Dauergast auf fremdem Eis: Der EV Zug hat noch nie ein Cup-Heimspiel bestritten

Titelverteidiger Zug konnte im Cup noch nie vor Heimpublikum spielen. Der heutige Viertelfinal gegen die Rapperswil-Jona Lakers hat einen besonderen Reiz.

Sven Aregger
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Als dem EV Zug am 21. Oktober für die Cup-Viertelfinals ein Auswärtsspiel zugelost wurde, war CEO Patrick Lengwiler wenig überrascht. Mittlerweile ist es in der Organisation ja zu einer Art Running Gag geworden, dass der EVZ im Cup partout nicht im eigenen Stadion antreten kann. «Wir lachen darüber», sagt Lengwiler. «Es wäre fast schon eine Überraschung, wenn wir mal ein Heimspiel austragen könnten.»

Seit der Neulancierung des Formats in der Saison 2014/15 hat der EV Zug alle seine 18 Spiele auswärts bestritten. Diese Tatsache wird noch bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass die Zentralschweizer als Titelverteidiger firmieren. Zu berücksichtigen ist allerdings: In zehn Duellen trat der EVZ gegen Unterklassige an, und diese geniessen gewohnheitsmässig Heimrecht. Ausserdem ist es schon vorgekommen, dass der EVZ wegen der gleichzeitig stattfindenden Zuger Messe von einem Auftritt in der heimischen Bossard-Arena absehen musste.

50'000 Franken pro Paarung in den Viertelfinals

Die vielen Auswärtsspiele haben auch eine finanzielle Komponente. Dazu muss man wissen: Die Mannschaften erhalten eine Antrittsprämie. In den aktuellen Viertelfinals zum Beispiel werden pro Paarung 50'000 Franken ausgeschüttet. Treten zwei Gleichklassige gegeneinander an, gehen 60 Prozent des Antrittsgeldes an die Auswärtsmannschaft, im konkreten Fall also 30'000 Franken. Das Heimteam erhält den Rest plus die Einnahmen aus Tickets und Gastronomie. «Es ist davon auszugehen, dass wir bei einem Heimspiel finanziell mehr profitieren würden», sagt Lengwiler. Spielen die beiden Widersacher nicht in der gleichen Liga, erhält jedes Team denselben Anteil des Startgelds.

Von den drei Wettbewerben Meisterschaft, Champions Hockey League und Schweizer Cup hat Letzterer im EV Zug den kleinsten Stellenwert, zumal er verhältnismässig einfach zu gewinnen ist. Fünf Siege reichen zum Titel.

Nichtsdestotrotz war der Cupsieg im Frühjahr bei den Rapperswil-Jona Lakers bedeutend für den EVZ, erstmals seit dem Meistertitel 1998 hatte er wieder einen Pokal gewonnen. Mehr als 3000 Anhänger schauten sich den Final beim Public Viewing in der Bossard-Arena an. «Viele Fans warteten, bis die Mannschaft in der Halle eintraf, einige haben vor Freude geweint», erinnert sich Lengwiler.

«Es war schon überwältigend, wie dieser Erfolg die Leute bewegt hat. Der Cupsieg war ein grosses Gesprächsthema in Zug.»

Heute (19.45 Uhr) bestreitet der EVZ das Auswärtsspiel Nummer 19 in diesem Wettbewerb. Im Cup-Viertelfinal gegen Rapperswil kommt es in der St.Galler Kantonalbank Arena zur Neuauflage des Finals, die Affiche hat deshalb ihren besonderen Reiz. Geschäftsführer Lengwiler sagt: «Die Lakers haben mit uns bestimmt noch eine Rechnung offen, sie werden uns alles abverlangen. Aber wir wollen die erste Mannschaft sein, die den Titel verteidigt.» Die Richtung ist also vorgegeben, alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung für den EVZ. Schliesslich haben sie in Zug die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, dass es bei einem allfälligen Einzug in den Halbfinal doch noch klappen könnte mit der Heimspiel-Premiere.

Morant steht vor Comeback

Wettbewerbsübergreifend hat der EV Zug die letzten vier Spiele gewonnen und dabei nur fünf Gegentore erhalten. Es scheint, als habe er sein defensives Gewissen wiederentdeckt. Trainer Dan Tangnes sagt: «Ich hoffe, wir haben nun verstanden, was das Fundament ist, um Spiele zu gewinnen.»

Der zuletzt verletzte Verteidiger Johann Morant ist wieder einsatzbereit und wird voraussichtlich noch in dieser Woche sein Comeback geben. Der Franzose mit Schweizer Lizenz, der ab der kommenden Saison für die ZSC Lions spielen wird, hatte eine Knieprellung auskurieren müssen.