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EISHOCKEY: Der sanfte Riese kehrt heim

Timo Helbling (34) hat am letzten Freitag einen Zweijahresvertrag mit dem EV Zug unterschrieben. Helbling schwärmt vom EVZ.
Klaus Zaugg
Steht ab sofort wieder für den EV Zug seinen Mann: Timo Helbling. (Bild: Freshfocus/Claudia Minder)

Steht ab sofort wieder für den EV Zug seinen Mann: Timo Helbling. (Bild: Freshfocus/Claudia Minder)

Warum Zug? Warum nicht Kloten? Warum nicht der SC Bern? Timo Helb­ling, der 1,91 Meter grosse und 95 Kiloschwere Crack, hat soeben mit dem SC Bern nach 16 Jahren wieder einen Titel gefeiert. 2000 war er mit den Elite-Junioren des HC Davos Meister geworden. 16 Jahre musste er auf eine «richtige» Meisterfeier warten. Den Titel wird er nicht verteidigen. Bereits im November hatte ihm der SCB mitgeteilt, dass er Ende Saison keinen neuen Vertrag mehr erhalten werde. Also unterschrieb er in Kloten einen Zweijahresvertrag bis 2018. «Aber zwei Tage vor dem Playoff-Final hat mir Klotens Geschäftsführer (Matthias Berner, Anm. d. Red.) per E-Mail mitgeteilt, dass Kloten den Vertrag leider nicht erfüllen könne. Es tue ihm sehr leid, und er hoffe, dass ich an einem anderen Ort unterkommen könne.»

Timo Helbling hatte zwar einen wasserdichten Vertrag. «Aber damit konnte ich nun nichts mehr anfangen. Ich war im ersten Moment schon etwas durcheinander, und das unmittelbar vor dem Final. Aber wenn eine Tür zugeht, dann öffnet sich eine andere. Ich habe glücklicherweise mit Zug rasch eine Lösung gefunden und konnte mich wieder aufs Hockey konzentrieren. Mündlich waren wir uns schon seit längerem einig, nun habe ich den Vertrag unterschrieben.» Der EVZ hat Klotens Zweijahresvertrag übernommen.

Helbling reagiert leicht amüsiert

Zug bekommt sozusagen den besten Timo Helbling aller Zeiten. Eine Behauptung, die sich statistisch belegen lässt: Er hat diese Saison beim SCB in 50 Qualifikationsspielen 23 Punkte gebucht und sass bloss 54 Minuten auf der Strafbank. 2011/12 und 2012/13 hat der Solothurner zwei Saisons für Zug verteidigt und in dieser Zeit in 93 Qualifikationspartien 23 Punkte produziert sowie 202 Strafminuten abgesessen. Und nun spielte er auch noch eine zentrale Rolle im Meisterteam des SC Bern. Wahrlich, der beste Helbling aller Zeiten. Er reagiert auf diese Behauptung leicht amüsiert, hält aber auch fest: «Ich muss jede Saison der beste Timo Helbling aller Zeiten sein. Wenn es mir nicht gelingt, von Jahr zu Jahr besser zu werden, wenn ich mich nicht mehr weiterentwickle, dann ist meine Karriere sehr schnell zu Ende.»

Keine Frage des Geldes

Die Rückkehr zum EV Zug bezeichnet er als Glücksfall. Er habe ja in Zug nie ein Problem gehabt. «Ich wechselte 2013 nach Fribourg, weil mich Trainer Hans Kossmann unbedingt wollte. Ich sah eine Chance, mit Fribourg Meister zu werden. Die Mannschaft hatte ja gerade den Final gegen den SCB verloren.» Eine Frage des Geldes sei das nicht gewesen, und auch die Rückkehr nach Zug sei keine Frage des Geldes. Er werde in den nächsten zwei Jahren in Zug so wenig verdienen wie nie seit seiner Rückkehr aus Nordamerika im Sommer 2007. «Es ist mir wichtig, dass es für beide Seiten stimmt. Ich bin jetzt 34, und es hat seine Logik, dass ich nun etwas weniger verdiene.» In Zug sieht er mehr als nur gute sportliche Perspektiven. «Zug ist das Hockeyunternehmen der Zukunft.» Er meint damit die hervorragende Infrastruktur, das innovative Management, er zeigt sich beeindruckt von Projekten wie der Hockey-Akademie.

Nun steht diese Woche erst einmal die SCB-Mannschaftsreise nach Barcelona auf dem Programm. Eine Meisterprämie hat er nicht bekommen. «In Bern ist in den Verträgen lediglich ein Bonus für jedes Halbfinal- und Finalspiel. Im Falle eines Titelgewinnes gibt es eine Naturalgabe. Das steht so im Vertrag.»

Er wisse nicht, was diese Naturalgabe sei. «Ich gehe davon aus, dass es eine Uhr sein wird ...» Eine Uhr, die ihm anzeigt, dass seine Zeit in der Nationalmannschaft abgelaufen ist. Timo Helb­ling war bei der letzten WM in Prag einer der besten Schweizer Verteidiger. Aber der neue Nationaltrainer Patrick Fischer setzt nicht mehr auf den sanften Riesen. «Er hat mir erklärt, ein Aufgebot für die WM-Vorbereitungsspiele mache keinen Sinn mehr, er habe für mich so oder so keinen Platz im WM-Team. Eine Begründung für diese Entscheidung hat er mir nicht gegeben.»

Helbling muss nicht umziehen

Zügeln muss Timo Helbling übrigens nicht. Er wohnt mit seiner Freundin schon seit seinem ersten Transfer zu Zug gleich neben dem Stadion und hatte jeweils in Fribourg und zuletzt in Bern nur eine Studiowohnung. «Zug ist wirklich ideal. In zwei Minuten bin ich zu Fuss im Stadion.» Der Wechsel zu Zug ist also nicht nur eine Heimkehr. Irgendwie auch einfach ein «zu Hause bleiben».

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