EISHOCKEY: Der EVZ verzichtet auf Panik

Der EV Zug steht nach zwei Heim­niederlagen in Serie heute in Davos unter Druck. In den Zuger Reihen überwiegt vor dem vierten Vergleich mit dem HCD dennoch der Optimismus.

Marco Morosoli
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Wird Daniel Sondell im vierten Playoff-Viertelfinalspiel gegen Davos wieder im Einsatz stehen? Auf unserem Bild wehrt sich der Schwede im ersten Duell dieser Serie mit Zug-Goalie Tobias Stephan gegen HCD-Stürmer Gregory Sciaroni (rechts). (Bild: Freshfocus/Daniela Frutiger)

Wird Daniel Sondell im vierten Playoff-Viertelfinalspiel gegen Davos wieder im Einsatz stehen? Auf unserem Bild wehrt sich der Schwede im ersten Duell dieser Serie mit Zug-Goalie Tobias Stephan gegen HCD-Stürmer Gregory Sciaroni (rechts). (Bild: Freshfocus/Daniela Frutiger)

Marco Morosoli

Das Wetter zeigt sich derzeit von seiner prächtigen Seite. Statt seine Runden auf dem Eis zu drehen und mit seinen Teamkameraden Spielzüge zu trainieren, hat sich EVZ-Captain Fabian Schnyder (29) gestern Morgen die Joggingschuhe geschnürt und ist zu einem ausgedehnten Lauf gestartet. Wohl auch um sich an der frischen Luft Gedanken darüber zu machen, was bei der 3:4-Niederlage gegen Davos alles falsch gelaufen ist. Das EVZ-Urgestein, das seit 12 Jahren in Lohn und Brot steht, gelangt zur Erkenntnis: «Es haben kleine Sachen nicht funktioniert. Individuelle Fehler haben uns den Sieg gekostet.»

Die Sünder nennt Schnyder natürlich nicht beim Namen, denn in den Playoffs will keiner sein Ego nach aussen kehren, geschweige denn seine Glanztaten preisen. Auch Teamkollegen wegen gemachter Fehler anzuschwärzen, ist verpönt. Vielmehr zählt nur die Mannschaft, die jetzt bereits zum zweiten Mal in dieser Serie ihre Füsse aus dem Schlamm ziehen muss.

Schnyder: «Haben gut gekämpft»

Zu eingehender Manöverkritik ist in EVZ-Kreisen niemand verfügbar, da es ja schon heute in der Vaillant-Arena (Spielbeginn 20.15 Uhr, live auf SRF 2) in Davos weitergeht. «Wir müssen die gleiche Leistung abrufen wie bei un­serem ersten Auftritt im Bündnerland», sagt Schnyder. Und die Erinnerungen der Zuger an dieses Spiel sind durchwegs gut. Mit Köpfchen und dem «Kopf»-Tor von Pierre-Marc Bouchard siegten Schnyder und seine Teamkollegen 1:0.

Unter Druck fühlt sich der 29-Jährige nicht und nimmt auch nicht Zuflucht in Durchhalteparolen: «Für Panik gibt es keinen Anlass. Wir sind in den Playoffs angekommen und haben auch bei der letzten Partie am Donnerstag gut gekämpft und gespielt. Da müssen wir anknüpfen.»

Ruck, zuck im gegnerischen Drittel

Schnyder bestreitet indes nicht, dass eine Niederlage im «Sudden Death» schwieriger zu verarbeiten sei als eine 1:6-Klatsche wie am vergangenen Samstag bei der ersten Partie in der Viertelfinalserie gegen den Rekordmeister aus dem Landwassertal. Wichtig sei jetzt, sich auf die eigenen Fähigkeiten zu konzentrieren und nicht auf Davos zu schauen. Wenn auch Schnyder anerkennen muss, dass das Team von Trainer Arno del Curto «weniger Fehler gemacht» und logischerweise so den Sieg davongetragen hat.

Überhaupt war gestern in den Katakomben der Bossard-Arena keine Lethargie zu spüren. Selbst EVZ-Head­coach Harold Kreis war zum Scherzen aufgelegt, bevor er einer TV-Station ein kurzes Interview gab. Die zweite Niederlage gegen Davos hat der Deutschkanadier zu diesem Zeitpunkt bereits eingehend analysiert und sucht das Positive: «Davos kriegt immer weniger Torchancen.» Er stellt aber auch fest – wie schon vorher Fabian Schnyder –, dass «uns kleine Fehler zwei Tore gekostet haben. Da haben wir uns selber in den Hintern gebissen.» Kämpferisch mag Kreis seinem Personal keinen Vorwurf machen. Und er spricht sich auch gleich selber Mut zu und glaubt, dass der Heimvorteil in dieser engen Serie keine Rolle spiele.

Kreis weiss aber auch, woran das Spiel der Seinen noch krankt: «Wir dürfen nicht von links nach rechts spielen, sondern müssen viel geradliniger werden.» Wie das geht, haben die Davoser den Zentralschweizern schon viele Male gezeigt. Ihr Markenzeichen: mit einem oder zwei Pässen ins gegnerische Drittel fahren – derweil sich die Zuger dieser Zone nur in Babyschritten nähern.

Spielt Sondell für Repik?

In typischer Playoff-Manier will Harold Kreis aber nicht sagen, welche vier der fünf zur Verfügung stehenden Ausländer er heute aufs Matchblatt schreiben lassen will: «Für diesen Entscheid habe ich noch Zeit.»

Josh Holden, Pierre-Marc Bouchard und Robbie Earl dürfte Kreis nicht opfern. Die Qual der Wahl hat er nur zwischen Stürmer Michal Repik und dem Verteidiger Daniel Sondell. Der Schwede sagt dazu ganz lapidar: «Ich bin bereit und spiele, wenn es der Coach wünscht.»