EISHOCKEY: Einst spielte Fabian Haberstich gegen seine Grossmutter

Für Fabian Haberstich sei der Wechsel zum EVZ wie ein Lottosechser. Der 19-Jährige Stürmer der Academy ist in der vergangenen NLA-Runde erstmals befördert worden. Er hat nicht zum ersten Mal in der höchsten Liga gespielt.

Michael Wyss
Drucken
Teilen
Fabian Haberstich (Mitte) ist mit 14 Punkten zweitbester Skorer der EVZ Academy. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 13. November 2016)

Fabian Haberstich (Mitte) ist mit 14 Punkten zweitbester Skorer der EVZ Academy. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 13. November 2016)

«Mit mir kann man Pferde stehlen, ich bin eine Stimmungskanone und für jeden Spass zu haben», sagt der Emmentaler Fabian Haberstich mit einem Lachen im Gesicht. Seit dieser Saison spielt der 19-Jährige, der einst als launisches Talent bezeichnet wurde, im NLB Team der EVZ Academy. Seinen Wechsel von Langnau an den Zugersee kommentiert der Stürmer, der in Cham wohnt, folgendermassen: «Das ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich bin sehr glücklich hier und erlebe eine wunderbare Zeit beim EVZ. Björn Kinding und Marcel Jenni sind zwei super Typen, sehr gute Trainer. Ich profitiere sehr viel von ihnen beiden.»

Ausgestattet wurde der im Sternzeichen geborene Steinbock mit einem Zwei-Jahres- Vertrag. Im vergangenen NLA-Spiel des EVZ gegen Genf kam er zu einigen Einsätzen. In der vergangenen Spielzeit kam Haber-stich bereits auf neun Einsätze im Langnauer NLA-Team. Damals spielte er vornehmlich für die Elite-A-Junioren.

Haberstich fühlte sich im Emmental aber nicht mehr glücklich. «Ich blieb einfach stehen, machte keine Fortschritte mehr. Ich suchte eine neue Herausforderung, wo ich mich weiterentwickeln und wieder so richtig aufblühen und Spass am Eishockey haben kann. Der Wechsel zum EVZ ist für mich wie ein Lottosechser», sagt der Stürmer. Die Freude zum Eishockeysport entdeckte er als 4-Jähriger, als er mit seinem älteren Cousin Michael Lehmann (24) in Langnau erstmals auf dem Eis stand und sie gemeinsam etwas «Chnebleten». «Im Alter von sechs Jahren besuchte ich die Hockeyschule, und dann war es um mich geschehen», führt er aus. Er war – bis auf einen dreimonatigen Abstecher nach Visp in der vergangenen Saison – immer in Langnau. «Wer in Langnau geboren wird, wird einfach Eishockeyaner. Es gibt nichts anderes in unserem Dorf. Langnau lebt vom und mit diesem Sport. Ich bin fünf Minuten vom Eisstadion weg aufgewachsen», erklärt er.

Woran erinnert er sich am liebsten? «Geblieben sind der B-Meistertitel und Aufstieg mit Langnau in die NLA. Und natürlich sind die Derbys gegen den SC Bern Highlights für einen jungen Spieler.» Geblieben sind Haber-stich aber auch Erinnerungen aus der Kindheit. «Ich spielte früher immer bei uns zu Hause auf der Strasse Hockey mit meinem Vater Heinz, und meine Grossmutter Trudy stand sogar jeweils im Tor – eine unglaubliche Geschichte.»

Haberstich will beim EVZ so richtig durchstarten: «Ich will innerhalb der nächsten zwei Jahre den Sprung ins Fanionteam schaffen». sagt er. Und über Weihnachten und Neujahr will er mit der U 20 an die Weltmeisterschaft nach Kanada reisen. «Die Chancen dafür sind sicher intakt. Ich muss mich weiterhin beweisen, und das geht nur mit guten Leistungen. Es ist Traum jedes Spielers, bei diesem Anlass dabei zu sein.» Haberstich bewundert übrigens Berns Stürmer Simon und Kloten-Goalie Martin Gerber, die ebenfalls im Emmental aufgewachsen sind und in Langnau ihre Karriere starteten. Und wer war sein bisher bester Trainer? «Ganz klar Konstantin Kuraschew, einer meiner Nachwuchstrainer. Er war Eishockeykenner aber auch als Mensch top.»

Eine Erklärung für die Inkonstanz

Wie zufrieden ist Haberstich mit den bisherigen Auftritten mit der Academy? «Wir sind auf Kurs und wollen in die Playoffs. Das können wir schaffen. Was uns fehlt, ist die Konstanz. Das ist aber auch auf die mangelnde Routine zurückzuführen und nicht unbedingt eine Schwäche.» An den NLB-Partien dabei sind, wenn es die Zeit erlaubt, seine Familie und seine Freundin Karin (18), die aus Belp stammt. «Sie unterstützen mich an den Spielen, was ich natürlich auch sehr schätze. Es ist schön, wenn man den Rückhalt der Familie spürt.» Auch dank deren Hilfe hat Haberstich das Image des launisches Talents ablegen können.

Haberstich und die Academy erlebten jüngst eine sportliche Berg- und Talfahrt. Zunächst setzte es zwei Niederlagen gegen die Ticino Rockets (1:4) und Ajoie (2:3) ab. Die Überraschung schafften die Zuger dann aber am Sonntag in Rapperswil-Jona mit dem 4:2-Sieg – Haberstich erzielte das Tor zum 1:1. Die Academy behauptet sich nach 21 Spielen auf dem fünften Rang mit 31 Punkten und kann weiterhin mit einer Playoffteilnahme liebäugeln – chapeau. Heute Abend gastiert der HC Thurgau in der Academy Arena (ab 19.45).

Michael Wyss

Zugs Sandro Forrer (rechts) verfolgt Ajoies Jan Mosimann. (Bild: Maria Schmid)
9 Bilder
Zugs Colin Schleiss. (Bild: Maria Schmid)
Zugs Mike Küng. (Bild: Maria Schmid)
Zugs Alessio Pozzorini. (Bild: Maria Schmid)
Zugs Ramon Pfranger (rechts) gegen Ajoies Miguel Orlando. (Bild: Maria Schmid)
Zugs Samuele Pozzorini. (Bild: Maria Schmid)
Zugs Timo Haussener (rechts) umdribbelt Ajoies Jordane Hauert. (Bild: Maria Schmid)
Zugs Fabio Kläy sucht den Mitspieler. (Bild: Maria Schmid)
Zugs Sandro Forrer (links) im Laufduell mit Ajoies Jan Mosimann. (Bild: Maria Schmid)

Zugs Sandro Forrer (rechts) verfolgt Ajoies Jan Mosimann. (Bild: Maria Schmid)