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EISHOCKEY: Der EV Zug ist gescheitert

Der Qualifikationszweite EV Zug scheidet bereits im Viertelfinal aus: Die ZSC Lions gewinnen in Zug dank eines Overtime-Tors durch Reto Schäppi 3:2 und in der Serie 4:1.
Enttäuschte EVZ-Spieler nach Spielschluss. (Bild: Daniela Frutiger / Freshfocus (Zug, 20. März 2018))

Enttäuschte EVZ-Spieler nach Spielschluss. (Bild: Daniela Frutiger / Freshfocus (Zug, 20. März 2018))

Klaus Zaugg


Jemand muss der Sündenbock sein. Die Gesetze des Showsports wollen es so – und Hockey-Playoffs sind nun mal eine Show. Auf sehr gutem Niveau. Vom Ende her erzählt – also im Wissen um den Ausgang dieses aufwühlenden Spiels – heisst dieser Sündenbock Timo Helbling. Titanen wie er sind halt auch nur Menschen. Ausgerechnet dieser Routinier – gestählt aus mehr als 1000 Spielen in Nordamerika, in Finnland, in der NLA und mit der Nationalmannschaft – steht am Anfang des Untergangs. Er schiesst die Scheibe in der letzten Minute des zweiten Drittels übers Plexiglas. Die Strafe nützen die Zürcher zum Ausgleich (1:1), und 20 Sekunden später führen sie 2:1. In 20 Sekunden fast alles verspielt. Nun hätten ihn seine Mitstreiter noch aus der Rolle des Sündenbocks befreien können. Sie schafften den Ausgleich und retteten sich in die Verlängerung.

Aber nach 10 Minuten und 2 Sekunden in der Verlängerung kommt das Saisonende. Nach der Videokonsultation zählt der Treffer von Reto Schäppi zum 2:3. Und damit steht auch fest: Die gestrige Partie war die letzte von Timo Helbling im Dress des EV Zug. Und so scheiden die Zuger nach ihrem wahrscheinlich besten Saisonspiel aus. Mit Ausnahme der 20 Sekunden, die von den Zürchern zur Wende (vom 0:1 zum 2:1) genutzt wurden, und einer Szene in der Verlängerung hatte Zug alles im Griff. Alles richtig gemacht. Alle Rückschläge überwunden. Leidenschaftlich gekämpft, gelitten, gehofft, gejubelt – um am Ende doch mit leeren Händen dazustehen. Wie ein Ferrari ohne Gaspedal Natürlich ist nicht Timo Helbling alleine verantwortlich für das Scheitern. Verloren haben die Zuger diese Serie vor allem in der zweiten Partie in Zürich (4:5) und anschliessend im dritten Spiel (2:3) auf eigenem Eis.

Und nicht einmal in erster Linie wegen der «Blackouts», die uns in Erinnerung bleiben werden wie diese «schwarzen zehn Sekunden». Die Zuger scheiterten letztlich in der Offensive. Sie vermochten ihre Laufmeter, ihr Talent und ihre Wasserverdrängung zu wenig in Tore umzumünzen. Warum? Man kann dieses Versagen blumig so erklären: Die Zuger mahnten in den wichtigsten Partien der Saison an einen offensiven Ferrari ohne Gaspedal. Aber zu streng darf nicht geurteilt werden: Eishockey ist ein unberechenbares Spiel, das auf einer rutschigen Unterlage gespielt wird – mit dieser Allerweltsweisheit kommt man der Wahrheit wahrscheinlich am nächsten. Trotzdem: Das frühe Out ist für die Zuger eine herbe Enttäuschung.

Der Zuger Carl Klingberg (in Blau) liegt am Boden, der überragende ZSC-Keeper Lukas Flüeler hat wieder «dichtgehalten». (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Zug, 20. März 2018))

Der Zuger Carl Klingberg (in Blau) liegt am Boden, der überragende ZSC-Keeper Lukas Flüeler hat wieder «dichtgehalten». (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Zug, 20. März 2018))

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