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Der 11. April ist ein Schicksalstag für den EV Zug

Der EV Zug holte am 11. April 1998 seinen ersten Meistertitel. War das Finalspiel vom Donnerstagabend der Auftakt zum nächsten?
René Barmettler, Bern
«21 Jahr sind gnueg»: Für das Empfinden der Zuger Fans wäre 2019 höchste Zeit für den nächsten Meistertitel nach 1998. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus, Bern, 11. April 2019)

«21 Jahr sind gnueg»: Für das Empfinden der Zuger Fans wäre 2019 höchste Zeit für den nächsten Meistertitel nach 1998. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus, Bern, 11. April 2019)

«1998 war der 11. April das Ende, 2019 der Anfang?» Das schrieb ein langjähriger Fan des EV Zug aus dem Freiamt in den sozialen Medien. Am Karsamstag vor 21 Jahren hatte das Warten ein Ende, der erste Meistertitel der Vereinsgeschichte war unter Dach und Fach. Das Schicksal meinte es damals also gut mit den Zentralschweizern. Aber eben nur einmal in vier Finalserien. Am heutigen 11. April fiel der Startschuss in die fünfte. Das Eishockey hat sich seit 1998 drastisch verändert, Vergleiche sind somit nur bedingt zulässig. Einiges hat die Zeit jedoch überdauert:


Arno Del Curto. Der Coach des HC Davos musste 1998 nach dem sechsten Finalspiel dem Gegner gratulieren. Im Fernsehinterview musste er eingestehen, dass die Zuger im Final die frischere Mannschaft gewesen sei, obwohl diese mit 20 Partien zwei mehr als die Bündner zu spielen hatten. 2018/19 war Del Curto noch immer Trainer. Seine Tage in Davos waren nach dem schlechten Saisonstart gezählt, er zog die Reissleine, übernahm nach einer Pause die ZSC Lions, um erneut zu scheitern. Sein künftiges Schicksal ist derzeit ungewiss.


Eishockey-Reporter. 1998 fasste Stefan Figi die Meisternacht des EV Zug für das Schweizer Fernsehen zusammen. Mit nüchterner und monotoner Stimme kommentierte er die emotionalen Bilder. Nach einem Abstecher zum Privatfernsehen kehrte er vor einigen Jahren zurück und ist noch immer zu hören, wenn «Eishockey aktuell» ausgestrahlt wird.


Im Vergleich zur jetzigen Begegnung und derjenigen von 1998 gibt es aber auch krasse Unterschiede:


Die Goalies. Nando Wieser hiess damals der Davoser Goalie. Er war wohl der schlechteste Torhüter, der jemals in einem Playoff-Final zum Einsatz kam. Im dritten Spiel in Zug musste er elf Mal hinter sich greifen, kassierte in der Serie insgesamt 28 Treffer, EVZ-Hüter Ronnie Rüeger liess nur 17 Gegentreffer zu. 21 Jahre danach sieht sich der EVZ mit dem besten Torhüter des Landes konfrontiert: Leonardo Genoni war Meister mit Davos und Bern, und versucht in seiner letzten Saison beim SCB den Zugern den Titel streitig zu machen. Genoni wechselt bekanntlich auf die kommende Saison hin zum EV Zug.


Eiszeiten. Waren die Spiele 1998 nach einer Verlängerung nicht entschieden, kam es zum Penaltyschiessen. 2019 werden die Spiele bis zum bitteren Ende ausgespielt. Bern hat mit der Partie von heute 952 Minuten auf dem Buckel (umgerechnet fast 16 Spiele), der EV Zug erst 646 Minuten (fast elf Spiele). Fünf Spiele weniger: Das könnte ein grosser Vorteil für den EVZ sein.


Steht der 11. April 2019 am Anfang des zweiten Meistertitels des EV Zug? Diese Frage kann trotz des 4:1-Sieges noch nicht beantwortet werden. «21 Jahre sind genug», stand auf einem Fanbanner. Nach dem ersten Auswärtssieg an diesem Tag haben die Zentralschweizer das Schicksal in ihren eigenen Händen.

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