Zug demonstriert gegen Davos Heimstärke

Der EV Zug gewinnt gegen den HC Davos mit 5:3 Toren. Anders als am Vortag zeigt der EVZ ein starkes Powerplay. Drei Treffer gelingen in Überzahl.

Daniel Gerber
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Zugs Raphael Diaz (rechts) hält sich den Davoser Fabian Heldner vom Leib. Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 5. Januar 2019)

Zugs Raphael Diaz (rechts) hält sich den Davoser Fabian Heldner vom Leib. Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 5. Januar 2019)

Diese Szene gab besonders zu reden: Davos-Verteidiger Lukas Stoop stiess den heraneilenden EVZ-Stürmer Dennis Everberg in Goalie Anders Lindbäck. Der erzürnte HCD-Keeper nahm die Justiz in die eigenen Hände, um sich an der Bande hinter dem eigenen Tor eine Keilerei mit Everberg zu liefern, die schnell zu einem Faustgefecht mit mehreren Feldspielern entbrannte.

Es war kein einfacher Abend für die Davoser. Öfters von den schnellen Zuger Linien überrannt, kassierte die Mannschaft von Trainer Harijs Vitolinsh immer wieder Strafen. Ähnlich wie beim eingangs erwähnten Techtelmechtel. Das Resultat: Acht Powerplay-Situationen für die Equipe von Dan Tangnes und drei Treffer in Überzahl. Noch am Vortag gegen die SCL Tigers nutzte der EVZ zehn Minuten im Powerplay nicht.

«Wir zeigten eine gute Reaktion auf die Niederlage gegen Langnau», bilanzierte Zug-Topskorer Lino Martschini. Aufrecht und tapfer stand der HC Davos im sportlichen Gegenwind, als die Bündner nach dem frühen 2:0 für den EV Zug gleich zwei Unterzahl-Situationen zu überstehen hatten. Das 3:0 schien nur eine Frage der Zeit.

Der fünfte Zuger Heimerfolg in Serie

Möglich, dass der Start den Zentralschweizern mit einem Doppelschlag innerhalb von 31 Sekunden etwas zu einfach gelang. Denn plötzlich wurde Davos-Captain Andres Ambühl sträflich allein gelassen. Er konnte alleine auf Schlussmann Tobias Stephan losziehen, diesen mit einem eleganten Move austricksen und zum Anschluss einschieben. Doch Zug reagierte mit einem starken Mitteldrittel: Mit einem Schussverhältnis von 26:5 (!) wurde ein 4:1-Vorsprung erarbeitet. Verschiedentlich zeigte der HCD eine gehörige Portion Frust, was von den Schiedsrichtern mit elf kleinen Bankstrafen quittiert wurde (im Vergleich mit fünf gegen Zug).

Der EV Zug empfing am Samstag den HC Davos. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)
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Pontus Widerstroem (Zug) gegen Dominic Buchli (Davos). (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)
Startschuss. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)
Davos' Goalie Anders Lindbaeck, Davos' Julian Payr und Zugs David McIntyre, von links, beim Tor zum 2-0 in der Bossard Arena in Zug. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Jubel bei Zugs Raphael Diaz, Dennis Everberg und Sven Senteler, von links. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Zugs Dennis Everberg, Davos'Goalie Anders Lindbaeck, Davos' Fabian Heldner und Davos' Marc Aeschlimann, von links. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Sven Senteler (Zug) schiesst gegen Torhüter Anders Lindbaeck (Davos) das Tor zum 1:0. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)
David McIntyre (Zug) schiesst gegen Torhüter Anders Lindbaeck (Davos) das Tor zum 2:0. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)
Dino Wieser (Davos) gegen Raphael Diaz (Zug). (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)

Der EV Zug empfing am Samstag den HC Davos. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)

Die beiden späten Davoser Tore, welche den 5:1-Vorsprung des Heimteams noch ein wenig schmelzen liessen, dürften den Fans aus dem Landwassertal keinen sonderlichen Trost spenden. Der Zuger Erfolg über den Rekordmeister ist der fünfte Heimsieg in Folge. Letztmals musste sich Zug auf eigenem Eis am 23. November (3:4 gegen Bern) geschlagen geben. «Diesmal starteten wir gut. Ich bin froh, dass wir das Spiel über weite Strecken im Griff hatten», analysierte Lino Martschini.

