EISHOCKEY: EV Zug bestraft Genfer Härte

Der EVZ gewinnt in Genf mit 5:2 und baut die Führung in der Viertelfinal-Serie aus. Der Schlüssel zum Erfolg ist das Powerplay: Gleich viermal treffen die Zuger in Überzahl.

Sven Aregger, Genf
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Dominic Lammer (Zweiter von links) und Sven Senteler (Zweiter von rechts) bejubeln den Treffer zum 2:0. (Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone (Genf, 7. März 2017))

Dominic Lammer (Zweiter von links) und Sven Senteler (Zweiter von rechts) bejubeln den Treffer zum 2:0. (Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone (Genf, 7. März 2017))

Sven Aregger, Genf

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Chris McSorley ist in Genf eine lebende Legende. Seit 2001 steht er bei Servette an der Bande. Und weil er gleichzeitig als Trainer, Sportchef und Manager amtet, wird kaum ein Entscheid im Klub ohne ihn gefällt. McSorley ist sogar Mitbesitzer eines Steakhouse gleich neben dem Stadion. Er hat schon in Aussicht gestellt, auch mal selber am Herd zu stehen. In den letzten Tagen dürfte er darauf verzichtet haben. Denn der Kanadier gilt als akribischer Eishockey-Taktiker, der nichts dem Zufall überlässt. Und so wird er sich nach dem verlorenen ersten Playoff-Spiel in Zug eingehend überlegt haben, wie er sein Team zurück auf die Erfolgsspur bringen kann.

Das Rezept lautete offenbar: mehr Aggressivität, mehr Provokationen. Doch diese Taktik ging gestern nach hinten los. Weil sich die Westschweizer zahlreiche Undiszipliniertheiten leisteten, die in Strafen mündeten. Allein in den ersten beiden Dritteln kassierten sie 22 (!) Strafminuten. Der EVZ nutzte diese Gelegenheiten. Den Grundstein dazu legte er im ersten Drittel, als er zweimal im Powerplay traf. Beide Male hatte Flügelstürmer Sandro Zangger seinen Stock im Spiel. Den ersten Treffer erzielte er selber, den zweiten legte er für Santeri Alatolo auf. Und auch David McIntyres Doppelpack zum 4:0 und 5:0 fiel in Überzahl.

Plötzlich noch Mumm bei den Gastgebern

Es waren die Zuger Powerplay-Treffer drei bis sechs in dieser Serie. So effizient war der EVZ selten in einem Bereich, der ihm in der Qualifikation noch grosses Kopfzerbrechen bereitet hatte.

Die Zuger kontrollierten die Partie in den ersten 40 Minuten weitgehend. Dabei hatten sie das Glück, dass einige Unkonzentriertheiten im Aufbauspiel nicht bestraft wurden. Goalie Tobias Stephan erwies sich wie im ersten Viertelfinalspiel als sicherer Rückhalt.

Aber weil sich auch Zug fleissig mit Strafen schwächte und im letzten Abschnitt einen Gang zurückschaltete, konnte Genève-Servette auf 2:5 verkürzen. Plötzlich spielten die Gastgeber mit Mumm und brachten die EVZ-Defensive in arge Nöte. Die Genfer taten damit noch etwas für ihre Moral, obwohl ihr Anrennen in den Schlussminuten vergeblich war. «Wir haben uns wegen der Strafen am Ende fast noch um den verdienten Lohn gebracht», meinte EVZ-Stürmer Reto Suri hinterher. «Die Genfer versuchten, uns von unserem Spiel abzubringen, und es ist ihnen für kurze Zeit sogar gelungen.»

Nach diesem Sieg geht der EV Zug in der Viertelfinalserie 2:0 in Führung. Mit einem weiteren Erfolg im Heimspiel morgen Donnerstag kann er einen grossen Schritt Richtung Playoff-Halbfinal machen.

Servette-Trainer Chris McSorley wird derweil seine Taktik nochmals gründlich überdenken müssen.

Genève-Servette – Zug 2:5 (0:3, 0:1, 2:1)

6606 Zuschauer. – SR Fischer/Stricker, Borga/Küng. Tore: 2. Sandro Zangger 0:1. 19. Alatalo 0:2. 20. (19:41) Lammer 0:3. 22. McIntyre 0:4. 41. (40:18) McIntyre 0:5. 46. (45:27) Spaling 1:5. 46. (45:52) Spaling 2:5.

Strafen: 13-mal 2 plus 5 Minuten (Vukovic) plus 10 Minuten (Rubin) plus Spieldauer (Vukovic) gegen Genève-Servette, 9-mal 2 plus 5 Minuten (Grossmann) plus Matchstrafe (Grossmann) gegen Zug.

Genève-Servette: Robert Mayer (22. Bays); Loeffel, Mercier; Jacquemet, Fransson; Vukovic, Bezina; Petschenig; Gerbe, Almond, Spaling; Jeremy Wick, Slater, Rod; Simek, Romy, Riat; Traber, Rubin, Douay; Heinimann.

Zug: Tobias Stephan; Helbling, Grossmann; Diaz, Morant; Dominik Schlumpf, Erni; Fohrler, Alatalo; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Holden, Suri; Sandro Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Nolan Diem, Fabian Schnyder.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Kast (verletzt), Ehrhardt und Paré, Zug ohne Markkanen und Järvinen (alle überzählige Ausländer). – Time-out Servette (48.).