Eishockey
«Ja, wir waren schon etwas erschöpft»: Müdem EV Zug misslingt die Generalprobe für den ersten Ernstkampf

Wenn der EV Zug in einer Woche gegen die Grizzlys Wolfsburg in die Champions Hockey League startet, muss er sich deutlich steigern.

Philipp Zurfluh
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Sven Senteler (links) und der EV Zug haben gegen Genève-Servette nicht überzeugt.

Sven Senteler (links) und der EV Zug haben gegen Genève-Servette nicht überzeugt.

Bild: Gastien Galley / Freshfocus (Genf, 5. März 2022)

Ein Erfolgserlebnis zum Abschluss der Vorbereitungsphase hätte es werden sollen, doch daraus wurde nichts. Der EV Zug musste sich im fünften und letzten Testspiel Genève-Servette mit 4:5 geschlagen geben. Insgesamt zwölf Strafen führten dazu, dass wenig Spielfluss zu Stande kam. «Es war ein komisches Spiel. Die vielen Strafen haben uns den Rhythmus gebrochen», meinte Trainer Dan Tangnes hinterher. Das Gezeigte bewertete er als «okay» – nicht mehr und nicht weniger.

Das Resultat war nicht das einzige, das Tangnes nicht gefallen konnte. Die Zuger hatten ihre liebe Mühe mit den aufsässigen und spielstarken Genfern. Die Westschweizer präsentierten sich stil- und passsicherer – und vor allem spielfreudiger. Viel zu oft liess der EV Zug den Gegner gewähren. Wäre Genf nicht so fahrlässig mit den Chancen umgegangen und hätte Torhüter Luca Hollenstein nicht ein paar Mal glänzend pariert, wäre die Spannung aus der Partie bereits früher draussen gewesen.

Müde Spieler nach intensiver Trainingswoche

Tangnes erwähnte die «zu vielen Fehler mit der Scheibe». Er führte das unter anderem auf die physische und mentale Müdigkeit zurück. «Geschleift» habe er die Spieler während der ganzen Woche. «Ja, wir waren schon etwas erschöpft», gab Livio Stadler zu.

«Genf war uns immer einen Schritt voraus. Wir hatten auch zu viele Abstimmungsfehler. Da müssen wir im Hinblick auf die Champions Hockey League schon noch eine Schippe drauflegen.»

Die Genfer, die alle ihre fünf Testspiele gewonnen haben, waren der erwartet starke Kontrahent. Mit den neuen Ausländern Linus Omark und Teemu Hartikainen verfügen die Westschweizer nun über ein topbesetztes Ausländer-Sextett – womöglich das beste der Liga. Vor allem Hartikainen, Goldmedaillengewinner für Finnland an Olympia und WM dieses Jahres, zeigte gegen den EV Zug ein ums andere Mal seine Klasse.

Obwohl der Eintritt zum Testspiel kostenlos war, verirrten sich nur 1294 Zuschauende in die Bossard-Arena. Ob die nahende Sturmfront die Fans davon abhielt, dem letzten Testspiel der Vorbereitungsphase beizuwohnen, sei dahingestellt. Jedenfalls mussten die Zuger im ersten Drittel eine Angriffswelle nach der anderen über sich ergehen lassen. Für Zug zeichnete sich Fabrice Herzog zweimal erfolgreich. Der Neue Peter Cehlarik reüssierte erstmals für den Schweizer Meister.

Am Donnerstag fliegt der EV Zug nach Hannover. Von dort geht’s weiter mit dem Bus nach Wolfsburg, wo am Freitag das erste Pflichtspiel in der Champions Hockey League ansteht. «Ich empfinde es nicht als schlechtes Vorzeichen, dass wir in den Testspielen durchzogene Leistungen gezeigt haben. Jeder weiss, dass es so nicht reicht und dass wir uns von einer besseren Seite zeigen müssen», bekräftigte Dan Tangnes.

Telegramm

Zug – Genève-Servette 4:5 (1:2, 3:1, 0:2)
Bossard-Arena. – 1294 Zuschauer. – SR Tscherrig/Castelli.
Tore: 6. Pouliot (Tömmernes, Hartikainen/Powerplay) 0:1. 18. Herzog (Kovar, Martschini/Powerplay) 1:1. 18. Hartikainen (Penaltytor) 1:2. 21. Praplan (Filppula) 1:3. 23. Herzog (Gross) 2:3. 28. Martschini (Stadler) 3:3. 39. Cehlarik (Djoos) 4:3. 47. Tömmernes (Jooris) 4:4. 48. Tömmernes (Richard, Hartikainen) 4:5.
Zug: Hollenstein; Djoos, Geisser; Stadler, Hansson; Gross, Kreis; Vogel, Wüthrich; Hofmann, Kovar, Klingberg; Cehlarik, O’Neill, Martschini; Herzog, Senteler, Zehnder; De Nisco, Leuenberger, Allenspach; Neumann.
Genève-Servette: Mayer; Tömmernes, Karrer; Maurer, Vatanen; Le Coultre, Jacquemet; Chanton, Derungs; Bertaggia, Pouliot, Rod; Winnik, Filppula, Praplan; Omark, Richard, Hartikainen; Smirnovs, Jooris, Antonietti.
Bemerkungen: Zug ohne Simion, Suri, Schlumpf und Nussbaumer.