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EISHOCKEY: Der EVZ übt das Vergessen

Der EV Zug kehrt am Sonntag an jenen Ort zurück, an dem er zwei der bittersten Niederlagen der Ära von Harold Kreis erlebte: ins Zürcher Hallenstadion.
Nicola Berger
Es ist der 27. Januar 2015, als in den Gesichtern von Zugs Stürmer Nolan Diem (links) und ZSC-Flügel Patrik Bärtschi die Entwicklung des Spiels abzulesen ist. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Es ist der 27. Januar 2015, als in den Gesichtern von Zugs Stürmer Nolan Diem (links) und ZSC-Flügel Patrik Bärtschi die Entwicklung des Spiels abzulesen ist. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Nicola Berger

Für den 56-jährigen Harold Kreis ist das Hallenstadion eine Stätte des Triumphes. Eigentlich. Denn in Zürich-Oerlikon führte er die ZSC Lions einst im sechsten Spiel des Playoff-Finals gegen Servette zur sechsten Meisterschaft der Vereinsgeschichte. 2007/08 war das, für Kreis war es bis dato der letzte Titelgewinn.

Der EVZ-Trainer verbindet also wunderbare Erinnerungen mit dem heutigen Spielort, doch im letzten Winter veränderte sich die Gefühlslage. Natürlich, keine Niederlage traf den Coach härter als die vier verlorenen Partien im Playoff-Viertelfinal gegen den HC Davos. Aber die Misserfolge von Zürich folgten in dichtem Abstand.

Ein Unterschied wie Tag und Nacht

Die Antwort auf die Frage nach dem Wieso fällt nicht schwer. In Zürich kann man verlieren, als SC Bern, als Gottéron, und auch als EV Zug. Aber die Art und Weise, wie der EVZ dem ewigen Widersacher aus Zürich am 16. September 2014 und 27. Januar 2015 unterlag, war schmerzhaft.

Zwei Mal spielten sich die Zuger im Startdrittel in einen rauschartigen Zustand. Zwei Mal führten sie nach jeweils 20 Minuten mit 4:0. Und zwei Mal genügte die Marge nicht, um auch nur einen einzigen Zähler aus Zürich mitzunehmen. Denn so prächtig das EVZ-Kollektiv in der Startphase jeweils harmoniert hatte, so ohnmächtig stand es eine Drittelspause später der Aufholjagd der entfesselten Gastgeber gegenüber – es war ein Unterschied wie Tag und Nacht, so, als hätte jemand dem EVZ den Stecker gezogen. Der Coach Harold Kreis stand ohnmächtig an der Bande, seine Massnahmen verpufften wirkungslos; das Resultat war zwei Mal identisch und fühlte sich an wie eine kräftige Ohrfeige: 4:6.

Heute nun kommt es zur Neuauflage des spektakulären Treibens, für den EVZ gehts auch darum, sich in eine Position zu bringen, die es erlaubt, in der kommenden Woche die Tabellenführung zu übernehmen. Und gerade weil die Zuger dem Spitzenkampf eine hohe Bedeutung zumessen, versuchen sie den Eindruck zu erwecken, die Geschehnisse von damals aus dem Erinnerungsvermögen gelöscht zu haben. «Das ist bei uns überhaupt kein Thema mehr», sagt Harold Kreis, ehe er anfügt: «Sowieso, der Blitz hat zwei Mal an der gleichen Stelle eingeschlagen. Ein drittes Mal geschieht so etwas nicht.»

Man kann dieser Logik folgen, nur geht das Sprichwort eigentlich anders: Der Blitz schlägt nie zwei Mal am gleichen Ort ein. Und diese These hat der EVZ auf eindrückliche Art und Weise widerlegt.

Man fragt nach bei Fabian Schnyder (29), dem Zuger Captain. Der Stürmer stellt sich auf den Standpunkt: «Wir dürfen uns nicht mit diesen Gedanken aufhalten. Ich mag auch nicht mehr darüber sprechen. Wir fahren mit dem Ziel nach Zürich, ein gutes Auswärtsspiel zu zeigen.»

Kühne Meisterträume erlaubt?

Vermutlich ist das ein guter Vorsatz für die bisher wichtigste Prüfung, die diese Mannschaft in der laufenden Meisterschaft zu bestehen hatte. Denn das dritte Gastspiel unter Harold Kreis im Hallenstadion wird nicht nur Aufschluss darüber geben, ob die Zuger ihre Lektion aus dem Vorjahr gelernt haben.

Vielmehr wird der Vergleich mit der auf dem Papier fraglos am besten besetzten Mannschaft auch Indizien dafür liefern, ob der EV Zug in diesem Winter tatsächlich kühne Meisterträume hegen kann. Oder ob es dafür eben doch die Addition der in Nordamerika engagierten Lichtgestalt Rafael Diaz bedürfte.

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