Der Zuger Fahrplan stimmt

Der EV Zug gewinnt erneut gegen Kometa Brünn. Nach dem 2:1-Erfolg gegen den tschechischen Meister sollen die Achtelfinals in der Champions League nicht Endstation werden.

Daniel Gerber
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Der Zuger Sven Senteler (links) im Duell mit Brünns Jan Süss. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug 16. Oktober 2018))

Der Zuger Sven Senteler (links) im Duell mit Brünns Jan Süss. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug 16. Oktober 2018))

Früh im Spiel knallte ein Schuss von Yannick-Lennart Albrecht noch an den Pfosten. Doch mit dem nächsten Angriff brachte Dominic Lammer den EVZ 1:0 in Führung. Und nur wenig später sahen die 4810 Zuschauer, wie der nach seiner Verletzungspause zurückgekehrte Dario Simion zum 2:0 traf.

Ein Abbild des Kräftemessens vor Wochenfrist, als in der zweitgrössten Stadt Tschechiens das Heimteam nach den ersten 20 Minuten um zwei Längen vorne lag – mit einem Unterschied: In Brünn siegte zuletzt mit dem EVZ das Auswärtsteam. Diesmal blieben die Punkte bei der Heimequipe. «Wir haben gut begonnen und das Spiel als Chance gesehen, Fortschritte mit unserem System zu machen», bilanzierte Stürmer Albrecht. «Im Mitteldrittel haben wir etwas nachgelassen, und zuletzt war es ein Zitterspiel. Es war aber gut, dass junge Spieler dabei waren, die Fortschritte machen konnten.»

Der EV Zug gewinnt erneut also gegen die Osteuropäer. Somit hat sich die Mannschaft von Trainer Dan Tangnes unter zwei gänzlich verschiedenen Belastungsproben behaupten können: einmal in einem Fight, in welchem es noch für beide Mannschaften um den Einzug in die Achtelfinals ging, und nun an einem Hockeyabend, bei dem es im Wettbewerb nicht mehr um besonders viel ging.

«Wir wollen so weit wie möglich kommen», sagte EVZ-Sportchef Reto Kläy vor den beiden Duellen gegen Kometa Brünn. Damals auf die Frage, ob der EV Zug nach Davos und Fribourg das dritte Schweizer Team sein wird, welches bis in die Halb­finals der Champions Hockey League vordringt.

Der Fahrplan stimmt. In den beiden letzten Saisons schaffte Zug jeweils den Sprung in die K.-o.-Phase, die dann aber auch gleich Endstation war. Albrecht: «Unsere Gruppe war stark: Kometa ist tschechischer Meister, Berlin Vizemeister.» Gerade der Sieg in Tschechien sei ein grosser Triumph der Moral gewesen. «Und nun folgte ein Arbeitssieg mit einem dezimierten Team.»

«Die Jungen machten es gut»

Mehrfach erntete der junge Zuger Goalie Sandro Aeschlimann Szenenapplaus. Man habe zwar viele Ausfälle zu verzeichnen gehabt, «aber die vielen jungen Spieler haben das gut gemacht», fasste Aeschlimann eine Erkenntnis des Abends zusammen. In den beiden Spielen gegen die Tschechen zusammengerechnet kassierte Aeschlimann nur 1,5 Gegentore im Schnitt: «Die Mitspieler machten es mir einfach.» Klar: Nach dieser starken Gruppenphase hat der EVZ Hunger auf mehr.

Zunächst aber geht die Intensivzeit mit sechs Spielen innerhalb von zehn Tagen und vier Stunden in die Schlussphase: mit dem Ligaspiel gegen die SCL Tigers (am Freitag) und dem Cup-Achtelfinal gegen Lugano (am Samstag). Goalie Sandro Aeschli­mann: «Gut essen und viel schlafen ist jetzt extrem wichtig. Neben dem Eis gilt es, auf den Körper zu achten.»