EISHOCKEY: EV Zug arbeitet am langfristigen Erfolg

Der EV Zug empfängt heute Abend (19.45 Uhr) das kriselnde Lugano – und hat den Vertrag seines Centers Nolan Diem bis ins Jahr 2018 verlängert.

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Der EV Zug schätzt seinen Einsatz und legt auch in den kommenden zwei Saisons wert auf seine Dienste: Nolan Diem (links, hier im Duell mit Biels Philipp Wetzel). (Bild: Keystone/Maria Schmid)

Der EV Zug schätzt seinen Einsatz und legt auch in den kommenden zwei Saisons wert auf seine Dienste: Nolan Diem (links, hier im Duell mit Biels Philipp Wetzel). (Bild: Keystone/Maria Schmid)

Nicola Berger

Es ist ein ruhiger Herbst in Zug: Tabellenplatz zwei nach knapp einem Viertel der Saison, keine Polemik um unanständige Abwerbungsversuche bei Trainer Harold Kreis – und mit der Vertragsverlängerung von Lino Martschini wurde die wichtigste Personalie noch vor dem Saisonstart geregelt.

Gestern nun erledigte der EVZ-Sportchef Reto Kläy eine weitere Pendenz: Nolan Diem (22) unterschrieb bis 2018, für den bullystarken Viertliniencenter hatte sich auch Lausanne interessiert. Kläy sagte: «Nolan ist ein ehrlicher Arbeiter und ein wichtiges Stück in unserem Puzzle. Er ist defensiv sehr solid, kann aber auch offensiv etwas bewegen. Auf längere Sicht traue ich ihm durchaus 15 bis 20 Skorerpunkte zu.» Bisher liegt der Karrierebestwert des Romands bei drei Toren und sieben Assists, aufgestellt in der Vorsaison 2014/15. Just dort stellte der ehemalige U-20-Nationalspieler sein Offensivpotenzial unter Beweis: In der Playoff-Viertelfinalserie gegen den morgigen Gegner Davos war er mit drei Treffern gemeinsam mit Pierre-Marc Bouchard und Josh Holden bester Zuger Torschütze.

Senteler bleibt bis 27. Oktober

In der heutigen Begegnung gegen Lugano führt der bullystarke Diem die vierte Formation mit Nicolas Thibau­deau und Captain Fabian Schnyder an – Trainer Harold Kreis verzichtet nach dem 3:2-Erfolg am Dienstag in Biel darauf, sein Team zu verändern. Das bedeutet: Der von seinem Bruch des Schienbeinkopfs wiedergenesene Mittelstürmer Emanuel Peter (32) muss sich mit seinem Saisondebüt weiterhin gedulden. Kreis sagt: «Ich war mit dem Auftritt in Biel zufrieden und habe keinen Grund, Umstellungen vorzunehmen.» Möglich ist, dass der 16-fache Nationalspieler morgen in Davos zum Einsatz kommt. Kreis will diesen Entscheid erst nach dem Aufwärmtraining fällen. Klar ist derweil: Der ursprünglich für die Dauer des Ausfalls von Peter leihweise von den ZSC Lions übernommene Sven Senteler (23) bleibt zumindest bis und mit dem Cup-Achtelfinalspiel am 27. Oktober in Zug, danach wird seine Situation neu evaluiert.

Fischer steht unter Beschuss

Mit der ZSC-Leihgabe misst sich der EVZ heute zum zweiten Mal in dieser Saison mit dem kriselnden HC Lugano – zum Saisonauftakt hatten die Zuger in der Resega unter anderem auch dank eines Treffers von Senteler mit 5:2 triumphiert. Das mit vielen Vorschusslorbeeren in die Saison gestartete Lugano hat sich vom missglückten Start bis heute nicht erholt und holte aus den letzten drei Partien bloss einen Punkt. Die Ausbeute ist mit 13 Zählern noch schwächer als jene Ambris, anders als beim Lokalrivalen steht in Lugano jedoch der Trainer nicht vor der Entlassung: Der langjährige EVZ-Profi Patrick Fischer (40) – sein Trikot hängt in der Bossard-Arena unter dem Hallendach – wirkt ungefährdet. Präsidentin Vicky Mantegazza hat den Vertrag des Technikers noch vor dem ersten Bully der Saison bis 2018 verlängert und scheint ihrem Coach sehr zugetan.

Aber klar: Auch Fischer steht unter Beschuss. Lugano operiert mit einer sehr kostspieligen Mannschaft, dem Coach sind sämtliche Transferwünsche erfüllt worden. Und auf dem Papier stellt Lugano mit dem Sextett um die NLA-Ligatopskorer Damien Brunner (2012) und Fredrik Pettersson (2015) sowie den Edeltechnikern Grégory Hofmann, Tony Martensson, Linus Klasen und Valtteri Filppula den besten Angriff der Liga. Bislang gelangen den Tessinern aber bloss 31 Treffer – sogar der Aufsteiger SCL Tigers war produktiver. Ironischerweise scheint Fischer gerade jener Entscheid zum Verhängnis zu werden, mit welchem der Coach eigentlich die offensiven Flugjahre hätte ausrufen wollen: der Verzicht auf einen ausländischen Verteidiger zu Gunsten eines vierten Angreifers. Denn aus der Abwehr erhalten die hoch veranlagten Individualisten der Lugano-Offensive kaum Unterstützung. Es fehlt ein Antreiber, der das Angriffsspiel ankurbeln könnte.

Fischer: «Die Tabelle ekelt mich an»

Das ist ein Problem, klar, aber auch mit dem bestehenden Personal sind die derzeitigen Resultate ungenügend. Das weiss auch Fischer. In Tessiner Medien liess er sich zuletzt so zitieren: «Die Tabelle ekelt mich an. Aber sie muss uns ein Ansporn dafür sein, noch härter zu arbeiten und eine Reaktion zu zeigen.» Keine Frage: Von der herbstlichen EVZ-Idylle ist Lugano dieser Tage weit entfernt.