EISHOCKEY: Bouchard: «Ich kann noch mehr»

Pierre-Marc Bouchard hat sich im EVZ als elektrisierendes Element bereits einen Namen gemacht. Der Topskorer kann sich vorstellen, noch einige Zeit in Zug zu spielen.

Nicola Berger
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Topskorer Pierre-Marc Bouchard verlängert seinen Vertrag in Zug bis 2017. (Bild: Keystone)

Topskorer Pierre-Marc Bouchard verlängert seinen Vertrag in Zug bis 2017. (Bild: Keystone)

Nicola Berger

Es ist Sonntagabend, und Pierre-Marc Bouchard (30) steht in den Katakomben der Resega in Lugano. Der wenige Minuten zuvor erkämpfte 4:2-Sieg im Südtessin ist seiner Laune sehr zuträglich, er sagt: «So ein Erfolgserlebnis ist schon eine schöne Sache.»

Bouchard hatte daran entscheidenden Anteil, beim 1:1-Ausgleich von Sandro Zangger assistierte er und sonst war er neben dem Doppeltorschützen Lino Martschini das primäre belebende Element in der Zuger Offensive.

Martschini und Bouchard zeichneten hauptverantwortlich für das Ende der Zuger Krise, nach fünf Niederlagen in Serie, und gerade für den Kanadier war das von Bedeutung. Schliesslich hat er sich in diesem Winter auch schon mit den unerfreulichen Seiten des Geschäfts auseinandergesetzt gesehen.

Trainerentlassung in Kanada

Bouchard ist Besitzer und Präsident der Chicoutimi Saguenéens in der kanadischen Juniorenliga Québec Major Junior Hockey League (QMJHL). Die Organisation hat neben Bouchard unter anderen die in der Schweiz bestens bekannten Dan Marois, Alan Haworth und David Desharnais hervorgebracht. In der laufenden Saison blieb der Erfolg aus; am 29. November mussten deshalb General Manager Marc Fortier und Coach Patrice Bosch gehen. Bouchard sagt dazu: «Entlassungen sind immer brutal. Das hat keinen Spass gemacht.»

Entsprechend unternimmt Bouchard alles, um in Zug ähnliche Vorgänge zu vermeiden: Mit elf Toren und 24 Assists firmiert er teamintern als produktivste Kraft, in jeder Partie streift er «dieses seltsame Trikot» über, wie Pierre-Marc Bouchard das Topskorerdress nennt.

Zug ist für den Frankokanadier ja die erste Destination in Europa, nach 614 NHL-Partien und Einkünften von 29,2 Millionen Dollar. In der Schweiz ist für ihn nicht nur das skurrile Trikot neu, sondern auch: die Laufwege, das Tempo, der Spielrhythmus. Der NLA-Spielplan mit seinen Doppelrunden zum Wochenende unterscheidet sich massgeblich von den Ansetzungen in der NHL. Bouchard sagt, die Umstellung sei ihm nicht leicht gefallen. «Nach einer Woche Pause ist es nicht immer einfach, im ersten Spiel vom Wochenende sofort im Saft zu stehen.» Die grösste Veränderung, sagt Bouchard, sei jedoch die grössere Spielfläche in Europa. Das kommt ihm entgegen mehr Platz bedeutet auch mehr Raum zur Entfaltung. Bouchard sagt: «Die Umgewöhnungsphase dauert noch an. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich die Fläche noch besser nutzen könnte.»

Zukunft bald geregelt?

Im Umkehrschluss bedeutet das: Bouchard traut sich noch mehr zu. «Ja, ich kann noch mehr», sagt er. Und er ordnet der Maxime, dem EV Zug zum Erfolg zu verhelfen, alles unter. Die Teilnahme am Spengler-Cup für das Team Canada sagte er ab, weil ihn ein paar kleinere Blessuren plagen und er keine Risiken eingehen will. Er sagt: «Der EVZ hat Priorität.» Gleiches gilt für Bouchards Zukunft. Die Vertragsverhandlungen zwischen dem EVZ und Bouchards Agenten Daniel Giger sind im Gang, noch feilen die Parteien an Details. Bouchard sagt: «Für mich ist es ungewohnt, so früh schon über die Zukunft zu sprechen. Aber mir gefällt es in Zug, und ich kann mir durchaus vorstellen, langfristig hier zu spielen.»

Der EV Zug wird sich dagegen nicht wehren.

NLA-Topskorer

1. Pettersson (Lugano) 49 Punkte (27 Tore/22 Assists)

2. Bouchard (Zug) 35 (11/24)

3. Plüss (Bern) 32 (16/16)

4. Pouliot (Fribourg-Gottéron) 32 (14/18). 5. Paulsson (Davos) und Wick (ZSC Lions) je 32 (12/20). 7. Danielsson (Rapperswil-Jona Lakers) 30 (12/19). 8. D’Agostini (Geneve-Servette) 26 (10/16). 9. Kamber (Biel) 26 (7/19). 10. Hall (Ambri-Piotta) 24 (10/14).