EISHOCKEY: EV Zug beendet schwarze Serie

Endlich wieder getroffen und endlich wieder gesiegt: Nach vier «Nullern» arbeitet der EV Zug den blassen Tabellenvorletzten Fribourg mit 4:1 vom Eis. Ist das nun die Wende zum Guten?

Drucken
Teilen
Zug im Vorwärtsgang: Carl Klingberg bringt Fribourgs Goalie Benjamin Conz in Bedrängnis. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 18. Februar 2017))

Zug im Vorwärtsgang: Carl Klingberg bringt Fribourgs Goalie Benjamin Conz in Bedrängnis. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 18. Februar 2017))

Andreas Ineichen

andreas.ineichen@luzernerzeitung.ch


Es war eine kalte Dusche, und die Betretenheit der Zuger Anhängerschaft war fast schon mit Händen zu greifen, als Benjamin Neukom die Fribourger in der 3. Minute mit einem haltbaren Schuss in Führung gebracht hatte. Schlagartig tauchten sie auf in der Bossard-Arena, die bösen Geister. «Das war sicher nicht das, was wir uns vorgenommen hatten», hielt Zug-Trainer Harold Kreis hinterher fest. Sollte der Verein, der lange um den Qualifikationssieg kämpfte, gegen einen Teilnehmer der Abstiegsrunde etwa die fünfte Niederlage in Serie aneinanderreihen und damit endgültig den Nachweis erbringen, dass die Form – wie schon in der letzten Saison – kurz vor den Playoffs weg ist?
Doch den Dämpfer zum Start schienen die Zuger schnell verdaut zu haben und machten sich daran, das zu zeigen, was die eigenen Fans in einer Choreografie vor Spielbeginn gefordert hatten: «Es esch Ziit, de Schalter umzlegge», prangte auf einem Spruchband. Und kurz darauf entrollten sie ein zweites mit den Worten: «Mached eus stolz».

Kreis: «Schön, wieder das alte Team zu haben»

Die erste Kurskorrektur in diesem zähflüssigen Spiel initiierte Zugs Topskorer Lino Martschini. Seinen Pass zur Mitte lenkte Fribourgs Verteidiger Alexandre Picard ins eigene Tor ab, wohl auch deshalb, weil ihn Josh Holden mit seinem Vorpreschen unter Druck gesetzt hatte. Dieses 1:1 erlangte eine zusätzliche Bedeutung, weil es der erste Torerfolg der Zuger seit genau 134 Minuten und einer Sekunde war. Den letzten Treffer hatten die Gastgeber vor der Nationalmannschaftspause erzielt, beim 3:5 in Lugano. In dieser Woche hatten sie in Biel und Lausanne jeweils 0:3 verloren.
Der Siegtreffer sollte schon vor der ersten Drittelspause fallen, und er war ein Müsterchen von dem, was der wichtigste Einzelspieler der Zuger drauf hat, aber in der laufenden Qualifikation nicht oft genug zeigen konnte: Nordamerika-Rückkehrer Rafael Diaz, der vor dem Spiel für sein 500. NLA-Spiel am Vorabend in Lausanne von Klubpräsident Hans-Peter Strebel geehrt wurde, sah im Überzahlspiel die Lücke, nahm von der blauen Linie Mass und traf zum 2:1. Es war das achte Saisontor des begnadeten Verteidigers. «Wir haben uns nicht von der Marschroute abbringen lassen», stellte Kreis zufrieden fest und ergänzte mit einem Lächeln: «Schön, wieder das alte Team zu haben.»

Was ist die Bedeutung dieses Heimsieges?

In der Folge strebte der EV Zug solide und ziemlich zielsicher dem Sieg entgegen, der fürwahr keinem Spektakel, sondern vielmehr harter Arbeit entsprang. Und dem NLA-Dritten kam sicher auch entgegen, dass die Fribourger den Begriff Gegenwehr nicht fehlerfrei buchstabieren konnten. Doch zumindest bauten die Zuger den Gegner nicht mit vermeidbaren Fehlern auf, die sie in den vier vorangegangenen Partien die Aussicht auf einen Punktezuwachs gekostet hatten.

Aber was lässt sich aus diesem Sieg in Bezug auf die Playoff-Form der Zuger ableiten? «Man merkt den Spielern die Erleichterung an, die ihnen der Sieg gibt. Wir haben unsere Beine und die Scheibe wieder besser bewegt und sind zu unserer einfachen als auch gradlinigen Spielweise zurückgekehrt. Und die haben wir 60 Minuten lang durchgezogen», sagte Kreis.

Diaz gab sich da schon ein wenig vorsichtiger: «Wir haben unseren Fokus wieder gefunden, weil jeder Spieler den Job gemacht hat, den er erfüllen muss. Es war ein erster Schritt in die richtige Richtung.»
Wie gut dieser EVZ wirklich in Form ist, das wird wohl die nächste Partie in Bern ziemlich genau beantworten können.

EV Zug - Fribourg-Gottéron: So lief das Spiel »

Zug - Fribourg-Gottéron 4:1 (2:1, 2:0, 0:0)

6211 Zuschauer. - Koch/Wehrli, Borga/Gurtner. - Tore: 3. Neukom (Cervenka, Sprunger) 0:1. 11. Martschini 1:1. 17. Diaz (Martschini/Ausschluss Rathgeb) 2:1. 35. Schnyder (Ausschlüsse Diaz; Rathgeb) 3:1. 40. (39:49) Senteler (Alatalo) 4:1. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Zug, 7mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron. - PostFinance-Topskorer: Martschini; Sprunger.

Zug: Stephan; Diaz, Alatalo; Morant, Grossmann; Erni, Lüthi; Fohrler; Martschini, Holden, Suri; Klingberg, Järvinen, Senteler; Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Diem, Schnyder; Arnold.

Fribourg-Gottéron: Conz; Rathgeb, Leeger; Picard, Stalder; Maret, Abplanalp; Kienzle; Sprunger, Cervenka, Neukom; Fritsche, Mauldin, Neuenschwander; Mottet, Vesce, Steiner; Fuchs, Chiquet, Nathan Marchon.

Bemerkungen: Zug ohne Helbling, Schlumpf, Marc Marchon (alle verletzt) und Immonen (überzähliger Ausländer), Fribourg-Gottéron ohne Birner, Bykow, Chavaillaz, Schilt, Glauser, Loichat, Rivera und Schmutz (alle verletzt). Pfostenschuss McIntyre (51.). Timeout Fribourg-Gottéron (11.).