EISHOCKEY: Ein Ausrufezeichen von Bürgler

Ein perfektes Wochenende für den EV Zug war ein gutes für Dario Bürgler (27): Mit zwei Toren in den Spielen gegen Lugano und Biel zeigt er Aufwärtstendenz.

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Verbissen kämpft EVZ-Stürmer Dario Bürgler gegen den aufsässigen Bieler Gaëtan Haas, um in Scheibenbesitz zu bleiben. (Bild: EQ/Marc Schumacher)

Verbissen kämpft EVZ-Stürmer Dario Bürgler gegen den aufsässigen Bieler Gaëtan Haas, um in Scheibenbesitz zu bleiben. (Bild: EQ/Marc Schumacher)

Es war in den Minuten nach der Willensleistung gegen den EHC Biel, der sich 40 Minuten lang tapfer wehrte und erst im letzten Drittel die Übermacht der Zuger anerkennen und noch drei Tore zur 2:5-Niederlage einstecken musste. Dario Bürgler kam aus der Garderobe der Zuger, grüsste freundlich und sagte, bevor der Chronist die erste Frage stellen konnte: «Ich möchte lieber nicht reden und dafür Taten statt Worte sprechen lassen.»

Aber hat er das nicht eben getan, an diesem Wochenende? Der mit 1,85 m gross gewachsene Stürmer eröffnete das Skore beim 2:1-Sieg in Lugano mit einem Ablenker, und 24 Stunden später erzielte er das schönste Tor des Abends, indem er die wunderbare Vorarbeit seiner Sturmkollegen Nolan Diem und Fabian Schnyder zum 2:2 gegen Biel vollendete. Damit machte Bürgler in zwei Spielen so viele Tore wie in den vorangegangenen 19 zusammen.

Eine bisher schwierige Zeit im EVZ

Es geht aufwärts, endlich, möchte man anfügen. Nach einer schwierigen ersten Saison mit zwei Oberschenkelverletzungen fiel er zu Beginn dieser Meisterschaft in ein Formloch, die Versetzung in die vierte Linie war die Konsequenz, die EVZ-Coach Harold Kreis zog. «Der Einsatz», hielt der dann doch gesprächsbereite Bürgler fest, «hat immer gestimmt. Aber es war zum Teil Pech dabei, einfach nur mühsam, es wollte   nicht anhängen. Aber gekämpft habe ich immer.»

Das ist keine schlechte Voraussetzung dafür, um die Rolle ausfüllen und das Standing erreichen zu können, das dem Schwyzer vor der Rückkehr zum EV Zug zugedacht worden ist. Denn Bürgler ist ein Grossverdiener in diesem Team, ein begnadeter Torjäger, ein wichtiges Puzzleteil in einer Meistermannschaft, die es dereinst wieder geben soll. Stattdessen spielt er in diesen Wochen und Monaten in der dritten und vierten Linie, dort, wo nicht die offensive Musik zelebriert, sondern eher harte Defensivarbeit verrichtet wird.

Darum muss es für Bürgler eine Genugtuung gewesen sein, dass er wieder  mit Toren auf sich aufmerksam machen konnte, dass seine dritte und die vierte Sturmreihe wichtigen Anteil an den sechs Punkten aus den letzten beiden Spielen hatte. «Wir waren bis jetzt mehrheitlich auf die Torproduktion der ersten zwei Linien angewiesen, die anderen beiden hinkten hinterher. Das darf in Zukunft aber nicht so sein, sonst sind wir zu berechenbar. Allerdings muss man – bei allem Respekt vor Biel – auch sagen, dass der Gegner nicht das Format der ZSC Lions oder Bern hatte», relativierte Bürgler die Leistung der dritten und vierten Linie.

Doch Tore schiessen sind das wichtigste Argument, um mehr Eiszeit vom Trainer zu bekommen. Gerade von einem konservativ denkenden Coach wie Kreis, der die Anzahl Einsätze nicht gleichmässig auf alle Linien verteilt und dazu neigt, seine besten Kräfte zu stark zu forcieren. Für die dritte und vierte Linie keine einfache Situation. Umso besser für diese Spieler musste sich anhören, was Kreis am späten Samstagabend sagte: «Die Torproduktion aus der zweiten Reihe hat enorm geholfen.»

Tempo fahren – dank vier Linien

Gegen Lugano und Biel liess Kreis seine vier Linien ziemlich regelmässig laufen, und das war wohl ein guter Grund dafür, dass Zug in den letzten 20 Minuten einer zähen Partie gegen Biel noch die Differenz schaffen konnte. Bürgler erwähnte: «Das Spiel in Lugano forderte uns physisch, aber wir konnten gegen Biel Tempo fahren und im letzten Drittel noch eine Schippe drauflegen, weil alle vier Linien an diesem Wochenende regelmässig zum Einsatz kamen.»

Andreas Ineichen