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EISHOCKEY: Der Meister bestraft die Zuger Fehler

Ein mutiger EV Zug lässt sich provozieren und verliert den wilden Spitzenkampf gegen den SC Bern 2:5. Die Zuger geben einen 2:0-Vorsprung aus der Hand.
Klaus Zaugg
Stürmisches Spiel: Simon Bodenmann (rechts) stellt sich Zugs Johann Morant in den Weg. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Zug, 22. Dezember 2017))

Stürmisches Spiel: Simon Bodenmann (rechts) stellt sich Zugs Johann Morant in den Weg. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Zug, 22. Dezember 2017))

Klaus Zaugg

sport@luzernerzeitung.ch

Warum hat Zug ein wildes, intensives Spektakelspiel verloren? Diese Frage treibt uns um. Denn Zug definiert sich in seinem Selbstverständnis heute richtigerweise nicht mehr über Erfolge gegen Ambri oder Gottéron. Sondern durch Siege gegen Titanen wie Bern. Es gibt drei Ansätze zu einer Antwort. Einen leicht ironischen, einen fachtechnischen und einen polemischen.

  • Der ironische: Der in Zug domizilierte Milliardenkonzern Sikahat gestern sein Engagement als Hauptsponsor bis 2019 verlängert. In der offiziellen Medienmittelung heisst es, Sika sei «führend in der Entwicklung und Produktion von Systemen und Produkten zum Kleben, Dichten, Dämpfen, Verstärken und Schützen für die Bau- und Fahrzeugindustrie». Das ist der ironische Ansatz: die Zuger haben nach wie vor kein System entwickelt, das die Abwehr zusammenklebt, hinten dichtet, die gegnerische Angriffswucht dämpft, die Abwehr verstärkt und gegen Provokationen schützt. Oder etwas einfacher: Wer den Meister besiegen will, darf nicht so viele Fehler machen und darf sich vor allem nicht so naiv provozieren lassen. Nach dem 2:0 erhöhten die Berner die Intensität und die Bösartigkeit. Trainer Harold Kreis sagt es ganz sachlich: «Die Berner gingen uns nach dem 2:0 mit ihrer Härte und mit Provokationen unter die Haut, und wir liessen uns vom Spiel ablenken. Wir verloren die Konzentration und die Balance. Wir waren mal zu aggressiv und dann wieder zu passiv.» Der Mann, der Härte mit Härte, Hieb mit Hieb und Provokation mit Provokation hätte vergelten können, könnte eigentlich der unsanfte Riese Timo Helb­ling sein. Aber er tastete sich bei seinem Comeback mit 12:26 Minuten Eiszeit erst einmal wieder an seine Limiten heran. Dass Garret Roe nach dem ersten Drittel in der Kabine bleiben musste, war indes kein entscheidender Faktor. Der Kanadier litt nach einem Check unter Kopfschmerzen und wurde nicht mehr eingesetzt. Ob er heute in Langnau wieder spielen kann, ist offen.
  • Der fachtechnische beginnt mit einer Frage: Was macht eine «Hockeymaschine» aus? Es ist das Spiel ohne Scheibe. Die Laufwege ohne Puck. Dann wird das Spiel für den Gegner unberechenbarer und gegnerische Fehler können noch besser ausgenützt werden. Zu dieser «maschinellen» Überlegenheit gehörte ein besseres Powerplay und die Fähigkeit des Meisters, sein Talent mit Härte und Provokationen zu schützen und zu würzen. Der SCB war spielerisch besser, böser und cooler.
  • Der dritte ist polemisch: Die Zuger hätten dieses wilde Spiel trotz allem länger offen halten können. Wenn sie den besseren Torhüter gehabt hätten. Tobias Stephan ist im Mitteldrittel (0:4) ein knapp durchschnittlicher und im letzten Drittel (0:1) ein guter NLA-Torhüter. Um es auf den Punkt zu bringen: Glück hin oder Pech her – Zug gewinnt gegen Bern nur, wenn Tobias Stephan (Fangquote 87,50%) mindes­- tens auf Augenhöhe von Leonardo Genoni (Fangquote 92,86%) spielt.

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