Das nächste Spiel – erneut auf eigenem Eis, diesmal gegen Lausanne – wartet am Freitag, 11. Januar. Dann sollte der vorsichtshalber geschonte Garrett Roe wieder mit dabei sein. Bald zurück erwartet werden Miro Zryd sowie Sven Leuenberger, letzterer weilt noch an der U-20-Weltmeisterschaft in Kanada. Nach drei Spielen in vier Tagen kommt die Pause für Zug jetzt nicht ungelegen. «Wir würden gerne weiterspielen. Aber so können wir im Training ein paar Sachen anschauen», so Martschini. Dazu zählt auch das Powerplay. Denn den drei Überzahl-Treffern zum Trotz: Zugs Powerplay ist weiterhin nur das achtbeste der Liga, mit einer Quote von 18,33 Prozent. Das Beste gehört dem HC Davos (21,05 Prozent).

Telegramm:

National League

Zug – Davos 5:3. Ambri – SCL Tigers 5:2. Bern – ZSC Lions 3:0. Biel – Fribourg-Gottéron 1:3. Genève-Servette – Lugano 6:3. Lausanne – Rapperswil 4:1.

1. Bern 30 19 2 1 8 86:51 62

2. Zug 30 19 1 2 8 97:64 51

3. Biel 31 16 1 3 11 99:85 53

4. Ambri 31 14 3 4 10 89:90 52

5. Lausanne 32 16 0 2 14 90:78 50

6. SCL Tigers 30 14 2 2 12 82:72 48

7. Fribourg 31 14 2 1 14 82:80 47

8. ZSC Lions 30 12 4 2 12 72:76 46

9. Servette 31 14 2 0 15 82:94 46

10. Lugano 30 13 1 2 14 94:84 43

11. Davos 29 7 2 0 20 64:105 25

12. Rapperswil 31 4 1 2 24 44:102 16

Zug – Davos 5:3 (2:1, 2:0, 1:2) 7188 Zuschauer. – SR Koch/Tscherrig, Altmann/Stuber.
Tore: 4. (3:36) Senteler (Diaz, Everberg/Ausschluss Kessler) 1:0. 5. (4:07) McIntyre (Martschini) 2:0. 15. Ambühl (Marc Wieser) 2:1. 29. Diaz (Stadler, Schnyder) 3:1. 40. (39:48) Diaz (Everberg/Ausschluss Heldner) 4:1. 55. Everberg (Suri, Martschini/Ausschluss Jung) 5:1. 57. Corvi (Ausschluss Everberg) 5:2. 60. (59:54) Lindgren (Marc Wieser) 5:3.

Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Zug, 11-mal 2 Minuten gegen Davos.
Zug: Stephan; Morant, Diaz; Schlumpf, Alatalo; Stadler, Zgraggen; Thiry; Lammer, Senteler, Everberg; Martschini, McIntyre, Simion; Widerström, Albrecht, Suri; Volejnicek, Zehnder, Schnyder.
Davos: Lindbäck; Payr, Du Bois; Buchli, Stoop; Heldner, Jung; Frehner, Heinen; Marc Wieser, Lindgren, Ambühl; Rödin, Corvi, Meyer; Pestoni, Bader, Dino Wieser; Kessler, Aeschlimann, Egli.

Bemerkungen: Zug ohne Klingberg, Haberstich, Zryd (alle verletzt), Leuenberger (U20) und Roe (rekonvaleszent), Davos ohne Hischier, Nygren, Sandell (alle verletzt), Paschoud (krank) und Barandun (U20). – Pfostenschüsse Simion, Diaz.