EISHOCKEY: Die grossen fünf Minuten von David McIntyre

Nach dem 5:1-Erfolg gegen Genève-Servette braucht der EV Zug noch einen Sieg für den Einzug in die Playoff-Halbfinals. Der Kanadier David McIntyre glänzt mit drei Toren.

Sven Aregger
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David McIntyre (Mitte) und seine Teamkollegen haben gestern einen grossen Schritt Richtung Halbfinal gemacht. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 9. März 2017))

David McIntyre (Mitte) und seine Teamkollegen haben gestern einen grossen Schritt Richtung Halbfinal gemacht. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 9. März 2017))

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Wie so oft vor einer Partie wärmten sich einige EVZ-Spieler auch gestern mit einem lockeren Fussballspiel vor der Bossard-Arena auf. Die Stimmung war gelöst, es wurde geflachst und gelacht. Es war sozusagen das Kontrastprogramm zum Geschehen auf dem Eis, wo es zuletzt ja ziemlich ernst zur Sache gegangen und Servette vor allem durch Überhärte aufgefallen war. Als Folge davon fehlte Zug-Captain Josh Holden beim gestrigen dritten Viertelfinalspiel. Er hatte am Dienstag in Genf einen nicht geahndeten Stockschlag erlitten und sich im «Unterarmbereich» verletzt, wie Sportchef Reto Kläy sagte. Für den Kanadier rückte der Finne Matti Järvinen ins Team.

Auch die dritte Partie verlief ruppig. Beide Mannschaften sammelten Strafminuten im Übermass und lieferten sich zahllose Scharmützel, sodass die Match-Uhr immer wieder gestoppt werden musste (siehe Kasten). Den Zuger Fans war es am Ende egal. Sie bejubelten mit Standing Ovations einen ungefährdeten 5:1-Erfolg ihres Teams. Es war der dritte Zuger Sieg im dritten Aufeinandertreffen mit Servette. Damit braucht der EVZ noch einen Sieg für den Einzug in die Playoff-Halbfinals.

Zug legt Rekurs ein gegen Vukovic-Urteil

Matchwinner war David McIntyre. Der 30-jährige Kanadier traf dreimal – und das innert fünf Minuten und vier Sekunden. Seine Form stimmt. Schon am Dienstag hat er zwei Tore erzielt. Zum Zuger Sieg trug unfreiwillig auch Servette-Goalie Robert Mayer bei, der wiederum einen rabenschwarzen Abend einzog. Am Dienstag hatte er den Kasten nach 22 Minuten für Christophe Bays räumen müssen, gestern war nach 25 Minuten Feierabend. Besonders vor McIntyres 2:0, als er die Scheibe nicht wegbrachte, hinterliess er einen schlechten Eindruck. Zusätzlich bitter für ihn: Das Gegentor fiel mit der Schlusssirene des ersten Drittels. Auch beim ersten und vierten Treffer war er nicht von jeglicher Schuld freizusprechen. Damit verlor er klar das Goalie-Duell gegen Zugs Tobias Stephan, der grosse Sicherheit ausstrahlte.

Der brutale Stockhieb von Daniel Vukovic gegen Sven Senteler am vergangenen Dienstag hat derweil noch ein Nachspiel. Der Schweizer Eishockey-Verband belegte Vukovic mit einer Spielsperre. Gegen dieses Urteil hat der EV Zug gestern Rekurs eingelegt. Er verlangt eine drastische Erhöhung der Strafe und beantragt, dass Vukovic bis zur neuen Urteilsverkündung vorsorglich gesperrt wird. «Das Strafmass mit nur einer Spielsperre können wir überhaupt nicht nachvollziehen», begründete Zug-CEO Patrick Lengwiler. «Hinter der Aktion von Vukovic steckte die volle Absicht, Senteler zu verletzen. Das hat nichts mehr mit unserem Sport zu tun.» Lengwiler erhofft sich durch den Rekurs eine Signalwirkung für das gesamte Schweizer Eishockey. «Solche Vergehen dürfen keinen Platz auf Schweizer Eis haben.»

Lesen Sie hier ein Porträt über David McIntyre, entstanden im September 2016.

Zug - Genève-Servette 5:1 (2:0, 2:1, 1:0)

6888 Zuschauer. - SR Wehrli/Wiegand, Fluri/Progin.
Tore: 20. (19:30) Helbling (Klingberg) 1:0. 20. (19:59) McIntyre 2:0. 24. McIntyre (Martschini/Ausschluss Douay, Jeremy Wick) 3:0. 26. McIntyre (Ausschluss Douay) 4:0. 40. (39:51) Loeffel (Gerbe/Ausschluss Helbling, Morant) 4:1. 43. Suri (Fabian Schnyder/Ausschluss Nolan Diem!) 5:1. - Strafen: 12mal 2 Minuten gegen Zug, 16mal 2 plus 5 Minuten (Traber) plus Spieldauer (Traber) gegen Genève-Servette. - PostFinance-Topskorer: Martschini; Spaling.

Zug: Stephan; Helbling, Alatalo; Diaz, Morant; Erni, Schlumpf; Simon Lüthi; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Järvinen, Suri; Lammer, McIntyre, Zangger; Peter, Nolan Diem, Fabian Schnyder.

Genève-Servette: Mayer (26. Bays); Loeffel, Mercier; Eliot Antonietti, Bezina; Petschenig; Jacquemet, Fransson; Gerbe, Almond, Spaling; Traber, Rubin, Douay; Jeremy Wick, Paré, Rod; Simek, Romy, Riat; Heinimann.

Bemerkungen: Zug ohne Holden (verletzt), Markkanen (überzähliger Ausländer) und Grossmann (gesperrt), Genève-Servette ohne Kast (verletzt), Slater und Ehrhardt (überzählige Ausländer) sowie Vukovic (gesperrt). - 9. Pfostenschuss Fabian Schnyder.