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EISHOCKEY: Der EV Zug rockt wieder

Mit dem Sieg in Biel hat der EVZ einen ersten Schritt aus dem Tief gemacht. Nach dem Spiel ist die Erleichterung bei Trainer und Spielern spürbar. Doch die Zuger müssen ihren Aufwärtstrend nun bestätigen – am besten schon am Donnerstag gegen Genf.
Sven Aregger
Auf dem Weg zur alten Form: Zug-Stürmer Lino Martschini (in Blauweiss). (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Biel, 14. November 2017))

Auf dem Weg zur alten Form: Zug-Stürmer Lino Martschini (in Blauweiss). (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Biel, 14. November 2017))

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Das Spiel in Biel war erst einige Minuten vorbei, als Harold Kreis im Kabinentrakt über Rock und Pop sprach. Aus der Garderobe der Zuger dröhnten pumpende Bassklänge. In Abwesenheit des verletzten Verteidigers Robin Grossmann betätigt sich der Schwede Carl Klingberg nach Siegen des EVZ als DJ. Trainer Kreis erzählte also mit einem Augenzwinkern, dass ihm der Musikgeschmack von Klingberg lieber sei, der Stürmer spielt gerne Rock und Rap ab. Grossmann ­dagegen sei eher der Pop- und Schlager-Typ. «Aber das ist nicht so meine Sache», sagte Kreis und nannte sogleich einige Rockbands, die er mag: Led Zeppelin, Deep Purple, AC/DC.

Dass sich Kreis nach einem Spiel gelassen in ein Gespräch über Musik verwickeln lässt, hat Seltenheitswert. Es zeugt davon, dass wohl auch ihm eine Last von den Schultern gefallen ist. In sieben Meisterschaftspielen hintereinander war der EVZ sieglos geblieben. Beim 4:1-Erfolg in Biel beendete er diese Negativserie. Kreis, der nicht gerne über Druck spricht, sagte: «Das tut uns gut.» Man könnte es auch so ausdrücken: Der EVZ rockt wieder.

Martschini blüht neu auf

Die Erleichterung war nicht nur dem Trainer anzumerken. Auch die Spieler konnten endlich wieder mit einem Lächeln im Gesicht das Eis verlassen. «That feels much better», rief der kanadische Center David McIntyre auf dem Weg in die Kabine, wo CEO Patrick Lengwiler und Präsident Hans-Peter Strebel dem Team zum Sieg gratulierten. Auch Lino Martschini strahlte. Der begnadete Techniker scheint auf dem Weg zurück zur alten Form zu sein. Nach einer 13 Spiele dauernden Durststrecke ohne Tor blüht er neben seinen neuen Linienpartnern Viktor Stalberg und Garrett Roe merklich auf. In den letzten drei Spielen kam er auf 6 Skorerpunkte (3 Tore, 3 Assists). Er habe wieder ein gutes Gefühl beim Abschluss, sagte er. Dieses Selbstvertrauen, das für einen Stürmer so wichtig ist, war ihm zuvor etwas abhandengekommen. Gegen Biel zeigte er, was in ihm steckt. Mit einem Tor, zwei Vorlagen und weiteren guten Aktionen war er der auffälligste Akteur auf dem Eis.

Bemerkenswert verlief auch das Debüt von Neuzugang Larri Leeger. Der Verteidiger, der zuletzt in 40 Partien für Gottéron nie getroffen hatte, war gleich in seinem ersten Spiel für den EVZ erfolgreich. «Ich bin froh, dass ich zu den drei Punkten beitragen konnte», sagte Leeger. Er betonte jedoch, dass seine Aufgaben primär in der Defensive liegen. Und dort hat er seine Pflicht erfüllt. Gemeinsam mit Rückkehrer Santeri Alatalo brachte er mehr Ordnung in die Zuger Abwehr. Die Verteidigung wirkte kompakter, stabiler und stilsicherer als noch in den letzten Spielen. Sie gestand dem Gegner nur wenige hochkarätige Chancen zu. «Die Abstimmung fehlt da und dort noch», sagte Leeger. «Aber nach ein paar Shifts ist es einfach ein Hockeyspiel.» Kreis lobte Leeger und Alatalo: «Dank ihrer Erfahrung können sie mit Druck umgehen. Sie sind sicher an der Scheibe und bringen sie zügig aus der eigenen Zone.» Besonders hob der Trainer die Intensität seiner Mannschaft hervor. «Wir haben hart gearbeitet. Im Spielaufbau, in den Zweikämpfen, im Fore­checking, mit und ohne Scheibe.»

Zug hat damit den ersten Schritt aus dem Tief gemacht. «Wenn wir so spielen, haben wir gegen jedes Team eine Chance», betonte Kreis. Aber noch ist es zu früh, um von einem Befreiungsschlag zu reden, zumal Tabellennachbar Biel einen fehlerhaften Abend einzog. Der EVZ muss diese Leistung erst bestätigen können. Heute in Genf und am Freitag gegen Ambri hat er die Gelegenheit dazu. «Wir dürfen jetzt nicht alles schönreden», warnte Martschini, auch im Wissen darum, dass die Zuger im letzten Drittel nicht mehr so konsequent auftraten. «Erst am Ende dieser Woche werden wir sehen, ob wir einen wichtigen Schritt vorwärts- gemacht haben.»

Der lang ersehnte Sieg gibt dem EVZ Zuversicht für die nächsten Aufgaben. Martschini sagte: «Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn nach einem Spiel Musik in der Garderobe läuft.» Es bedeutet nämlich, dass der EVZ gewonnen hat. Und so lange der EVZ siegt, wird Trainer Harold Kreis auch mit Pop leben können.

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