EISHOCKEY: EV Zug mit Moral, aber ohne Glück

Der EV Zug liegt in Genf 0:2 zurück, kann ausgleichen und verliert am Ende dennoch mit 2:3. Damit verpasst er den erstmaligen Einzug in den Schweizer Cupfinal.

Drucken
Teilen
Dieses Tor bringt Zug zurück ins Spiel, aber nicht zum Sieg: Lino Martschini (rechts) erzielt das 2:1. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Genf, 4. Januar 2017))

Dieses Tor bringt Zug zurück ins Spiel, aber nicht zum Sieg: Lino Martschini (rechts) erzielt das 2:1. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Genf, 4. Januar 2017))

Sven Aregger/Genf

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Mit dem Eishockey-Cup ist das so eine Sache. Seit der Wiedereinführung 2014 wird er von einigen NLA-Klubs noch immer etwas stiefmütterlich behandelt. Der Fokus liegt auf dem Kampf um die Playoffs. Für den EV Zug war in den ersten beiden Austragungen bereits Schluss in der zweiten Runde. Diese Saison funktionierte es besser. Nach Siegen gegen Münsingen, Olten und Fribourg sollte nun in Genf der Finaleinzug folgen. Die Voraussetzungen dafür waren günstig, zumal der EVZ die Westschweizer in allen vier Aufeinandertreffen der laufenden Saison besiegt hatte – zuletzt erst am Montag in der Bossard-Arena (3:2 n. V.). Alles klar also? Sportchef Reto Kläy warnte: «Wir wissen, wie eng die Partien gegen Genf waren. Es wird sicher wieder knapp werden.»

Kläy sollte recht behalten. Es war auch am Mittwochabend im Stadion Les Vernets ein enges Spiel – diesmal allerdings mit dem besseren Ende für Genève-Servette, das 3:2 siegte. Damit verpasste der EVZ den erstmaligen Einzug in den Cupfinal. «Das ist schade, denn wir haben den Cup immer ernst genommen», sagte Trainer Harold Kreis nach dem Spiel.

Zug im ersten Drittel mit vielen Abspielfehlern

Die Genfer siegten verdient, weil sie in den ersten 20 Minuten das bessere Team waren. Mit schnell vorgetragenen Angriffen brachten sie die Zuger in Verlegenheit. Der EVZ fiel in dieser Phase durch Scheibenverluste und Abspielfehler auf – und durch Strafen, die der Gegner zu nutzen vermochte. Genf führte dank Powerplay-Toren 2:0. «Wir haben nicht gut ins Spiel gefunden. Die zwei Unterzahltore haben uns wehgetan», resümierte Kreis. Doch es passt zum EVZ der Ausgabe 2016/2017, dass er nach einem Rückstand nicht aufgibt. Die Zuger trafen ebenfalls zweimal im Powerplay. Lino Martschini und Sven Senteler sorgten für den Gleichstand. Jetzt entwickelte sich ein offener, intensiver und bisweilen hart geführter Schlagabtausch. Und für die Zuger schien der Sieg wieder möglich. Aber im Gegensatz zum Spiel am Montag, als der EVZ zweimal einen Rückstand wettgemacht und am Schluss gewonnen hatte, konnte er die Partie nicht mehr drehen. Stattdessen erzielte Romain Loeffel das siegbringende 3:2 für die Genfer. «Wir haben erneut Moral bewiesen. Aber heute hatte Genf mehr Wettkampfglück im Abschluss», sagte Kreis. Überhaupt wollte er seinem Team keinen Vorwurf machen: «Wir haben hart gearbeitet.»

Genève-Servette - Zug 3:2 (1:0, 1:1, 1:1)

4796 Zuschauer. - SR Massy/Koch, Kovacs/Progin. - Tore: 6. Rod (Almond/Ausschluss Diaz) 1:0. 22. Almond (Ausschluss Immonen) 2:0. 27. Martschini (Suri/Ausschluss Almond) 2:1. 41. (40:38) Senteler (Immonen, Martschini/Ausschluss Almond) 2:2. 50. Loeffel (Traber, Schweri) 3:2. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 8mal 2 Minuten gegen Zug.

Genève-Servette: Mayer; Loeffel, Mercier; Jacquemet, Fransson; Vukovic, Petschenig; Eliot Antonietti; Jeremy Wick, Slater, Spaling; Simak, Kast, Rubin; Gerbe, Almond, Rod; Schweri, Heinimann, Impose; Traber.

Zug: Tobias Stephan; Helbling, Alatalo; Diaz, Morant; Dominik Schlumpf, Erni; Fohrler, Simon Lüthi; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Holden, Suri; Sandro Zangger, Nolan Diem, Fabian Schnyder; Peter, Marchon.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Douay, Romy (beide verletzt), Riat (U20) und Ehrhardt (überzähliger Ausländer), Zug ohne McIntyre (krank), Grossmann (verletzt) und Lammer (gesperrt). Rod verletzt ausgeschieden (40. nach Bandencheck von Holden).