EISHOCKEY: Ambri-Sportchef Ivano Zanatta: «Hans Kossmann bleibt unser Trainer»

Die Abwärtsspirale bei Ambri dreht gnadenlos weiter: Das 1:3 beim EV Zug war bereits die fünfte Niederlage in Serie und die zehnte in den letzten elf Spielen. Laut dem Sportchef wird der Coach am Freitag aber nach wie vor der gleiche sein.

Andreas Ineichen
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Schwere Zeiten für Ambri: Coach Hans Kossmann (stehend), Adam Hall, Thibaut Monnet und Adrian Lauper (von links).Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 15. November 2016)

Schwere Zeiten für Ambri: Coach Hans Kossmann (stehend), Adam Hall, Thibaut Monnet und Adrian Lauper (von links).Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 15. November 2016)

Auf dem Blatt mit den Aufstellungen der beiden Mannschaften, das jeweils den Medienschaffenden verteilt wird, fehlte ausgerechnet sein Name. Auf der Zeile, wo Ambris Headcoach genannt sein sollte, stand nichts. Die ironische Frage, ob man in Zug schon Kenntnis habe über die Entlassung von Hans Kossmann, beantwortete Sportchef Reto Kläy lächelnd: «Ich weiss von nichts.»

Dafür standen eine Zeile weiter unten auf dem Blatt umso mehr Namen, und die sollten sich in der Tat negativ auswirken auf das, was später unten auf dem Eis geschah. Unter den Abwesenden wurden sowohl die verletzten Ausländer Matt D’Agostini und Mikko Mäenpää als auch die Routiniers Peter Guggisberg, Paolo Duca und Marc Gautschi aufgeführt. Diese Qualitätsminderung einer Mannschaft, die ohnehin nicht mit übermässig viel Talent gesegnet ist, war nicht zu verkraften. «Für uns ist das, als ob man den Zugern die ersten beiden Sturmreihen wegnehmen würde», verglich Ambris Sportchef Ivano Zanatta.

Kreis: «Erstes Drittel war wegweisend»

Der Tabellenletzte aus dem Tessin hatte im ersten Drittel nicht eine Torchance, weil er sich gegen Zugs kompakte Abwehrarbeit nicht durchsetzen konnte. Die Zuger hingegen nutzten ihre dritte, als während eines Spielerwechsels Ambris plötzlich Platz im Zentrum vorhanden war. Topskorer Lino Martschini, der schon in Fribourg (4:0) zweimal getroffen hatte, zog alleine auf Sandro Zurkirchen und bezwang den ehemaligen EVZ-Goalie zum 1:0. «Wir waren wie in den letzten Spielen von Anfang an parat. Das war wegweisend für den weiteren Spielverlauf», sagte Kreis später.

Erst nach 27 Spielminuten wurde auch Zurkirchens Gegenüber einer echten Prüfung unterzogen. Als Lukas Lhotak alleine vor Tobias Stephan auftauchte, zeigte der Goalie der Zuger, dass er bei der Sache ist. Und das ist in einem Spiel, in dem man nur sehr unregelmässig Arbeit kriegt, nicht immer einfach.

Stephan nach über 125 Minuten geschlagen

Zu diesem Zeitpunkt führte der Gastgeber bereits mit zwei Toren, weil ein versprungener Puck den Weg über Zurkirchen hinweg ins Tor gefunden hatte. Ambri war nie in der Lage, den EVZ vom 13. Saisonsieg abhalten zu können. Es ging für die Mannschaft nur noch darum, die fünfte Pleite in Serie nicht noch in eine Kanterniederlage auswachsen zu lassen.

Darum war es hilfreich, dass Kossmanns Team nach dem 0:3 durch Jarkko Immonen die Handbremse anziehen konnte. Adam Hall gelang eine Sekunde vor der zweiten Pause der Anschlusstreffer im Überzahlspiel. Stephan war nach genau 125 Spielminuten und 22 Sekunden wieder mal geschlagen. Dass damit der zweite Shutout in Folge verhindert war, störte ihn nicht. «Shutouts sind mir eigentlich egal», sagte Stephan. «Was zählt, sind Siege.»

Dem 56-jährigen Zanatta muss es aber zu denken gegeben haben, dass der 1:3-Anschlusstreffer seinem Team keinen positiven Schwung verlieh. Im Gegenteil: Ambri nahm sich im letzten Drittel mit drei weiteren Strafen das letzte Fünkchen Hoffnung, doch noch etwas reissen zu können.

Zanatta betonte: «Hans Kossmann ist einer der fähigsten Coaches, mit denen ich je zusammengearbeitet habe.» Und darum versicherte er, dass der gleiche Trainer am Freitag im Heimspiel gegen Lausanne an der Bande stehen wird: «Er bleibt.» Wird die schwarze Serie aber nicht bald beendet, kann auch er sich nicht den Mechanismen dieses Geschäfts entziehen.

Andreas Ineichen

Zugs Lino Martschini (rechts) unterhält sich mit Teamkollege Reto Suri. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
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Zugs Lino Martschini, Mitte trifft zum 1:0 in die Maschen. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Die Zuger Johann Morant, Josh Holden, Lino Martschini und Reto Suri (von links) freuen sich nach dem 1:0. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Die Zuger Johann Morant und Lino Martschini (links) freuen sich nach dem Tor. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Jubel bei den Zuger Jarkko Immonen (links) und Sven Senteler nach dem 2:0. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Jubel bei den Zugern Sven Senteler, Carl Klingberg und Jarkko Immonen (von links) nach dem 3:0. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Zugs Jarkko Immonen (Mitte) im Duell mit Ambri-Torhüter Sandro Zurkirchen. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Zug-Trainer Harold Kreis an der Bande. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Ambri-Trainer Hans Kossmann. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Zugs Rafael Diaz sucht eine Anspielperson. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Duell zwischen Zugs Josh Holden (links) und Ambris Jesse Zgraggen. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Die beiden Topskorer im Duell: Zugs Lino Martschini (links) gegen Ambris Cory Emmerton. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Zugs Sven Senteler enteilt den Ambri-Spielern Adam Hall und Adrien Lauper (rechts) . (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Zugs Dominic Lammer ist in Form. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

Zugs Lino Martschini (rechts) unterhält sich mit Teamkollege Reto Suri. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

 

Zug - Ambri-Piotta 3:1 (1:0, 2:1, 0:0)

6057 Zuschauer. - SR Fischer/Koch, Bürgi/Gnemmi. - Tore: 14. Martschini (Morant, Suri) 1:0. 27. Lammer (Peter) 2:0. 35. Immonen (Klingberg, Grossmann) 3:0. 40. (39:59) Hall (Ausschluss Diem) 3:1. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Zug, 5mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta. - PostFinance-Topskorer: Martschini; Emmerton.

Zug: Stephan; Diaz, Morant; Helbling, Grossmann; Schlumpf, Erni; Forhler, Simon Lüthi; Martschini, Holden, Suri; Klingberg, Immonen, Senteler; Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Nolan Diem, Schnyder.

Ambri-Piotta: Zurkichen; Fora, Zgraggen; Ngoy, Jelovac; Trunz, Collenberg; Sven Berger; Monnet, Emmerton, Janne Pesonen; Kostner, Hall, Lauper; Lhotak, Fuchs, Bastl; Berthon, Kamber, Bianchi.

Bemerkungen: Zug ohne Alatalo (verletzt), Ambri ohne Gautschi, D'Agostini, Mäenpää, Guggisberg und Duca (alle verletzt). - Ambri ab 57:56 ohne Torhüter.