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EISHOCKEY: Das Dilemma der Spitzenklubs

In der Bossard-Arena kommt es heute (19.45) zum Spitzenkampf zwischen Zug und den ZSC Lions. Mittendrin: die Urgesteine Josh Holden und Mathias Seger (beide 38). Sie stehen vor einer ungewissen Zukunft.
Jonas von Flüe
Ihre Personalien werden kontrovers diskutiert: Mathias Seger (links) und Josh Holden. (Bilder: Urs Lindt und Marc Schumacher/Freshfocus)

Ihre Personalien werden kontrovers diskutiert: Mathias Seger (links) und Josh Holden. (Bilder: Urs Lindt und Marc Schumacher/Freshfocus)

Jonas von Flüe

Es gibt zahlreiche Parallelen. Beide werden bald 39-jährig, beide sind Identifikationsfiguren und beide haben einen Ende Saison auslaufenden Vertrag. Die Urgesteine Josh Holden und Mathias Seger stehen vor einer ungewissen Zukunft. «Ich will ein weiteres Jahr Hockey spielen», sagt Holden, der Captain des EV Zug. Seger, sein Pendant bei den ZSC Lions, meint: «Eine Weiterverpflichtung muss Sinn machen – und zwar für beide Seiten.»

Die Personalien der Führungsspieler werden kontrovers diskutiert und bringen die Vereinsführungen des EV Zug und der ZSC Lions in ein Dilemma. Es stellt sich die Frage, wie man mit einem langjährigen, verdienten Spieler umgeht, der den eigenen Verein seit Jahren prägt, jedoch seinen Zenit langsam, aber sicher überschritten hat.

Holdens Pass kommt frühestens 2018

Bei Holden gestaltet sich der Fall schwierig. Der Kanadier bestreitet bereits seine neunte Saison im EVZ-Trikot, hat in 434 Partien 426 Punkte gesammelt. Seit dieser Saison ist er Captain. Punktemässig liegt er auf dem Niveau der letzten Jahre – und doch ist eine Vertragsverlängerung alles andere als sicher. Holden sagt: «In Zug zu bleiben wäre für mich das Grösste. Ich messe mich gerne mit den Jungen und merke, dass ich noch genug Benzin im Tank habe.»

Sportchef Reto Kläy meint: «Wir müssen schauen, auf welcher Position Handlungsbedarf besteht – und zwar losgelöst von Personen.» Dies soll bekanntlich erst nach der Saison geschehen, denn «dann besteht für ausländische Spieler im Gegensatz zu Schweizern noch ein Markt».

Seit 2005 lebt Holden in der Schweiz. Frühestens im Juli 2017 kann er den Schweizer Pass beantragen. Sicher bis 2018 würde er das Ausländerkontingent weiterhin belasten. «Der Pass wäre schön für meine Familie, denn wir fühlen uns hier in Zug sehr wohl. Fürs Hockey bringt er mir aber nicht viel», sagt Holden.

Seger bekundet Mühe im Konkurrenzkampf

Im ZSC ist das Dilemma vielleicht gar noch grösser. Denn Seger ist mehr als ein Publikumsliebling: Er ist Rekord-Nationalspieler, mit 1094 Partien Rekord-NLA-Spieler und seit elf Jahren Captain. Fünf Mal wurde er mit den Lions Meister. Seger erfüllt in der Garderobe immer noch eine sehr wichtige Rolle, er sei das Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainerstaff, wie der Verteidiger sagt.

Doch auf dem Eis bekundet Seger im erbarmungslosen Konkurrenzkampf der Zürcher defensiv Mühe. Zehn Verteidiger umfasst das Kader. Das Schweizer Eishockey wird immer schneller, Seger wegen seines Alters eher langsamer. Erste Gespräche hat es zwischen Sportchef Edgar Salis und Captain zwar gegeben, konkreter soll es aber erst im Dezember oder im Januar werden. Seger sagt: «Es könnte meine letzte Saison sein. Deshalb versuche ich, die Zeit auf dem Eis zu geniessen.» Ein Transfer zu einem anderen Klub? Nach über 17 Jahren beim ZSC undenkbar. Eher dürfte er einen guten Posten innerhalb der riesigen Organisation antreten.

Es ist also durchaus möglich, dass es heute in der Bossard-Arena zu einem der letzten Aufeinandertreffen der beiden Urgesteine kommt. Besser könnte die Affiche nicht sein: Der Zweite empfängt den Ersten. Holden sagt: «Auf solche Spiele freue ich mich besonders.» Auch als 38-Jähriger liebt er seinen Beruf noch wie am ersten Tag.

Morant fehlt drei weitere Spiele

Sperre. Der EV Zug muss heute auf Johann Morant verzichten. Der Verteidiger wurde für seinen Check am letzten Samstag gegen den Kopf von Johan Fransson für vier Spiele gesperrt – eine Sperre hat er bereits abgesessen. Zudem muss er eine Busse von 2920 Franken bezahlen. Fehlen werden auch die verletzten Reto Suri und Santeri Alatalo. Nolan Diem ist fraglich. Im Cup-Halbfinal trifft der EVZ am 4. oder 5. Januar auswärts auf Servette.

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