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Dan Tangnes will mit dem EV Zug Pokale holen

Der EVZ hat sich prominent verstärkt und ist ein ernsthafter Anwärter auf den Meistertitel. Kann er die hohen Erwartungen erfüllen?
Sven Aregger
Ein Mann, ein Versprechen: EVZ-Trainer Dan Tangnes. (Bild: Christian Beutler/Keystone, Zug, 12. August 2019)

Ein Mann, ein Versprechen: EVZ-Trainer Dan Tangnes. (Bild: Christian Beutler/Keystone, Zug, 12. August 2019)

Als der frisch gekürte Meister Bern im April auf dem Eis der heimischen Postfinance-Arena feierte, trat der Zuger Trainer Dan Tangnes aus der Garderobe und sagte: «Ich verspreche, dass wir unsere Fans stolz machen und einen Meistertitel holen werden.» Soeben hatte Zug die Playoff-Finalserie gegen den SCB verloren, so wie zwei Jahre zuvor. 2017 standen die Zuger überraschend im Final, sie waren dankbar, dass sie es so weit gebracht hatten. Der Titel gegen ein übermächtiges Bern war: ausser Reichweite.

Doch mittlerweile – das verdeutlichen Tangnes’ Worte – hat sich die Gemütslage geändert im Klub. Die Ambitionen sind gestiegen, allein mit einer Finalteilnahme gibt man sich in Zug nicht mehr zufrieden. Sportchef Reto Kläy formulierte unlängst die offensive Zielsetzung. Der EVZ will alle drei Wettbewerbe für sich entscheiden: Meisterschaft, Champions League, Cup.

Ein Klub mit Vorbildcharakter

Es ist eine mutige Ansage, das schon, aber aus der Luft gegriffen ist sie nicht. Überall wo man hinhört, wird dem EVZ eine glanzvolle Zukunft attestiert. Mit der Hockey Academy und dem Farmteam in der Swiss League hat er sich Respekt über die Landesgrenzen hinaus verschafft – als Klub mit Vorbildcharakter. Aus Interesse am Ausbildungskonzept gastierten schon NHL-Organisationen in Zug. Dabei informierten sie sich auch über das von Präsident Hans-Peter Strebel finanzierte, 100 Millionen Franken teure Spitzensportzentrum On your Marks (OYM). Ab 2020 werden die Zuger in Cham unter modernsten Bedingungen und wissenschaftlichen Methoden trainieren können, europaweit ist das einzigartig.

Von solchen Perspektiven lassen sich auch hochkarätige Spieler überzeugen, Ausnahmegoalie Leonardo Genoni und Topstürmer Grégory Hofmann unterschrieben langfristige Verträge. Es sind die beiden prominentesten Transfers in der National League, auch ihretwegen wird der EV Zug als heisser Titelkandidat gehandelt. Urgestein Fabian Schnyder (33), der im Klub seine 17. Saison bestreitet, sagt: «In der Kaderbreite waren wir qualitativ noch nie so gut aufgestellt. Wir haben 20 bis 25 Spieler auf hohem Niveau.»

Die Ambitionen der Organisation korrespondieren mit den steigenden Ansprüchen der Fans und Medien. Der EVZ wird in dieser Saison mehr denn je unter öffentlicher Beobachtung stehen. Die Frage ist, wie die Mannschaft damit umgeht. «Die Erwartungen können eine Last sein», räumt Trainer Tangnes ein. «Wir müssen uns deshalb auf das fokussieren, was wir kontrollieren können: die tägliche harte Arbeit. Es gibt kein simples Erfolgsrezept, auch nicht mit Genoni und Hofmann.» Schnyder sieht das ähnlich, er sagt aber auch: «Wir haben uns die Aufmerksamkeit verdient, wir müssen uns vor anderen Teams nicht mehr verstecken. Logisch, der Druck ist da, aber das ist auch eine Challenge.»

Die Erwartungen sind das eine, die Titelerfahrung das andere. Der EVZ hat den Final gegen Bern auch verloren, weil der erfolgsverwöhnte Widersacher abgeklärter war. Bern weiss, wie man Meistertitel gewinnt. Zug weiss das nicht, der letzte Triumph liegt 21 Jahre zurück. «Gewinnen ist eine Angewohnheit», sagt Sportchef Kläy. Tangnes arbeitet daher mit seinem Team an der Winnermentalität. Dafür braucht es Siege in grossen Spielen, in K.-o.-Runden, in Playoff-Serien. So gesehen war der Cupsieg in der vergangenen Saison ein wichtiger Schritt. Tangnes sagt: «Die Mentalität hat sich geändert. Jetzt hoffen wir nicht mehr nur, dass wir einen Titel gewinnen können. Wir glauben daran.» Der Erfolg im Cup habe dem Team Selbstvertrauen gegeben. Gleichzeitig müsse man jedoch demütig bleiben, so der 40-jährige Norweger. «Letztlich geht es im Eishockey um kleine Details, um Millimeter. Und wir tun alles dafür, damit diese Millimeter auf unserer Seite sind.»

In Zug hat man zudem nicht vergessen, dass auch andere Teams grosse Ziele haben. Kläy drückt es so aus: «Niemand wird uns den roten Teppich ausrollen und die Medaillen und den Pokal darauf platzieren. Aber wir sind ein Mitfavorit und stellen uns der Herausforderung.» Der Erfolgshunger jedenfalls ist gross im EVZ und seinem Umfeld. Im kommenden Frühling wird sich zeigen, ob Tangnes sein Versprechen schon im zweiten Jahr als Zuger Headcoach einlösen kann.

Vaterfreuden im EV Zug

Lino Martschini ist im EV Zug insbesondere für die Torproduktion zuständig. Privat kommen ab Ende September wichtige Aufgaben dazu: Windeln wechseln, Schoppen geben et cetera. Martschini und seine Frau Cynthia erwarten ihr erstes Kind. Auch EVZ-Captain Raphael Diaz und Frau Myriam werden Eltern, der Geburtstermin ist im Dezember. Ausserdem wird Ende Jahr der tschechische Center Jan Kovar zum zweiten Mal Vater. (ars)

National League

Freitag, 19.45: Ambri-Piotta – Zug. Bern – Rapperswil-Jona. Biel – Fribourg-Gottéron. Lugano – Lausanne. SCL Tigers – Genève-Servette. ZSC Lions – Davos.

Samstag, 19.45: Zug – ZSC Lions. Genève-Servette – Biel. Rapperswil-Jona – Ambri-Piotta.

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