Das Wunder von Zug

Eine Sternstunde im Schweizer Eishockey: In einer spektakulären Partie spielt der EV Zug die Rangers schwindlig und besiegt die Star-Truppe aus New York mit 8:4.

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Zuger Fans und Spieler freuen sich nach Spielende. (Bild: Keystone)

Zuger Fans und Spieler freuen sich nach Spielende. (Bild: Keystone)

Die Zuger legten los wie die Feuerwehr: Esa Pirnes erzielte nach nur 78 Sekunden mit einem satten Powerplay-Slapshot nicht nur einen aus Zuger Sicht historischen Treffer sondern betrieb auch (weitere) Eigenwerbung für eine Weiterverpflichtung. Vier Minuten später erhöhte Captain Duri Camichel auf 2:0, allerdings unter gütiger Mithilfe von Rangers-Ersatzkeeper Martin Biron.

Verständlich, dass die Rangers nach den drei Siegen bei Sparta Prag, Västra Frölunda und am Sonntag bei Slovan Bratislava nicht mit letzter Konsequenz bei der Sache waren, zumal schon am Freitag in Stockholm der NHL-Saisonstart gegen die Los Angeles Kings erfolgt. Dass aber vor dem Anschlusstreffer durch Ryan Callahan (16.) Zug mehrere Chancen verpasst hatte, auf 3:0 zu erhöhen, hatten auch die kühnsten Optimisten nicht erwarten dürfen.

Die Zuger jubeln nach einem Treffer. (Bild: Keystone)
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Kamen sich ins Gehege: Alessandro Chiesa (links) und Brandon Prust. (Bild: Keystone)
Zwei Tore und ein Assist: Nach 7 gesperrten Spielen durfte Josh Holden wieder ran. (Bild: Keystone)
Jubel in der Bossard-Arena: So ausgelassen war die Stimmung wohl noch nie in der neuen Halle. (Bild: Keystone)
Die Tickets gingen im Vorverkauf innert Stunden weg. (Bild: Keystone)
Die Zuger Andy Wozniewski (links) und Glen Metropolit (rechts) und der Ranger Brad Richards. (Bild: Keystone)
Die New York Rangers vor dem Spiel während der Nationalhymne. (Bild: Keystone)
Ryan Mcdonagh und Torhüter Martin Biron werden von den Zugern Björn Christen (hinten) und Corsin Casutt unter Druck gesetzt. (Bild: Keystone)
Ruslan Fedotenko wird eng bewacht von Andy Wozniewski. (Bild: Keystone)
Fiel nicht auf: Brad Richards. (Bild: Keystone)
Timo Helbling (links) und Jussi Markkanen räumen vor dem Tor gegen Ryan Callahan auf. (Bild: Keystone)
Andy Wozniewski im Duell gegen Brandon Dubinsky. (Bild: Keystone)
Jussi Markkanen stoppt Rangers Best Player Ryan Callahan. (Bild: Keystone)
Die Zuger Andy Wozniewski, Alessandro Chiesa und Jussi Markkanen (von links) hindern Marian Gaborik am Torabschluss. (Bild: Keystone)
Josh Holden (links) gegen Brad Richards. (Bild: Keystone)
Die Zuger Spieler lassen sich von den Fans feiern. (Bild: Keystone)
Die New York Rangers verlassen enttäuscht das Stadion. (Bild: Keystone)
Die New York Rangers verlassen enttäuscht das Stadion. (Bild: Keystone)

Die Zuger jubeln nach einem Treffer. (Bild: Keystone)

Matchwinner Josh Holden

Doch die Gäste machten anfänglich weiter schlechte Werbung für den Slogan ihrer Stadt, die gemäss Eigenwerbung niemals schläft. Beim 3:1 machten sie sich sogar in Überzahl kollektiven Schlafens schuldig, allen voran Richards, der sich von Josh Holden regelrecht vorführen liess. Der Zuger Leader sprühte fünf Tage vor seiner Rückkehr auf NLA-Eis nur so vor Spielfreude. Dass Zug nicht mit der verdienten Führung in die Kabine ging, lag an zwei Gegentoren innert 13 Sekunden (19./20.), beim 3:3-Ausgleich war Timo Helbling (nicht zum ersten Mal) überfordert.

Wer dann aber im Mitteldrittel die Wende zugunsten des Favoriten erwartet hatte, sah sich getäuscht. Schon vor dem in absolutem Höchsttempo realisierten Doppelschlag innert 41 Sekunden durch Glen Metropolit und erneut Holden (35.) hatte der EVZ Gelegenheiten zur erneuten Führung gehabt, besonders Fabian Schnyder klebte aber das Pech an den Schlittschuhen. Ruslan Fedotenko gelang noch einmal der Anschlusstreffer (39.), aber auch im Schlussabschnitt sorgten die Zuger für die Musik. Und die Tormaschinerie lief noch einmal auf Hochtouren, Pirnes und Brunner erhöhten auf 7:4 (43./45.).

Für den EV Zug geht es schon am Freitag weiter in Lugano.

EV Zug - New York Rangers 8:4 (3:3, 2:1, 3:0)

Bossard Arena. - 7015 Zuschauer (ausverkauft). - SR Joanette/Rochette, Devorski/Arm. - Tore: 2. (1:18) Pirnes (Blaser, Schnyder/Ausschluss Dubinsky) 1:0. 6. Duri Camichel (Sutter) 2:0. 16. (15:40) Callahan (Dubinsky) 2:1. 17. (16:24) Holden (Chiesa/Ausschluss Helbling) 3:1. 19. (18:47) Rupp (Del Zotto, Zuccarello Aasen) 3:2. 20. (19:00) Anisimow 3:3. 35. (34:02) Metropolit (Casutt) 4:3. 35. (34:43) Holden (Lüthi, Lindemann) 5:3. 39. Fedotenko (Anisimow) 5:4. 43. Pirnes 6:4. 45. Brunner (Schnyder) 7:4. 56. Schnyder (Holden) 8:4 (ins leere Tor). - Strafen: Je 4mal 2 Minuten.

EV Zug: Markkanen; Chiesa, Wozniewski; Helbling, Fischer; Furrer, Erni; Blaser; Christen, Metropolit, Casutt; Brunner, Holden, Schnyder; Duri Camichel, Sutter, Pirnes; Lüthi, Oppliger, Lindemann; Rossi.

New York Rangers: Biron; Girardi, McDonagh; Eminger, Del Zotto; Bickel, Bell; Gaborik, Richards, Fedotenko; Callahan, Anisimow, Dubinsky; Zuccarello Aasen, Stepan, Rupp; Prust, Christensen, Boyle.

Bemerkungen: Zug ohne Corsin Camichel (rekonvaleszent), New York Rangers ohne Lundqvist und Avery (beide geschont). Rangers zwischen 55:10 und 55:55 ohne Goalie.

si/rem

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