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EISHOCKEY: Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Zu Weihnachten beschenkt sich der EV Zug gleich selber: Der in Nordamerika engagierte Verteidiger Rafael Diaz wird in der kommenden Saison zu seinem Stammverein zurückkehren.
Die Rückkehr von Verteidiger Rafael Diaz (hier im März als Spieler der Calgary Flames) bedeutet für den EV Zug eine klare Verstärkung der Defensive. (Bild: Getty/Gerry Thomas)

Die Rückkehr von Verteidiger Rafael Diaz (hier im März als Spieler der Calgary Flames) bedeutet für den EV Zug eine klare Verstärkung der Defensive. (Bild: Getty/Gerry Thomas)

Nicola Berger

Rafael Diaz. Dieser Name stand in den letzten Wochen, Monaten, Jahren in Zug vor allem für eines: Verheissung. Der Schweizer Nationalverteidiger war die ewige Transferversuchung des EV Zug und, das ist die beliebte These, das letzte noch fehlende Puzzlestück zur nächsten Zuger Meistermannschaft. Die Personalie Diaz, sie bewegt in Zug wie keine zweite; im Klubumfeld wurde gierig alles aufgesogen, was sich irgendwie mit einer möglichen Rückkehr von Diaz in Verbindung bringen liess: die Nachrichten aus Nordamerika, ­Gerüchte, Halbwahrheiten.

Eine Ausstiegsklausel für die NHL

Während an den Stammtischen noch munter gerätselt wurde, hat die ­Chefetage der Zuger die Transaktion ins Trockene gebracht: Diaz hat in Zug einen Fünfjahresvertrag unterschrieben, gültig ab der Saison 2016/17. Zwar hat sich der 29-Jährige eine kleine Hintertür für eine Rückkehr in die NHL offen gelassen, aber die Parameter sind so abgesteckt, dass das Szenario wenig wahrscheinlich wirkt: Die Ausstiegsklausel greift nur dann, wenn ihm eine NHL-Organisation einen Einwegvertrag über mindestens zwei Jahre offerieren sollte, dann also, wenn ein Team voll auf ihn setzt – anders als zuletzt die Calgary Flames und die New York Rangers, die ihn als kostengünstigen Lückenbüsser (Jahressalär: 700 000 Dollar) eingeplant hatten. Noch ein Jahr als Reservist, oder schlimmer, in der AHL will Diaz nicht mehr erleben. Zwar bietet auch ein Mehrjahresvertrag keine Garantien, ein Vertrauensbeweis wäre ein solcher aber schon.

In der laufenden Saison hatte ihm dieser gefehlt, bei den Rangers fiel Diaz einer starken Vorbereitung zum Trotz ausser Rang und Traktanden und wurde in die AHL nach Hartford abgeschoben. Dort kuriert er aktuell eine Muskelzerrung aus, und mit jedem Einsatz, den er verpasst, wird es weniger realistisch, dass seine Zukunft über diese Saison hinaus in Nordamerika liegt – ihm fehlt schlicht die Bühne.

Identifikationsfigur und Vorbild

Es sieht also ganz danach aus, dass Rafael Diaz dauerhaft zu seinem Stammklub zurückkehrt – und natürlich ist das für den EV Zug einer der wichtigsten Transfercoups der jüngeren Vereinsgeschichte (siehe untenstehende Box). Denn Diaz ist mehr als einfach bloss der beste, weil kompletteste NLA-Verteidiger. Er ist auch: Aushängeschild, Vorbild, Identifikationsfigur. Der EV Zug konnte es sich darum nicht erlauben, dass der verlorene Sohn nach fünf Jahren fernab der Heimat anderswo unterschreibt – der Imageverlust wäre gewaltig gewesen und das Signal verheerend, auch in Richtung der Nachwuchsakademie, bei welcher Diaz als Botschafter firmiert.

Diaz folgt dem Ruf des Herzens

Der Klub ging darum bis an seine finanzielle Schmerzgrenze und liess mit Tim Ramholt gar einen Leistungsträger ziehen, um das Gehalt für Diaz aufzubringen; dieser steigt im Klub zum bestbezahlten Profi auf, was nichts als ­logisch ist. Und doch war die Unterschrift keine Selbstverständlichkeit: Zwar bot keiner der drei ernsthaften Konkurrenten (Lugano, Servette, ZSC Lions) die im Sommer vom Agentenduo Métroz/Voisard geforderte Fabelsumme von mehr als 1 Million Franken pro Jahr. Aber Diaz hätte anderswo mehr Geld verdienen können, es gab höhere Offerten über eine längere Laufzeit – und ausserdem sehr lukrative Angebote aus der KHL.

Man muss es Diaz hoch anrechnen, aus Zuger Optik, dass er nicht dem Ruf des Geldes gefolgt ist, sondern dem seines Herzens. Er kehrt zurück in den Schoss jenes Vereins, dem er schon seit seinen Zeiten als Junior stark verbunden ist und mit dem er seinen grossen Traum verwirklichen will, der für einen Profi nicht mit Barem aufzuwiegen ist: dem Gewinn des Meistertitels.

Hinweis

Den EVZ-Matchbericht und die NLA-Übersicht lesen Sie auf Seite 32.

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