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Eine bittere Erfahrung, die Zug besser macht

Der EV Zug hat sich am Samstag ehrenvoll aus dem Titelkampf verabschiedet. Mit wertvollen Erfahrungen für künftige Abenteuer. Der SC Bern siegt 2:1 und ist zum 16. Mal Meister.
Klaus Zaugg
Auch Zugs Topscorer Lino Martschini konnte die Niederlage gegen den SC Bern nicht verhindern. (Bild: PPR/Marcel Bieri)

Auch Zugs Topscorer Lino Martschini konnte die Niederlage gegen den SC Bern nicht verhindern. (Bild: PPR/Marcel Bieri)

Die Hiobsbotschaft kommt, bevor der Puck eingeworfen wird. Topskorer Garret Roe, der Dynamo des Zuger Spiels, ist nicht dabei. Offiziell heisst es einfach, er sei «abwesend». Tatsächlich leidet er an einer Nackenverletzung. Da aber vor dem Spiel ja noch nicht feststeht, ob das Finale weiter geht, wird diese Verletzung richtigerweise verschwiegen.

Der Ausfall des flamboyanten Amerikaners ist gewiss gravierend. Aber nicht entscheidend. Die Zuger rücken zusammen, vereinfachen das Spiel und kommen schliesslich dem Sieg so nahe wie seit der Verlängerungs-Niederlage in der zweiten Partie (2:3) nie mehr.

Die Frage, warum es trotzdem nicht gereicht hat, liefert uns auch die Antwort auf die Frage, warum die Zuger dieses Finale verloren, warum sie die so gute Ausgangslage nach einem 4:1 im Startspiel in Bern nicht auszunützen vermochten.

Bern feiert den Meistertitel. (Bild: Pascal Müller / Freshfocus)Bern feiert den Meistertitel. (Bild: Pascal Müller / Freshfocus)
SCB-Trainer Kari Jalonen mit dem Pokal. (Bild: Marcel Bieri / Keystone)SCB-Trainer Kari Jalonen mit dem Pokal. (Bild: Marcel Bieri / Keystone)
Die Spieler feiern in der Garderobe. (Bild: Marcel Bieri / Keystone)Die Spieler feiern in der Garderobe. (Bild: Marcel Bieri / Keystone)
Bern-Torhüter Leonardo Genoni mit dem Pokal. (Bild: Marcel Bieri / Keystone)Bern-Torhüter Leonardo Genoni mit dem Pokal. (Bild: Marcel Bieri / Keystone)
Den Zuger Spielern blieb nur die Silbermedaille. (Bild: Marcel Bieri / Keystone)Den Zuger Spielern blieb nur die Silbermedaille. (Bild: Marcel Bieri / Keystone)
Enttäuschung bei Zugs Spielern und Staff nach dem Spiel. (Bild: Pascal Müller / Freshfocus)Enttäuschung bei Zugs Spielern und Staff nach dem Spiel. (Bild: Pascal Müller / Freshfocus)
Enttäuschung pur bei Reto Suri. (Bild: Pascal Müller / Freshfocus)Enttäuschung pur bei Reto Suri. (Bild: Pascal Müller / Freshfocus)
Berns Eric Blum trifft zum 2:1. (Bild: Urs Lindt / Freshfocus)Berns Eric Blum trifft zum 2:1. (Bild: Urs Lindt / Freshfocus)
Raphael Diaz (links) und Sven Leuenberger (Mitte) zeigen im letzten Drittel vollen Einsatz. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)Raphael Diaz (links) und Sven Leuenberger (Mitte) zeigen im letzten Drittel vollen Einsatz. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)
Zugs Goalie Tobias Stephan verteidigt sein Tor. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)Zugs Goalie Tobias Stephan verteidigt sein Tor. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)
Zugs Torhüter Tobias Stephan verteidigt gegen die Berner. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)Zugs Torhüter Tobias Stephan verteidigt gegen die Berner. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
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Zug verliert - Bern wird Schweizer Meister

Das Glück spielte den Bernern in die Karten

Die Hockeygötter waren nicht mit den Zugern. Sie machten wohl den guten Start (4:1 in Bern) möglich. Aber dann wandten sie sich bis zum Schluss dem SCB zu. Glück und Pech sind zwar nicht die entscheidenden Faktoren – aber sie spielten auffällig oft dem SCB in die Karten. Entscheidend ist allerdings etwas anderes, auch ein Faktor, der schwierig zu beeinflussen ist: die fehlende Erfahrung der Zuger. Sie hat sich in verschiedenen Formen gezeigt: in einer gewissen Naivität, in Überreaktionen, in viel gutem, manchmal gar überbordendem Willen, in fehlender Kaltblütigkeit.

Wir haben noch einmal in einem Spiel zusammengefasst ein Panorama des Zuger Misslingens gesehen. Es beginnt mit Pech (der Ausfall von Garett Roe). Darauf folgt eine Disziplinlosigkeit, die wir gnädigerweise überbordendem Willen zuordnen: Dominic Lammer schlägt unmittelbar nach der Schussabgabe Verteidiger Ramon Untersander den Stock ins Gesicht und kassiert dafür vier Minuten (die Partie wird übrigens mit einer ebenso naiven Strafe von Santeri Alatalo enden). Der SCB nützt den Ausschluss zum nicht unhaltbaren 1:0.

Tobias Stephan, so etwas wie der tragische Held dieses Finales, lässt sich in der nahen Ecke erwischen. Wie sich zeigen wird, ist dieser Treffer von immenser Bedeutung. Denn der SCB war im Spiel gegen Zug kein grosser SCB. Die Möglichkeit, mit einem Sieg den Titel zu gewinnen, hat mehr lähmende als stimulierende Wirkung. Sogar Leonardo Genoni, der mental «Unzerstörbare» schrumpft auf das Format eines normalen Goalies und kassiert zwei haltbare Tore zum 1:1 und zum 1:2. Aber diesem zweiten Treffer müssen die Linienrichter die Anerkennung versagen: SCB-Coach Kari Jalonen lässt nachprüfen, ob der Szene ein Offside vorausgegangen ist (Coaches Challenge). Und tatsächlich. Es war Offside.

Ein enttäuschender Ausgang für die Zuger

Vieles spricht dafür, dass der SCB in dieser Partie einen Rückstand nicht mehr hätte wettmachen können. Aber eben: «Hätte», «Könnte», «Sollte» zählen nicht. Die Wahrheit steht allein oben an der Anzeigetafel. Und dort sagen die Leuchtzahlen 2:1.

Die Niederlage in diesem letzten Spiel, der enttäuschende Ausgang der so hoffnungsvoll begonnenen Finalserie mag für die Zuger bitter schmecken. Aber es ist wie bei einer Medizin, die bitter schmeckt. Sie hilft. Die Erfahrung aus diesem Finale wird alle besser machen: den Coach und die Spieler. Der SCB hat nun in vier Jahren drei Titel gewonnen (2016, 2017, 2019) und viele Zeichen deuten eher auf ein Ende als auf eine Fortsetzung dieser grossen Dynastie. Für die Zuger aber könnte sich das Finale von 2019 einst im Rückblick als der Anfang einer ruhmreichen Ära erweisen. Zumal ja Meister-Goalie Leonardo Genoni für fünf Jahre zum EV Zug wechselt.

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