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EHRGEIZIG: Livio Stadlers Lebensschule bei –35 Grad

Der 19-jährige Livio Stadler hat sich in Schweden als Mensch und Hockeyspieler weiterentwickelt. Beim EVZ will der Verteidiger nun seine Erfahrungen einbringen.
Sven Aregger
Lehrreiches Training: Livio Stadler erhält Anweisungen von Trainer Harold Kreis.

Lehrreiches Training: Livio Stadler erhält Anweisungen von Trainer Harold Kreis.

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

In Lulea kann das Leben ziemlich ungemütlich sein. Im schwedischen Norden sinken die Temperaturen bis auf minus 35 Grad, und im Winter sind nur drei Stunden Sonnenlicht am Tag nichts Ungewöhnliches. Als Livio Stadler vor einem Jahr in der 43 000-Einwohner-Stadt ankam, fühlte er sich einsam. Erstmals in seinem Leben wohnte er allein, er kannte niemanden im Ort und beherrschte die Sprache nicht. «Am Anfang war es schwierig», erinnert sich der 19-jährige Zuger. «Doch ich habe mich als Mensch und Hockeyspieler weiterentwickelt. Es war eine gute Lebensschule.»

Stadler ist ein Zuger Eigengewächs. Er hat alle Juniorenstufen im EVZ durchlaufen. Vor zwei Jahren gehörte der Verteidiger zum erweiterten Kader des Fanionteams und erhielt einige Einsätze in der NLA. Als Lulea Interesse anmeldete, ihn für die U20-Mannschaft auszuleihen, packte er die Chance. Er arbeitete hart in Schweden, von wo seiner Meinung nach die «besten Verteidiger der Welt» kommen. Nicht nur technisch und taktisch machte er Fortschritte, auch körperlich legte er zu. Innert eines Jahres trainierte sich der 1,83 m grosse Athlet 10 Kilo Masse an. Sein aktuelles Kampfgewicht: 84 Kilo. Besonders beeindruckt hat ihn aber die Einstellung der Schweden zum Hockey. «Wenn das Training offiziell um 9 Uhr beginnt, sind alle schon um 8 Uhr auf dem Eis», erzählt er. «Die Spieler haben einen extrem grossen Willen.»

Vater Peter Stadler steht Livio mit Rat und Tat zur Seite

Diese Mentalität will Stadler nun auch in Zug einbringen. Eigentlich war geplant, dass er noch ein weiteres Jahr in Lulea spielt. Aber durch die langwierige Verletzung des Defensivspezialisten Santeri Alatalo (Muskelabriss) hat der EVZ sein Verteidigertalent früher als erwartet zurückgeholt. Stadler sagt: «Natürlich ist die Verletzung unglücklich für Santeri. Aber ich bin stolz, dass ich nun die Möglichkeit erhalte, mich als Stammspieler in der National League zu etablieren. Davon träumte ich schon als Bub.» Livio Stadler tritt damit in die Fussstapfen seines Vaters Peter Stadler, der seinerzeit auch für den EVZ verteidigt hat. «Er hat mich immer unterstützt und weiss, worauf es im Hockey ankommt. Seine Tipps helfen mir sehr», sagt Livio, der wieder bei seinen Eltern in Steinhausen wohnt.

Der U20-Nationalspieler unterschrieb beim EV Zug einen Einjahresvertrag. Noch ist unklar, wann er die KV-Ausbildung in der klubeigenen Academy abschliesst. Den ersten Teil zum Büroassistenten hat er absolviert. Mit den EVZ-Verantwortlichen vereinbarte er, in der kommenden Saison voll auf die Karte Eishockey zu setzen. Nach Saisonende soll die Situation neu beurteilt werden. «Ich will jeden Tag besser werden, jeden Tag das Maximum erreichen», sagt der ehrgeizige Stadler. Wie das geht, hat er nicht zuletzt in Schweden gelernt.

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