Eishockey
Gesunde Playoff-Härte oder versuchte Körperverletzung? Diese Szene sorgt bei vielen EVZ-Fans für Empörung

Ein Zweikampf im ersten Playoff-Spiel zwischen Cory Conacher und Sven Senteler löst hitzige Diskussionen aus.

Philipp Zurfluh
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Es geschah in der 34. Minute: Auf Zugs Sven Senteler sitzend, stösst SCB-Stürmer Cory Conacher Sentelers Kopf gegen die Bande. Die Aktion wurde beim SRF-Livespiel am Dienstag von den Kameras zwar eingefangen, doch sie blieb zunächst unbemerkt, bis ein Videoclip in den sozialen Medien kursierte.

Liegt dieses Stossen des Berners im erlaubten Bereich? Viele EVZ-Fans sind entrüstet. «So etwas hat im Sport und anderswo absolut nichts zu suchen», schreibt ein User. «Mit einer solch absolut miesen Aktion nimmt er eine schwere Nackenverletzung des Gegners in Kauf», meint ein anderer. Für viele ist unbegreiflich, warum gegen den kanadischen Stürmer keine Strafe ausgesprochen wurde.

Der Verband Swiss Ice Hockey geht auf Anfrage nicht konkret auf die erwähnte Szene ein, sondern verweist lediglich auf den Prozessablauf, der nach Spielen der National und Swiss League Standard ist. So erhalten im Anschluss an die Spiele der National League und Swiss League die Player Safety Officer (PSO) eine Übersicht mit Szenen, welche nochmals begutachtet werden müssen. Die Player Safety Officer machen anhand der Videobilder ihre Beurteilung. Dabei wird einerseits das Verhalten des Spielers, welcher das mögliche Foul begeht, beurteilt, andererseits auch das Verhalten seines Gegenspielers. Die Player Safety Officer können beim Einzelrichter einen Antrag für weiterführende disziplinarische Massnahmen stellen (Spielsperren). Gibt es einen Antrag der Player Safety Officer, liegt die Entscheidung, ob ein Spieler gesperrt wird oder nicht, danach beim Einzelrichter. Was klar ist: Die Aktion von Conacher hat für ihn keine Repressalien zur Folge.