EVZ-Spieler Livio Stadler über Raphael Diaz: «Er ist mein idealer Lehrmeister»

Ein Schädelbruch wirft den 21-jährigen Verteidiger Livio Stadler nur kurzzeitig aus der Bahn. Mit dem EV Zug hat er Grosses vor.

Philipp Zurfluh
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Er kann wieder schmerzfrei spielen: EVZ-Verteidiger Livio Stadler.

Er kann wieder schmerzfrei spielen: EVZ-Verteidiger Livio Stadler.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 16. Januar 2020)

Schädelbruch: Es war eine Schockdiagnose, die dem EVZ-Spieler Livio Stadler Ende November gestellt wurde. «Ich dachte sofort, dass ich über lange Zeit ausfallen würde», sagt der 21-jährige Zuger. Es war der 28. November 2019, als er sich im Match gegen den EHC Biel in einen Schuss wirft. Der Puck trifft ihn mit voller Wucht am Kopf. Zuerst will er noch weiterspielen, doch der Schmerz ist zu stark. Untersuchungen im Spital ergeben schliesslich den Befund. Zwei Nächte muss der Verteidiger im Spital verbringen.

Sechs Wochen später steht der junge Defensivspezialist wieder beschwerdefrei auf dem Eis. Er hat das Lachen wieder gefunden. Vor einer Woche absolviert er gegen Biel seinen ersten Ernstkampf nach der Verletzung. «Es ist alles wie vorher. Ich bin wieder voll im Saft», sagt Stadler. Die Verletzung habe er als Chance wahrgenommen. Nachdem er zwei Wochen ganz ohne Sport auskommen musste, konnte er mit dem Aufbautraining im Kraftraum beginnen. Es war seine erste schwere Verletzung. «Ich würde genau wieder das Gleiche tun», meint Stadler. Als Verteidiger sei es schliesslich sein Job, sich in jeden Schuss zu werfen und sich für das Team aufzuopfern.

Der Trainer schenkt Stadler das Vertrauen

Livio Stadler hat beim EV Zug alle Juniorenstufen durchlaufen und bestritt in dieser Saison 23 Spiele – meistens an der Seite von Raphael Diaz. «Er ist ein absoluter Musterprofi, ein Leader auf und neben dem Eis.» Der 34-Jährige setze sich für die jungen Spieler ein. «Mit seinem Charakter sorgt er für eine gute Atmosphäre», sagt Stadler über Diaz. Im Nachgang zu den Spielen sitzen die beiden zusammen und betreiben Videostudium. «Diaz erwartet viel von mir. Ich kann mir aber keinen besseren Verteidigungspartner vorstellen. Er ist mein idealer Lehrmeister.»

Trainer Dan Tangnes schenkt dem technisch versierten Spieler viel Vertrauen und Eiszeit. Der Norweger sagt über Stadler: «Er macht Fortschritte und zeigt gute Leistungen. Sein Potenzial hat er aber noch lange nicht ausgeschöpft.» Für den 21-Jährigen ist klar: «Ich habe mir das Vertrauen hart er­arbeitet. Es wird dir nichts geschenkt.»

Fünf Assists, aber noch ohne Tor

Stadler hatte vor allem unter Tangnes’ Vorgänger Harold Kreis einen schweren Stand und wurde ins Farmteam degradiert. «Ich war weit von meinem besten Hockey entfernt», erinnert er sich zurück. Der Versetzung in die Swiss League habe er aber viel Positives abgewinnen können. «Ich bin gestärkt aus dieser Situation herausgekommen und weiss, was es braucht, um sich in der National League zu etablieren. Ich habe den Anspruch an mich selber, konstante Leistungen zu bringen.» Der Zuger will ein gestandener Spieler werden, der sich nicht versteckt.

In dieser Saison konnte er bisher fünf Assists verbuchen, zu einem Torerfolg hat es nicht gereicht. Er müsse noch mehr den Torabschluss suchen. Mit dem EV Zug strebt er den Meistertitel an: «Wir setzen alles daran, dass wir es schaffen», sagt Stadler. «Ich möchte Teil der Mannschaft sein, die nach über 20 Jahren den Pokal zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in die Höhe stemmt.»