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EISHOCKEY: Das geläuterte Raubein

Der EVZ-Verteidiger Johann Morant hat in der Szene einen schlechten Ruf. Jetzt macht er aber in einer sehr positiven Art Werbung für sich. Davoser Spieler haben das schon verschiedentlich gespürt.
Marco Morosoli
Johann Morant (links) entwischt mit dem Puck, während Teamkollege Fabian Schnyder seinen Davoser Gegenspieler Sven Jung (am Boden) in Schach hält. Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 23. März 2017)

Johann Morant (links) entwischt mit dem Puck, während Teamkollege Fabian Schnyder seinen Davoser Gegenspieler Sven Jung (am Boden) in Schach hält. Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 23. März 2017)

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Wer in die Maske einer Internet-Suchmaschine den Namen Johann Morant eingibt, der findet einige wenig schmeichelhafte Begriffe, die dem EVZ-Verteidiger angehängt werden. «Hitzkopf» ist noch die sanfteste Bezeichnung für den in Belfort ­geborenen Franzosen mit Schweizer Lizenz. Fakt ist: Der 30-Jährige ist für rüde Attacken in seiner Karriere schon länger aus dem Verkehr gezogen worden. Doch mittlerweile scheint er sich eines Besseren besonnen zu haben. In der Playoff-Viertelfinalserie versuchten Genfer Spieler, ihn mit dem einen oder anderen Mätzchen zur Weissglut zu treiben. Ihre Versuche erwiesen sich als erfolglos. Und auch jetzt in der Halbfinalserie gegen Davos ist der Verteidiger mit der grossen physischen Präsenz auch in heissen Situationen für seine Begriffe schon fast die Ruhe selbst. Er hat mit dieser Spielart auch schon Strafen für sein Team herausgeholt.

Morant ist sich bewusst, dass er in der Eishockeyszene für viele «das schwarze Schaf» ist. Ein Ruf, den er nicht so schnell loswerden dürfte. Er will hingegen alles dafür tun, dass Meldungen über ihn künftig nicht mehr mit einem negativen Unterton versehen sind: «Ich kann dem Team auf dem Eis besser helfen als auf der Strafbank.» Seine Wandlung will er dann aber auch nicht so verstanden wissen, dass er bald lammfromm auf dem Eis herumkurvt: «Ich werde weiterhin hart, aber fair spielen.» Dann fügt er noch an: «Ich habe mich verbessert, aber seither sicher nichts an meinem Spielstil verändert.»

Kreis hält viel von seinem Verteidiger

Auch der EVZ-Headcoach Harold Kreis lobt die Präsenz von Johann Morant: «Er ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Er steckt viel ein und tut dies für das Team.» Kreis sagt auch, dass ihn alles, was über Morant in den Zeitungen veröffentlicht worden sei, nie interessiert habe: «Ich res­pektiere ihn als Eishockeyspieler.» Zugs Chef an der Bande attestiert Morant: «Er spielt stark und macht seinen Job richtig.» Morant spielt neben Rafael Diaz, der ja bekanntlich auch offensives Blut in seinen Adern hat, den Part der defensiven Absicherung. Und diesen spielt er gut.

Für nicht wenige Stürmer ist Morant hingegen ein rotes Tuch. Dabei spielt Johann Morant auch oft in Phasen, in denen ein Zuger auf der Strafbank sitzt. In den bisher sechs Playoff-Spielen ist der Abwehrspieler etwas über 90 Minuten auf dem Eis gestanden. 23 Minuten und 18 Sekunden lang davon hat er geholfen, in Unterzahl Tore zu verhindern. Das wird auch heute Abend (19.45, Bossard-Arena) beim dritten Playoff-Halbfinalspiel gegen Davos nicht anders sein. Wie erklärt sich Morant den guten Lauf des EVZ mit sechs Playoff-Siegen in Serie? Er hat dafür eine einfache Erklärung: «Wir spielen und arbeiten hart. Dabei spielen wir in der Defensive sehr solide. Und dazu tragen nicht nur wir Verteidiger, sondern auch die Stürmer bei.» Morant weiss, dass der EVZ mit bisher zwei Siegen gegen Davos noch nichts gewonnen hat: «Wir müssen so weitermachen wie bisher.» Und Morant setzt noch einen drauf: «Wenn wir so gut spielen wie in Davos, dann wird es für die Bündner hart werden, uns zu schlagen.» Mit der Zahl der Playoff-Siege ist auch das Zuger Selbstvertrauen gewachsen.

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