EISHOCKEY: Die Krux mit den Kilos

Der EV Zug stellt auch in dieser Saison das kleinste und leichteste Team der Liga. Die fehlende Wasserverdrängung hat Nachteile schafft bald Verteidiger Johann Morant Abhilfe?

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Der Zuger Lino Martschini, vorne, ist mit 65 kg der leichteste Spieler im leichtesten Team der NLA - und gleichzeitig der Beweis dafür, dass Gewicht nichts über die individuelle Klasse aussagt. (Bild: Keystone)

Der Zuger Lino Martschini, vorne, ist mit 65 kg der leichteste Spieler im leichtesten Team der NLA - und gleichzeitig der Beweis dafür, dass Gewicht nichts über die individuelle Klasse aussagt. (Bild: Keystone)

Nicola Berger

Tim Ramholt (30) steht im Kabinengang der Resega und bindet seine Haare zusammen. Der EVZ-Verteidiger ist erschöpft, beim 1:3 gegen Lugano kam er auf gegen 30 Minuten Eiszeit, weil mit Santeri Alatalo (gesperrt) sowie Simon Lüthi und Daniel Sondell (verletzt, Letzterer sollte morgen wieder spielen) drei Stammverteidiger fehlten. Ramholt, in dieser Saison der konstanteste Zuger Abwehrspieler, versucht, das 0-Punkte-Wochenende zu erklären. Er sagt: «Am Freitag gegen Bern haben wir uns selber geschlagen. Und in Lugano haben wir nach einem tollen ersten Drittel zu stark abgebaut.»

Ramholt: «Im Slot aufräumen»

Tatsächlich sind die Zuger Darbietungen starken Schwankungen ausgesetzt, nicht nur von Spiel zu Spiel, sondern auch von Drittel zu Drittel. Mit Abstand am besten flitzt der Puck für den EVZ heuer im Startabschnitt (41:28 Tore), im Mittel- (29:27) und im Schlussdrittel (45:36) sind die Statistiken im Vergleich weniger freundlich.

Die fehlende Konstanz ist eine Sache, aber Kopfzerbrechen bereitet den Zuger Machern auch die seit Wochen anhaltende defensive Anfälligkeit. Im Oktober noch hatte der EVZ die stabilste Abwehr der Liga gestellt, inzwischen jedoch haben gleich sechs Teams weniger Treffer kassiert als die Zuger mit deren 97.

Die Frage ist: Wie kann der EVZ die Flut an Gegentoren eindämmen? Ramholt sagt: « Wir müssen im Slot wieder konsequenter aufräumen.» Das hört sich einfach an in der Theorie, ist praktisch aber diffizil, weil die Zuger wie schon im Vorjahr das kleinste und leichteste Team der Liga stellen (siehe Tabelle). Ramholt will die fehlende Wasserverdrängung indes nicht als Ausrede gelten lassen. Er sagt: «Auch Spieler mit weniger Masse können giftig spielen und den Körper einsetzen.»

Morant spielt am Wochenende

Dennoch dürfte es dem Zuger Defensivverbund gut anstehen, wenn am Wochenende erstmals Johann Morant (28) ins Geschehen eingreift. Der Franzose hat von den Ärzten die Freigabe dafür erhalten, eine der beiden anstehenden Partien gegen Ambri (Freitag) und bei Servette (Samstag) zu bestreiten, nachdem er bislang mit einem lädierten Knie ausgefallen war. Morant misst zwar nur 1,82 Meter, aber er ist mit 95 Kilo der schwerste Zuger. Am anderen Ende der Skala steht Nationalstürmer Lino Martschini mit deren 65.

Morant gilt als einer der härtesten Spieler der Liga. Ramholt sagt: «Er kann für uns ein wichtiges Puzzleteil sein, weil uns dieses Element im Moment fehlt.»

Das Rückspiel gegen Lugano vom Dienstag in der Bossard-Arena wird der EVZ noch ohne Morant bestreiten müssen; die Revanche soll auch so gelingen. Eine solche ist nötig, denn eine neuerliche Niederlage würde die Zuger im Kampf um den avisierten vierten Platz weit zurückwerfen, schon jetzt beträgt der Rückstand auf das erstarkte Lugano (sechs Siege in Serie) fünf Zähler. Stellvertretend sagt Angreifer Dario Bürgler: «Es geht darum, eine Reaktion zu zeigen.» Schliesslich soll auf den Zwischenspurt von fünf Siegen in Serie nicht ein neuerlicher Schwall von Niederlagen folgen.