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EISHOCKEY: Ausländer treffen nicht – na und?

Der EV Zug hat schwächere Ausländer als Schlusslicht Langnau. Grund zur Polemik? Nein, die ausländischen Spieler dominieren die Liga nicht mehr nach Belieben.
Klauz Zaugg
Er ist bisher noch ohne Tor: der schwedische EVZ-Flügel Carl Klingberg, hier im Spiel gegen den HC Davos (2:1).Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 17. September)

Er ist bisher noch ohne Tor: der schwedische EVZ-Flügel Carl Klingberg, hier im Spiel gegen den HC Davos (2:1).Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 17. September)

Befassen wir uns ein wenig mit Statistik. Also mit Fakten. Die Tabelle der NLA sagt:

3. Zug mit 13 Punkten und einem Torverhältnis von 18:16.

12. SCL Tigers mit 1 Punkt und einem Torverhältnis von 11:24.

Klare Verhältnisse also. Eine zweite Statistik fördert hingegen überraschende Fakten zu Tage. Die vier Ausländer des EV Zug (die Stürmer Jarkko Immonen, Carl Klingberg, Josh Holden und Dave McIntyre) haben bisher 13 Skorerpunkte (3 Tore) erzielt. Das ausländische Personal der SCL Tigers (die Stürmer Rob Schremp, Chris DiDomenico und Brendan Shinnimin sowie Verteidiger Ville Koistinen) produzierte hingegen bereits 16 Skorerpunkte (4 Tore). Die unpolemische, objektive Statistik sagt, dass Schlusslicht Langnau die besseren und treffsichereren Ausländer hat als das Spitzenteam EV Zug. Was die polemische Frage provoziert: Wo stünde der EV Zug mit besseren oder gar mit vier erstklassigen Ausländern? Also mit ehemaligem Personal wie Billy McDougall, Pierre-Marc Bouchard, Glen Metropolit, Linus Omark, Paul DiPietro oder Henrik Zetterberg? Wahrscheinlich auch auf dem 3. Tabellenrang.

Bedeutung der Ausländer nimmt ab

Dieser Vergleich zeigt nämlich noch etwas: Die Bedeutung der ausländischen Spieler nimmt ab. Die Ausländer dominieren die Liga (und das eigene Team) nicht mehr nach Belieben wie zu den Zeiten, als die Zuger Meister waren (1998). Bouchard war letzte Saison mit 67 Punkten aus 50 Spielen Liga-Topskorer. Oleg Petrow buchte in Zugs Meistersaison mit Ambri in 40 Partien 93 Punkte. Spieler, die heute dazu in der Lage sind, in der NLA mehr als 90 Punkte zu produzieren, haben in der NHL Millionenverträge. Hinzu kommt, dass die Schweizer viel besser geworden sind. In Zugs Meistersaison gab es noch keine Schweizer in der NHL. Inzwischen haben sie die wichtigste Liga der Welt erobert. Die Sportchefs verpflichten heute nicht mehr den besten fremdländischen Spieler, der zu haben ist. Sie stellen das Team mit Schweizern zusammen und ergänzen sie dann mit ausländischem Personal.

Dazu passt, dass Ambri seinen ersten Saisonsieg am Dienstag gegen Zug einem Schweizer verdankt: Peter Guggisberg versenkte den Sieg bringenden 22. Penalty. Keiner der sieben ausländischen Stürmer war zuvor dazu in der Lage gewesen, das Penaltyschiessen zu entscheiden.Bemühen wir noch einmal eine Statistik, die uns den wahren Unterschied zwischen Zug und Langnau erklärt. Bei Zug nehmen die vier ausländischen Spieler in der teaminternen Skorerliste die Positionen 3, 7, 8 und 14 ein. In Langnau sind es Platz 1, 2, 5 und 6. Die Differenz machen also nicht die Ausländer, sondern die Schweizer. Zugs Ausländer treffen nicht – na und?

Trainer nimmt Klingberg in Schutz

Ein vorwitziger Chronist hat Zugs Trainer Harold Kreis nach der Niederlage in Ambri (3:4 n. P.) mit dem Hinweis getröstet, seine Ausländer seien so schwach, dass er auch im Falle einer Krise gut schlafen könnte. Man würde in Zug, sollte es nicht laufen, erst einmal den Fehler bei den Ausländern suchen, etwa bei Carl Klingberg. Der Schwede ist statistisch unter den bisher 51 in der NLA eingesetzten Ausländern mit null Toren und zwei Assists die Nummer 44. Kreis liess die Kritik am schwedischen Flügel nicht gelten. «Die Statistik sagt nicht alles. Gerade Klingberg macht viele kleine Dinge, die sich nicht in der Statistik niederschlagen. Beispielsweise hat er im Spiel gegen Davos durch seine Störarbeit vor dem gegnerischen Tor einen Treffer ermöglicht. Dafür hätte er eigentlich einen Assistpunkt bekommen sollen.»

Klauz Zaugg

In Langnau vor dem Aus: Trainer Scott Beattie.

In Langnau vor dem Aus: Trainer Scott Beattie.

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