EISHOCKEY: Befreiungsschlag in Biel

Dank Reto Suri, etwas Glück und defensiver Solidität findet der EV Zug ­zurück in die Erfolgsspur: In Biel resultiert ein 3:2-Sieg.

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Zuger Jubel gestern in Biel: Nach drei Niederlagen in Serie endlich wieder ein Sieg. (Bild: EQ/Daniel Teuscher)

Zuger Jubel gestern in Biel: Nach drei Niederlagen in Serie endlich wieder ein Sieg. (Bild: EQ/Daniel Teuscher)

Nicola Berger, Biel

In der Ära des Trainers Harold Kreis hat der EV Zug erst eine Krise erlebt: Im Dezember 2014 verlor der EVZ fünf Partien am Stück, ehe das Team den Rank dank einem Auswärtssieg in Lugano wieder fand.

Es handelte sich beileibe nicht um eine Krise epischen Ausmasses, der EVZ beendete die Qualifikation ja auf dem vierten Platz, aber eine Duplizität der Ereignisse wollte man in Zug dennoch vermeiden. Dreimal in Serie hatten die Zuger das Eis zuletzt als Verlierer verlassen müssen, gegen Zürich, Gottéron und auch zuletzt im Duell mit Biel.

Doch gegen den Widersacher vom Samstag gelang es dem EVZ gestern, den Negativtrend zu stoppen: Im ersten Zuger Gastspiel in der neuen Tissot-Arena siegte der EVZ dank einer unspektakulären, aber konzentrierten Leistung mit 3:2. Die Väter dieses wichtigen Erfolgs waren schnell identifiziert: Da war der Torhüter Tobias Stephan, der sich nach einem durchwachsenen Wochenende auffing. Und da war vor allem der Flügelstürmer Reto Suri, der sich zum besten Spieler der Partie aufschwang. Der Nationalspieler markierte in der 21. Minute in Unterzahl den 1:1-Ausgleich und bereitete 11 Minuten später in Überzahl das zweite Saisontor von Dario Bürgler vor. Für Suri waren es die Skorerpunkte Nummer 11 und 12, sein Schnitt liegt bei einem Punkt pro Spiel, und im Vergleich zum soliden Vorjahr (39 Punkte) wirkt er noch einmal verbessert. Im EHC Biel herrscht derweil weiter Aufregung. Das 2:3 bedeutete die sechste Niederlage aus den letzten sieben Partien. Und natürlich gab es auch gestern kein anderes Gesprächsthema als den Flirt des Trainers Kevin Schläpfer mit der Nationalmannschaft. Der Coach war nach der Partie zwar auskunftsfreudig und sparte nicht mit Kritik an seinen Ausländern Olausson und Arlbrandt, zu den Verhandlungen mit dem Verband äusserst sich Schläpfer indes weiterhin nicht. Gestern sagte er bloss: «Man wird diesbezüglich noch von mir hören, ich weiss nur nicht wann.» Klare Worte fand dafür der Geschäftsführer Daniel Villard. Er sagte: «Das Verhalten des Verbands ist komplett daneben, wir sind dadurch in eine sehr belastende Situation gebracht worden.»

Eine Basis für Verhandlungen mit Swiss Ice Hockey sieht der Bieler Manager weiterhin nicht, er sagte: «Es ist schön, wenn Kevin Schläpfer den Traum hat, Nationaltrainer zu werden. Aber vor 2018 wird das nicht passieren.» So lange läuft Schläpfers Vertrag in Biel, eine Freigabe wird er gemäss Villard auch dann nicht erhalten, wenn der Verband doch noch bereit sein sollte, eine Ablöse zu entrichten. Villard sagte: «Wir haben keine Schmerzgrenze.»