Brunner und Co. erobern Kinderherzen

Der EV Zug sammelte am letzten Heimspiel Plüschtiere für kranke Kinder. Diese wurden gestern im Kinderspital in Luzern von den EVZ-Spielern verteilt und sorgten für strahlende Gesichter.

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Damien Brunner (links) im Gespräch mit Sandra Herzog im Kinderspital Luzern. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Damien Brunner (links) im Gespräch mit Sandra Herzog im Kinderspital Luzern. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

An jedem Bett im Kinderspital Luzern ist ein gelber Streifen mit einer Skala befestigt. Darauf befinden sich eine Heftklammer und entweder Smileys von weinend bis lachend oder die Ziffern eins bis zehn. Die jungen Patienten können damit ihre Umwelt jeden Tag wissen lassen, wie es um ihre Verfassung gerade bestellt ist.
Als die EVZ-Delegation - sie umfasst Sportchef Patrick Lengwiler sowie die Spieler Damien Brunner, Jussi Markkanen, Corsin Camichel, Sven Lindemann, Sandro Zurkirchen und Wes Snell - gestern Nachmittag den Krankenflügel betritt, zeigen die meisten Icons ein trauriges Gesicht. Logisch. Wer befindet sich schon gerne im Spital - zumal noch in der Weihnachtszeit, wo sie doch viel Sinnvolleres zu tun hätten. Wunschzettel ausfüllen zum Beispiel.

Plüschtiere zur Aufmunterung

Nun hatte der EVZ-Anhang beim Heimspiel am Sonntag gegen Biel ja sagenhafte 1600 Plüschtiere gesammelt, die er nun in den Spitälern von Luzern, Zug und Affoltern am Albis an die kleinen Patienten verteilen wollte. Irgendwie ist die Rechnung nicht ganz aufgegangen. Gestern stapelten sich immer noch rund 1500 Kuscheltiere in den EVZ-Beständen. Diese wollen sie Zuger Hilfswerken zugute kommen lassen, die sich in der Ukraine und in Russland engagieren.
Mit jedem der Stofftiere ist eine Geschichte verbunden. So trug der Zuger Sportchef Patrick Lengwiler etwa seiner Tochter Mara auf, sich von einem ihrer Spielzeuge zu trennen. «Das war für sie gar nicht so einfach», sagt Lengwiler lachend. Am Ende «opferte» Mara einen Fuchs.

Markkanen kontra Ambri

Besagtes Geschöpf ist nicht dabei, als Brunner und Snell grosse Kartonkisten durch die Eingangstüre des Kinderspitals schleppen. Das ärztliche Personal ist von der lokalen Kommunikationsabteilung offenbar nicht optimal ins Bild gesetzt worden, weshalb erst Verwirrung herrscht, wie der Besuch der Hockey-Stars denn nun ablaufen sollte.
Nach einigen Minuten geht es für die Zuger einen Stock nach oben, wo sie fortan von Zimmer zu Zimmer dislozieren und jeweils reichlich Gaben zurücklassen. Gleich im ersten Raum hat man sich intensiv auf die Visite vorbereitet: Links schwärmt Sandra Herzog für ihr grosses Idol Brunner, rechts hat ein (allerdings abwesendes) Kind einen Schal über das Bett gehängt. Das Tuch ist zwar in blau-weiss gehalten, wird aber vom Logo des HC Ambri-Piotta geschmückt. Markkanen spielt den Geschockten und fordert: «Los! Sofort alles mit EVZ-Klebern überdecken!» Derweil kümmert sich Brunner um die erst gerade operierte Sandra. Stolz erzählt ihre Mutter, Sandra habe Jahrgang 96 - was Brunners Rückennummer entspricht.

Warmer Empfang

Der Nationalstürmer fragt nach dem Befinden, unterschreibt Autogrammkarten und richtet zum Abschied aufbauende Worte an seine kleinen Fan.
So geht es weiter. Den Zugern und Publikumsliebling Brunner im Speziellen wird ein warmer Empfang bereitet. Die meisten Kinder sind aber scheu, weshalb es an den Eishockey-Cracks ist, das Eis zu brechen. Besonders Brunner und dem sonst eher stillen Corsin Camichel gelingt das erstaunlich gut. Nicht nur die Patienten sind nervös: Als der Tross am Bereitschaftsraum vorbeizieht, bemühen sich die Angestellten zwar krampfhaft, auf ihre Krankenakten zu blicken, die Augenpaare kleben jedoch an den Sportlern.
«Wenn wir den Kindern heute ein Lachen haben schenken können, haben wir schon gewonnen», sagt Brunner, nachdem er einem weiteren Jüngling gute Besserung gewünscht hat.
Nach zuletzt durchzogenen Leistungen auf dem Eis ging Brunners Wunsch gestern in Erfüllung: Als die Zuger den Heimweg antreten, verschiebt so manches Kind seinen Stimmungsregulator gen die Zehn - und unterstreicht seine Dankbarkeit mit einem herzlichen Lächeln.

Nicola Berger