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EISHOCKEY: EV Zug leistet sich zu viele Fehler

Die Fans haben in einem grossartigen Spektakel das Finale vom letzten Frühjahr in einem einzigen Spiel noch einmal erlebt. Finalist Zug verliert gegen Meister Bern 3:6.
Klaus Zaugg
Zugs Garrett Roe fällt zwischen den Bernern Beat Gerber (rechts) und Leonardo Genoni zu Boden. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Zug, 30. September 2017))

Zugs Garrett Roe fällt zwischen den Bernern Beat Gerber (rechts) und Leonardo Genoni zu Boden. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Zug, 30. September 2017))

Klaus Zaugg

sport@luzernerzeitung.ch

Die Zuger haben gegen den SC Bern den Playoff-Final in sechs Partien (2:4) verloren. Am Samstag haben die Zuschauer dieses Finale sozusagen im Zeitraffer noch einmal erlebt. Oder besser: noch einmal durchlitten. Die Resignation, die Rückkehr der Hoffnung, die Begeisterung und schliesslich die Enttäuschung.

Die grosse, meisterliche Hockeymaschine SC Bern, die unaufhaltsam in Führung geht (bereits nach 3:46 Minuten steht es 2:0). Dann ein grossartiges Zug, das mit einer gewaltigen Energie- und Willensleistung zurückkehrt, eine Dynamik und Wucht entwickelt, die auf helvetischem Eis nur selten zu sehen ist, und noch im ersten Drittel in Führung geht. Aber am Ende ist der SC Bern zu clever und zu ausgeglichen und gewinnt das Spiel so unaufhaltsam wie im letzten Frühjahr das Finale.

Fans hadern mit den Schiedsrichtern

Drei Szenen haben das Publikum gegen die Schiedsrichter aufgebracht. Nach 13 Sekunden checkt Robin Grossmann SCB-Stürmer Mark Arcobello in die Bande und kassiert fünf Minuten plus Restausschluss. Der SCB nützt diese Strafe zu einer 2:0-Führung. Die TV-Bilder zeigen, dass der Restausschluss gemäss Regel 119 (Bandencheck) vertretbar ist. In der 47. Minute ist Zug im Boxplay beschäftigt (Dominik Schlumpf sitzt auf der Strafbank). Bei einem Konter schlägt Viktor Stalberg gegen Leonardo Genoni nach, wird rausgeschickt, und mit drei gegen fünf kassiert Zug den Ausgleich. Ein strenger Entscheid. Aber die Schiedsrichter haben Anweisung, die Goalies zu schützen. Eine Minute und acht Sekunden später (48.) rammt Mark Arcobello Zugs Verteidiger Johann Morant um, und Simon Moser trifft zum 3:4. Hier wäre eine Strafe (Behinderung) gegen den SCB-Stürmer vertretbar gewesen – und dann wäre das 3:4 eben nicht gefallen. Aber letztlich waren nicht die Schiedsrichter entscheidend. Sondern die gleichen drei Punkte, die auch im Finale ausschlaggebend waren.

Erstens machten Zugs Schlüsselspieler (wie Rafael Diaz) zu viele Fehler oder spielten nicht ihr bestes Hockey (wie Lino Martschini). Zweitens war Tobias Stephan ein guter, aber kein grosser Goalie. Zwei der letzten drei Tore hätte ein grosser Torhüter verhindert. Eine Fangquote von 76,92 Prozent reicht gegen den SCB nie zum Sieg. Drittens ist der SCB über drei Linien nach wie vor die besser besetzte Mannschaft. Trainer Harold Kreis suchte keine Ausreden. «Wir hatten im zweiten Drittel genügend Chancen, um die Partie zu entscheiden, und leisteten uns im letzten Drittel zu viele Fehler.» Ihm gefiel die Reaktion der Mannschaft auf den 0:2-Rückstand. Und in der Tat gilt: Eine gewöhnliche Mannschaft fällt in dieser Situation auseinander. Eine grosse Mannschaft reagiert und wächst über sich hinaus. Zug hat eine grosse Mannschaft. Martschini kam unabhängig von seinem Trainer zur gleichen Analyse. «Wir haben viel investiert und sind ins Spiel zurückgekehrt. Aber wir haben uns zu viele Strafen und Fehler geleistet.»

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