EHC MÜNCHEN - EVZ 5:6: Böses Blut zum Turnierauftakt

Der EV Zug hat sich beim ersten Auftritt der Klubgeschichte auf kanadischem Boden nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

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Zugs Snell Wesley. (Bild Maria Schmid/Neue ZZ)

Zugs Snell Wesley. (Bild Maria Schmid/Neue ZZ)

Gegen den bescheidenen deutschen Zweitligisten EHC München setzten sich die Zuger beim «Euro-Can-Cup» erst in der Verlängerung mit 6:5 durch.

Die Zuger gingen durch ein Kontertor von Teamleader Josh Holden zwar früh in Führung, verspielten diesen Vorteil durch sehr unkonzentrierte Spielweise aber schnell. Beim 1:2 durch Wichert, nur 42 Sekunden nach dem Ausgleich, machte zudem Goalie Sandro Zurkirchen eine sehr unglückliche Figur. Er beförderte den Puck mit seinem Schlittschuh gleich selber ins Tor.

Sheddens Forderung unerfüllt
Vor dem Spiel hatte Trainer Doug Shedden gesagt, er erwarte, dass sich sein Team nicht ans Niveau des Gegners anpasse. «Das war letzte Saison oft genug der Fall. Wir müssen unser eigenes Spiel aufziehen», sagte Shedden. Nun, es blieb beim Vorhaben. Die Zuger liessen sich in der Startphase vom physisch starken Gegner provozieren (Holden) und machten einen fahrigen Eindruck. Erst im Schlussabschnitt war ein Klassenunter­schied auszumachen. Für die Entscheidung war in der Verlängerung Damien Brunner mit dem 6:5 im Powerplay besorgt. Nach der Partie wurde Holden zum besten Spieler der Partie gekürt.

Das Spiel war von hoher Intensität geprägt und es wurde mit harten Bandagen gekämpft. Im ersten Drittel holte sich der Deutsche Sven Gerbig eine Platzwunde im Gesicht und nach der Partie wäre es beinahe zu einer Massenschlägerei gekommen. Die Münchner hatten Holden wiederholt provoziert.

Linien stehen noch nicht fest
Noch hat sich Shedden im Bezug auf die Linienzusammenstellung bis auf wenige Ausnahmen (Linie mit Holden, Schnyder und Brunner) nicht fest gelegt. Es ist darum nicht verwunderlich, dass die Zuger noch Abstimmungs­probleme offenbaren. Will der EVZ das Turnier gewinnen muss am Freitag gegen den Gastgeber London Knights trotzdem eine deutliche Steigerung her.

Shedden hatte nach der Partie einen ziemlich roten Kopf - und einen dicken Hals. «Wenn wir am Freitag so spielen, gehen wir unter und kassieren zehn Tore. Die Leistung war inakzeptabel.»

Der EVZ trainiert heute in London von 14 bis 16 Uhr.

Nicola Berger

EHC München - EV Zug 5:6 n.V. (3:1) (2:2) (0:2) (0:1)

John Labatt Centre, London/Ontario. - 500 Zuschauer.

Tore: 2. (1.07) Holden 0:1 (Ausschluss Kress!). 2. (1.45) Schymainski (Bahen, Buchwieser/Ausschluss Kress) 3. (2.27) Wichert 2:1 (Hilpert, Gyori). 13. Wrigley (Gyori, Reid; München mit sechs Feldspielern/Strafe angezeigt) 3:1. 21. (21.10) Buchwieser (Ausschluss Holden) 4:1. 22. Diaz (P. Fischer, Christen) 4:2. 30. Oppliger (Rüfenacht) 4:3. 38. Wrigley (Wycisk, Gyori) 5:3. 43. P. Fischer (Steinmann) 5:4. 51. McTavish (D. Camichel, DuPont/Ausschluss Vogl) 5:5. 63. Brunner (Holden/Ausschluss Bahen) 5:6.

Strafen: München 7-mal 2 Minuten, EVZ 5-mal 2 Minuten. Schüsse Total: München 27, Zug 31.

Zug: Zurkirchen / Markkanen; Diaz, P. Fischer; DuPont, Kress; Schefer, Snell; J. Fischer; Brunner, Holden, Schnyder; Christen, D. Camichel, McTavish; Steinmann, Oppliger, Rüfenacht; Lüthi, Loichat. - Bemerkungen: Zug ohne C. Camichel, Di Pietro, Frei (alle verletzt) sowie Blaser und Joss (überzählig).

Tabelle Euro-Can-Cup:
1. London Knights 1 Spiel / 3 Punkte (7:2). 2. EV Zug 1 Spiel / 2 Punkte (6:5) 3. EHC München 1 Spiel / 1 Punkt (5:6) 4. Black Wings Linz (2:7).

Das weitere Programm:
Nacht auf Freitag, 1.30 Uhr: München-Linz. ­
Samstag: Zug - Linz (20.00), München - London (1.30).
Sonntag, 22.00: Halbfinal. ­
Nacht auf Dienstag, 1.30: Final.

Modus:

Das beste Team nach der Qualifikationsphase ist automatisch für den Final qualifiziert; der Zweitplatzierte bestreitet einen Halbfinal gegen den Dritten.