Der EV Zug übt die Bergung von Verletzten

Bei schweren Verletzungen, wie sie im Eishockey vorkommen können, ist eine schnelle und fachmännische Erstversorgung und Bergung des Spielers von zentraler Bedeutung. Und solche Ernstfälle müssen geprobt werden.

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Der Verletzte Carl Klingberg, wird mit der Bare abtransportiert. (Bild: Marcel Bieri, Langnau, 30. November 2018)

Der Verletzte Carl Klingberg, wird mit der Bare abtransportiert. (Bild: Marcel Bieri, Langnau, 30. November 2018)

(ars) Hockey-Dramen  Schwere Unfälle wie jener von Carl Klingberg sind selten im Schweizer Eishockey, aber sie kommen vor. Vier Beispiele:

- 22. Oktober 2019: Jordann Bougro, Stürmer der EVZ Academy, kracht nach einem Check des Langenthalers Ian Derungs in die Bande. Er erleidet Frakturen und Bänderläsionen im Rückenbereich und fällt mindestens drei Monate aus.

- 5. März 2013: Nach einem Check durch Langenthals Stefan Schnyder stürzt Olten-Spieler Ronny Keller mit dem Kopf voran in die Bande. Der Zürcher bleibt für immer gelähmt.

- 30. Dezember 2006: Der Zug-Verteidiger Marco Maurer rutscht an der U20-WM in Kanada mit einem Finnen in die Bande und bricht sich das Genick. Er überlebt und steht ein knappes Jahr später wieder auf dem Eis.

- 5. Dezember 1995: Luganos Pat Schafhauser, ein ehemaliger EVZ-Verteidiger, prallt nach einem Duell mit dem Davoser Oliver Roth kopfvoran in die Bande. Er ist seither vom Schultergürtel abwärts gelähmt.

EVZ-Arzt Beat Schwegler sagt: «Das Eishockey ist in den vergangenen Jahren immer schneller geworden, da muss man gewappnet sein.» Prävention sei allerdings schwierig, grössere Anpassungen bei der Ausrüstung würden keinen Sinn machen. In der Pflicht stehen deshalb auch die Spieler. «Sie sollten ein abruptes Abbremsen vor der Bande vermeiden, weil sie ansonsten bei einem Check allenfalls mit grosser Wucht kopfvoran in die Bande stürzen.» Schwegler plädiert auch dafür, dass offensichtliche Checks gegen den Kopf oder gefährliche Checks in die Bande, die häufig Hirnerschütterungen nach sich ziehen, rigoroser bestraft werden. «Bei einem solchen Vergehen müssten viel mehr Spielsperren ausgesprochen, als es heute gehandhabt wird.»

Im Fall Klingberg störte sich Schwegler daran, wie «lange und suboptimal» die Bergung auf dem Eis verlaufen ist. Und bei der Verletzung von Bougro in Langenthal seien keine Rettungssanitäter vor Ort gewesen. Im EVZ wird ein- bis zweimal pro Saison den Ernstfall geprobt. Betreuer, Ärzte und Sanitäter spielen den Ablauf einer Bergung auf dem Eis durch.