön, dass die ganze Bevölkerung in Zug hinter dem EVZ steht.

Sehen Sie Parallelen zwischen dem Meisterteam und der aktuellen Mannschaft des EV Zug?

Präsident Fredy Egli hat es damals mit seinen Mitarbeitern geschafft, über mehrere Jahre Kontinuität in den Klub zu bringen. Der EVZ war ja schon 1995 und 1997 in den Final vorgestossen. Auch jetzt setzt der Klub auf Beständigkeit, er wählt seine Spieler gezielt aus, ohne immer gleich einen Umbruch einzuleiten. Wie früher bei uns verfügt das Team über einen harten Kern. Ich denke da etwa an Lino Martschini, Raphael Diaz, Reto Suri und Santeri Alatalo. Um diese Führungsspieler, die seit Jahren in Zug sind, hat man eine starke Mannschaft gebaut.

Die Zuger brauchten nur neun Spiele bis in den Final. Was macht sie so unwiderstehlich?

Die Mannschaft ist zusammengewachsen.

Vor zwei Jahren bei der Final-Niederlage gegen Bern waren noch nicht alle Spieler reif für die Playoffs.

Jetzt haben einige den Knopf gelöst. Sie schöpfen über die ganze Saison ihr Potenzial aus, nicht nur in der Qualifikation. Das ist ein grosser Unterschied.

2017 gegen Bern war der EVZ chancenlos. Wie ist die Situation jetzt?

Zug hatte bisher nicht die stärksten Gegner. Ich habe Lugano in den Playoffs noch nie so schwach gesehen. Und Lausanne steht am Punkt, wo Zug vor einigen Jahren war: Es fehlt noch die Playoff-Erfahrung. Das soll aber die Leistung der Zuger nicht schmälern, sie haben bisher hervorragend gespielt. Sie können im Final mit viel Selbstvertrauen auftreten.

Worauf wird es ankommen?

Beide Mannschaften müssen sich auf den Gegner einstellen und ihren Rhythmus finden. Der EVZ muss von Anfang an zeigen, dass er bereit ist, dass er den Meistertitel unbedingt will und dass der Gegner keine Rolle spielt. Klar, das Momentum kann immer kippen, zum Beispiel durch Verletzungen oder eine dumme Niederlage. Aber der EV Zug hat bislang auf Rückschläge immer eine passende Antwort gegeben. Das spricht für das grosse Selbstbewusstsein.

Zug hatte zwischen den Serien zweimal eine lange Pause. Wird die Energie ein Faktor sein?

Nur am Rande, letztlich wird ein Final im Kopf entschieden. Ich stand in 21 Jahren fünfmal in einem Playoff-Final, und das ist ein sehr hoher Wert. Ein Profi hat in seiner Karriere im Normalfall vielleicht dreimal die Chance, Meister zu werden – wenn überhaupt. Diese wenigen Möglichkeiten will man nutzen. Da gibt es keine Müdigkeit.

Was würden Sie den Zugern mit auf den Weg geben?

Sie sollen frech drauflosgehen und an sich selber glauben. Im Final ist der Druck gross. Die Spieler müssen die Gedanken an eine mögliche Niederlage beiseite schieben.

Wie werden Sie den Final verfolgen?

Das ist eine heikle Frage. (lacht) Leider habe ich eine Woche Ferien gebucht. Beim ersten Spiel und einer allfälligen siebten Partie bin ich sicher vor Ort. Sollte der EV Zug vorzeitig Meister werden können, werde ich versuchen, den Rückflug umzubuchen.

Der 148-fache Internationale Patrick Sutter (48) spielte von 1996 bis 2001 und von 2006 bis 2009 beim EV Zug. Der smarte Verteidiger war einer der Schlüsselfiguren beim Titel 1998. 2003 wurde er auch Meister mit Lugano. Sutter, der 829 Spiele in der NLA absolvierte, musste seine Karriere 2009 wegen einer Gehirnerschütterung und einem Schleudertrauma beenden. Heute führt der Sissacher eine Physiotherapie-Praxis in Zug.

So feierte der EVZ den Meistertitel im Jahr 1998:

Das Hockey-Quiz zum Playoff-Final:

Frage 1 / 15

Unser Quiz beginnt einfach: Wie heisst der Playoff-Topskorer des EVZ?

Lino Martschini
Dennis Everberg
Garrett Roe

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