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EISHOCKEY: Dominic Lammer: Renaissance des ewigen Talents

Der EV Zug eilt in diesem Herbst von Sieg zu Sieg. Einer der Väter des Aufschwungs ist Dominic Lammer, der im Klub vor der Saison nicht mehr viel Kredit besass.
Hatte am Samstag allen Grund zum Jubeln: der Zuger Dominic Lammer, zweifacher Torschütze gegen die SCL Tigers. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Hatte am Samstag allen Grund zum Jubeln: der Zuger Dominic Lammer, zweifacher Torschütze gegen die SCL Tigers. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Nicola Berger

Sein Talent stand nie in Frage. Seit seinem Eintritt in den EV Zug vom Sommer 2011 galt Dominic Lammer (22) als eine Art Wunderkind. Bei den Elite-Junioren produzierte er in 34 Partien 66 Skorerpunkte, und auf der grossen Bühne, im Fanionteam, verzückte er die Massen mit einem Airhook-Tor gegen jenen Verein, von dem er nach eigener Auffassung verkannt worden war: Kloten. Es war nicht die einzige Parallele zu Damien Brunner, seinem grossen Vorbild und Mentor in Zug. Da waren auch: die Technik, der Spielwitz; Potenzial, so weit der Himmel reicht. Spätestens als der Trainer Doug Shedden ihn öffentlich adelte («Er kann Brunners Nachfolger werden») schien der Weg vorgezeichnet: Lammer, der nächste Superstar. Sogar die «Schweizer Illustrierte» widmete ihm einen Artikel.

Viele ungenutzte Chancen

Es kam anders, Lammer zerbrach an den Erwartungen. Er erhielt unzählige Chancen in prominenten Rollen – nutzen konnte er sie nie, weder unter dem Trainer Harold Kreis noch unter dessen Vorgänger Shedden. Er verschwand in der Anonymität des dritten und vierten Blocks, manchmal tauchte er wochenlang ab. Im letzten Winter kam er in 44 Partien noch auf elf Skorerpunkte, das Urteil war gemacht: ein ewiges Talent, für höhere Aufgaben ungeeignet. Klubintern wurde hinter vorgehaltener Hand Lammers Arbeitsauffassung kritisiert: Er neige zur Genügsamkeit, investiere zu wenig, um besser zu werden, sei nicht austrainiert.

In einem solchen Fall gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man versinkt in Selbstmitleid. Oder man nimmt die Kritik als Ansporn, es allen zu beweisen. Es dauerte, aber nun scheint sich Lammer für Option Nummer zwei entschieden zu haben. Der Trainer Harold Kreis sagt: «Er arbeitet sehr fokussiert. Das zahlt sich aus.»

Das Lob von Bouchard

Tatsächlich: Als der Hoffnungsträger Dario Bürgler zu Saisonbeginn schwächelte und von Kreis in die vierte Linie versetzt wurde, erhielt Lammer eine weitere Bewährungschance. Hätte er sie nicht genutzt – es wäre in Zug wohl seine letzte gewesen. Doch seit Lammer neben den Ausländern Pierre-Marc Bouchard und Jarkko Immonen auflaufen kann, prosperiert er. Bei der samstäglichen 5:0-Gala über die SCL Tigers erzielte der Flügelstürmer zwei Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Nach sieben Partien kommt Lammer nun auf eine Plus/Minus-Bilanz von + 9, es ist der beste NLA-Wert. Dazu weist er mit vier Toren und drei Assists die gleiche Ausbeute auf wie sein Idol Brunner in Lugano. Die Renaissance ist bemerkenswert, aber den Kanadier Bouchard überrascht sie nicht. Er sagt: «Lammers Talent ist mir schon im Training immer wieder aufgefallen, er hat ein gutes Auge fürs Spiel. Schön, dass ich jetzt davon profitieren kann. Unsere Linie ergänzt sich nicht schlecht.» Das ist eine glatte Untertreibung: Bouchard hat sich mit 12 Punkten (4 Tore/8 Assists) zum Liga-Topskorer aufgeschwungen, und Immonen liegt mit vier Toren und vier Assists auf Platz 10.

So schön die Momentaufnahme auch ist: Der Trainer Kreis verlangt Demut. Er sagt: «Wir dürfen den Fuss jetzt nicht vom Gaspedal nehmen.» Seine Mahnung dürfte nicht zuletzt an Lammer gerichtet sein.

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