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Die Leidensgeschichte des EVZ-Stürmers Fabian Schnyder

Seit zwei Jahren laboriert Fabian Schnyder an Hüftproblemen. Wie geht es mit dem EVZ-Urgestein weiter?
Sven Aregger
Wann Fabian Schnyder aufs Eis zurückkehrt, ist ungewiss. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus, 18. Februar 2017)

Wann Fabian Schnyder aufs Eis zurückkehrt, ist ungewiss. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus, 18. Februar 2017)

Fabian Schnyder ist eine Institution im EV Zug. Kein Spieler hat sich mehr Verdienste um den Klub erworben als der 33-jährige Flügel aus Küssnacht am Rigi. «Schnitz», wie er gerufen wird, steht in seiner 17. Profisaison. Er gehört zum EVZ wie die Kirschtorte zum Kanton Zug. In seiner langen Karriere hat er Aufs und Abs erlebt, aber er ist stets treu geblieben: eine ehrliche Haut, ein pflichtbewusster und loyaler Profi mit grosser Hingabe zu seinem Sport. Doch seit dem 21. September hat er nicht mehr für den EVZ gespielt. Die Abnutzung der Hüftgelenke macht ihm zu schaffen. Und derzeit ist ungewiss, wann er aufs Eis zurückkehren wird. Er sagt: «Jetzt geht es nicht um den Hockeyspieler Schnyder, sondern um den Menschen Fabian, der in erster Linie gesund werden will.»

Es ist eine Leidensgeschichte, die Schnyder schon seit zwei Jahren beschäftigt. In den vergangenen beiden Saisons hat er jedes einzelne Spiel mit dem EVZ bestritten. Aber möglich war das nur mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern. Auf Dauer konnte es so nicht weitergehen. Nach dem Playoff-Final im Frühling beriet er sich mit den Ärzten und den Klubverantwortlichen, was die nächsten Schritte sein sollen. «Auf dem Eis konnte ich die Schmerzen ausblenden. Aber sobald ich zu Fuss unterwegs war oder länger sass, machten sie sich bemerkbar», erzählt Schnyder.

«Es war nur noch ein Überleben»

Der Stürmer verzichtete fortan auf Medikamente, die Saisonvorbereitung verlief reibungslos. Doch als er im August das Eistraining wieder aufnahm, kehrten die Probleme zurück. Er startete in die Saison, mental war das wichtig für ihn. Nach dem fünften Meisterschaftsspiel gegen den HC Lugano wurde aber klar, dass eine längere Pause unumgänglich wird. Schnyder sagt: «Es war nur noch ein Überleben.» Unter diesen Umständen ist es fraglich, ob Schnyder seinen Ende Saison auslaufenden Vertrag noch einmal verlängert. Zumal er ein Spieler ist, der von seiner Willenskraft lebt, der an seine körperlichen Grenzen geht. «Es wäre mir peinlich, wenn ich meinen eigenen Erwartungen nicht mehr gerecht werden könnte», sagt er.

Der Stürmer betont allerdings, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. Noch folgen Abklärungen bei einem Spezialisten, der ihn bereits vor acht Jahren an der Hüfte operiert hat. Zudem will Schnyder eine Zweitmeinung einholen. «Ich habe viel geopfert für den EV Zug und habe es verdient, dass ich mir nun die Zeit nehme, um gesund zu werden», sagt der ehemalige Captain, der bereits über 850 Partien in der National League bestritten hat. «Ich will im Alltag ohne Schmerzen leben, alles andere ist sekundär.»

Schnyder bildete sich neben seinem Beruf als Hockeyprofi weiter. Er hat einen Abschluss als Finanzfachmann und absolvierte die Ausbildung «Medizinische Grundlagen». Sein Bruder führt eine Physiotherapiepraxis, dort erledigt er schon heute ein- bis zweimal pro Woche die Büroarbeiten. Denkbar ist auch, dass er eine Funktion im EV Zug übernehmen wird. Mit den Klubverantwortlichen steht er im regen Austausch.

Es stehen noch viele Fragen im Raum, die erst geklärt werden müssen. Fragen nach der Fortsetzung seiner Profilaufbahn, Fragen nach dem Leben danach. Fabian Schnyder weiss aber auch: «Alles, was für mich als Hockeyspieler noch kommt, ist Zugabe.»

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