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EISHOCKEY: Das defensive Gewissen im EVZ

Verteidiger Dominik Schlumpf (26) ist ein Teamspieler, wie ihn sich jeder Trainer wünscht. Mit seiner vorbildlichen Einstellung darf er sich gute Chancen auf einen Platz im Olympiateam ausrechnen.
Sven Aregger
Unauffällig, aber wirkungsvoll: EVZ-Verteidiger Dominik Schlumpf überzeugt durch Konstanz. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 7. November 2017))

Unauffällig, aber wirkungsvoll: EVZ-Verteidiger Dominik Schlumpf überzeugt durch Konstanz. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 7. November 2017))

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Dominik Schlumpf hat eine künstlerische Ader. In seiner Freizeit malt er gerne auf Leinwand. Mit Acrylfarben, Sand und Steinmehl schafft er abstrakte Kunstwerke, die er dann und wann auch seinen Kollegen verschenkt. «Das Malen ist ein guter Ausgleich zum Sport», sagt der 26-jährige Zürcher. Man kann sich diesen bärtigen jungen Mann gut vorstellen, wie er zum Pinsel greift und mit Ruhe und Geduld seinem Hobby nachgeht. Denn Schlumpf ist kein Blender. Er ist ein stiller, fast schon scheuer Zeitgenosse. Das Rampenlicht überlässt er anderen.

So zurückhaltend der Verteidiger als Typ ist, so unauffällig verrichtet er seine Arbeit auf dem Eis. In seinem Fall ist das ein Kompliment. Schlumpf ist so etwas wie das defensive Gewissen im EV Zug. Eine Vorzeigefigur für den Mannschaftssport Eishockey. Ein aufopferungsvoller Kämpfer, der sich ganz in den Dienst des Teams stellt. Er wirft sich in Zweikämpfe und blockiert Schüsse, damit seine Mitspieler glänzen können.

Mit seinem soliden, sicheren und schnörkellosen Spiel ist er ein wichtiges Puzzleteil im Zuger Defensivverbund. «Dominik ist die Beständigkeit in Person», lobt sein Trainer Harold Kreis. «Er hat kaum Leistungsschwankungen und repräsentiert einen Grossteil unserer defensiven Stabilität.»

Der Pakt mit Trainer Kreis

In seinen ersten beiden Saisons in Zug war das noch anders. Schlumpf, der die Juniorenstufen erst im Zürcher SC und dann in Quebec absolviert hatte, war 2014 von Lugano zum EVZ gestossen. Seine Leistungen waren damals noch unkonstant. So schloss er im Frühjahr 2016 einen Pakt mit Kreis. Er sollte fortan der Spieler in der Organisation sein, der am härtesten arbeitet. «Ich habe mir die Aussprache zu Herzen genommen. Und das tue ich auch heute noch», erzählt Schlumpf, der einen Vertrag bis 2019 besitzt.

Seine vorbildliche Arbeitsauffassung ist auch in der Schweizer Nationalmannschaft gefragt. Er gehörte im Frühling 2017 zum Weltmeisterschaftsteam in Paris. Und zuletzt spielte er am Spengler-Cup ein überzeugendes Turnier, wobei er auch offensiv glänzen konnte. Zwei Tore und ein Assist liess er sich notieren, was recht ungewöhnlich ist für den Verteidiger, der seine Rolle vor allem defensiv interpretiert. Aber Schlumpf, der in dieser Saison auch in Zug vermehrt mit Toren auf sich aufmerksam macht, sagt: «Ich wusste schon immer, dass ich mehr Potenzial in der Offensive habe. Schon letzte Saison habe ich Chancen kreiert, jetzt fallen die Schüsse einfach eher rein.» Auch wenn aus Schlumpf in diesem Leben kein Stürmer mehr wird, darf er sich gute Chancen ausrechnen, dass sein Name Mitte Januar im Olympiaaufgebot von Nationaltrainer Patrick Fischer steht. «Die Olympischen Spiele sind ein Traum. Und dass es mir am Spengler-Cup gut gelaufen ist, ist sicher ein Vorteil.»

Annäherung ans höchste Level

Vorerst konzentriert sich Schlumpf aber auf den Liga-Alltag. Vor den beiden Spielen gegen Davos (siehe Box) sagt er: «Wir wollen uns immer weiter steigern, sodass wir unseren Peak erreichen, wenn Anfang März die Playoffs beginnen.» Dazu gehört auch, dass die Zuger ihr Spiel über 60 Minuten durchziehen können. Das hat in dieser Saison nicht immer funktioniert. Auch zuletzt beim 6:3-Heimsieg gegen den Lausanne HC erlaubte sich der EVZ eine Schwächephase, welche die Westschweizer zum zwischenzeitlichen Ausgleich nutzten. «Solche Aussetzer können wir uns in den Playoffs nicht leisten. Daran müssen wir arbeiten», betont Dominik Schlumpf. Wie das geht, lebt der seriöse Teamplayer jeden Tag vor – auch wenn er dabei nicht im Mittelpunkt steht.

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