Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Der EV Zug hat mit der Hockey Champions League noch eine Rechnung offen

Vor dem Start der Champions Hockey League schlagen die Zuger selbstbewusste Töne an.
Sven Aregger

Santeri Alatalo besitzt ein Haus in Hämeenlinna, wo er jeweils den Sommer verbringt. In der Stadt im Süden von Finnland hat der Verteidiger des EV Zug vor Jahren den Sprung zu den Profis geschafft, im Klub Hämeenlinnan Pallokerho, kurz HPK. Er war gerade in seiner Heimat und trainierte unter anderem mit HPK-Profis, als bekannt wurde, dass der EVZ in der Champions Hockey League auf Hämeenlinna trifft. «Wir mussten lachen», erzählt der Finne mit Schweizer Lizenz.

Den Trainer Antti Pennanen kennt er aus seiner Jugend, er war Alatalos Coach bei den Junioren. In einigen Jahren, glaubt Alatalo, werde der taktisch gewiefte Pennanen das finnische Nationalteam führen. «Der HPK spielt ein ähnliches Eishockey wie der EVZ, wir freuen uns alle auf die Spiele.» Wenn am Samstag Hämeenlinna in Zug gastiert, werden Alatalos Verwandte und Freunde im Publikum sitzen. Mutter, Grossmutter, Göttibub und Tante reisen dafür aus Finnland an. Alatalo sagt: «Es ist eine spezielle Sache.»

Bisher spätestens in erster K.o.-Runde ausgeschieden

Der 29-Jährige, der die Liga in der Heimat noch immer verfolgt, wird seiner Mannschaft sicher einige Tipps geben können, wie dem finnischen Meister beizukommen ist. Das gilt ebenfalls für den neuen Zuger Center Jan Kovar, denn der Zufall will es, dass der EV Zug in der Gruppenphase auch gegen Kovars tschechischen Stammverein Pilsen spielt. Zum Auftakt empfangen die Zentralschweizer heute (19.45) den dänischen Meister Rungsted Seier Capitals, der übrigens ein Partnerverein des EVZ ist. Sowohl Rungsted als auch Hämeenlinna sind Debütanten in der Champions League. Der EV Zug hingegen ist ein Dauergast, zum sechsten Mal in Folge tritt er in dem Wettbewerb an, aber noch nie ist er über die erste K.o.-Runde hinaus gekommen. Vergangene Saison scheiterte er im Achtelfinal an RB München, es war eine grosse Enttäuschung.

Der EV Zug will in der Champions League eine grössere Rolle spielen als bisher. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Der EV Zug will in der Champions League eine grössere Rolle spielen als bisher. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Natürlich, die Champions League hat für Zug nicht den gleich hohen Stellenwert wie die Meisterschaft. Gleichwohl versichern Spieler und Funktionäre bei jeder Gelegenheit, wie ernst sie die Kampagne nehmen. Das Format kämpft seit der Neulancierung 2014 um die Publikumsgunst, auch wenn die sportlichen und finanziellen Anreize steigen. Das Teilnehmerfeld wurde von 48 auf 32 Klubs reduziert, das Preisgeld wird kontinuierlich erhöht. In dieser Saison beträgt es 2,34 Millionen Euro, 400000 mehr als in der Vorsaison. Dennoch ist der Wettbewerb für viele Klubs ein Minusgeschäft. Gerade die Reisekosten, die zum Teil Charterflüge zu den Auswärtsspielen enthalten, schlagen hoch zu Buche. EVZ-Sportchef Reto Kläy sagt: «Wir müssten es wohl in die Halbfinals schaffen, um Gewinn zu erwirtschaften.»

Skandinavische Dominanz

Kläy betont aber auch, dass er die Entwicklung des Wettbewerbs positiv sieht. «Es ist ein gesundes Wachstum. Das ist mir viel lieber als eine grosse Luftblase, die plötzlich zerplatzt.» Sportlich gesehen würde es der Akzeptanz des Formats in der Schweiz helfen, wenn die einheimischen Teams einen Erfolg feiern könnten. Bisher ging die Trophäe ausschliesslich an skandinavische Mannschaften, viermal nach Schweden, einmal nach Finnland. Kläy sagt deshalb: «Wir müssen versuchen, die skandinavische Dominanz zu durchbrechen. Es ist an der Zeit, dass ein Schweizer Team gewinnt. Ich bin ganz sicher, dass das Interesse hier riesig wäre, wenn eine Schweizer Mannschaft im Halbfinal oder Final stünde.»

Für Zug, Bern und die Neulinge Ambri, Lausanne sowie Biel geht es aber auch darum, im Ranking vor Finnland zu bleiben und damit die fünf Schweizer Startplätze zu verteidigen. Der EVZ jedenfalls steigt mit Ambitionen in die Gruppenspiele, er hat mit der Champions League noch eine Rechnung offen. «Es wird kein Selbstläufer. Aber wieso können wir die Champions League nicht gewinnen? Der Titel muss unser Ziel sein», sagt Sportchef Kläy. Auch Verteidiger Santeri Alatalo schlägt selbstbewusste Töne an. «Von der Qualität her sind wir eine der besten Mannschaften in Europa. Wir haben eine gute Chance, um den Titel mitzuspielen.»

Champions League

Die Gruppen mit Schweizer Teams. Gruppe A: Biel, Klagenfurt, Tappara Tampere, Frisk Asker. – Gruppe B: Zug, HPK Hämeenlinna, Pilsen, Rungsted Seier Capital. – Gruppe D: Lausanne, Ocelari Trinec, Lahti Pelicans, Yunost Minsk. – Gruppe E: Bern, Kärpät Oulu, Skelleftea AIK, Grenoble. – Gruppe G: Ambri-Piotta, Färjestad Karlstad, RB München, Banska Bystrica.

Die ersten Spiele. Heute, 19.30: RB München – Ambri. – 19.45: Zug – Rungstad Seier Capital. Biel – Frisk Asker. – Freitag, 18.00: Skelleftea AIK – Bern. Yunost Minsk – Lausanne. – Samstag, 15.30: Färjestad Karlstad – Ambri. – 17.00: Zug – HPK Hämeenlinna. – 19.45: Biel – Tappara Tampere. – Sonntag, 18.00: Kärpät Oulu – Bern. Lahti Pelicans – Lausanne.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.