EISHOCKEY: EVZ Academy erteilt Lehrstunden

Zum ersten Mal qualifiziert sich das Farmteam des EV Zug für die Playoff-Viertelfinals der Swiss League. In diesen trifft die EVZ Academy auf die SC Rapperswil-Jona Lakers.
Daniel Gerber
Führte die EVZ-Talente in die Playoffs: Academy-Coach Stefan Hedlund. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 29. Oktober 2017))

Führte die EVZ-Talente in die Playoffs: Academy-Coach Stefan Hedlund. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 29. Oktober 2017))

Daniel Gerber

sport@luzernerzeitung.ch

Mit einem 8:1-Sieg über die GCK Lions und einem 5:1-Erfolg über die Ticino Rockets sicherte sich die EVZ Academy das Play­off-­Ticket. Zwei Spieltage vor Schluss liegen die jungen Innerschweizer mit acht Punkten vor den GCK Lions. Noch in der letzten Saison verpasste die Academy bei ihrem Debüt in der zweithöchsten Spielklasse die Playoffs um 15 Zähler.

Der Erfolg ist bemerkenswert: Um die Viertelfinals zu erreichen, musste mindestens ein Nichtfarmteam hinter sich gelassen werden, was mit einem Vorsprung von 26 Punkten auf den EHC Winterthur gelungen ist.

«Schon im Juli sprachen wir davon, dass es für die Entwicklung der jungen Spieler gut wäre, wenn sie in den Playoffs spielen könnten», sagt Academy-Coach Stefan Hedlund. Die Freude seiner Athleten sei nun gross. Selbstverständlich sei dieser Erfolg nicht. «Viele Spieler sind mal im Team und dann wieder nicht. Besonders jene, die in den Special Teams spielen.» Je nach Verletzungssorgen beim EV Zug werden mehrere Spieler in der ersten Mannschaft eingesetzt. So wurde beispielsweise der HC La Chaux-de-Fonds nach einem 0:4-Rückstand noch mit 6:4 Toren niedergerungen, obschon nicht weniger als sechs tragende Academy-Spieler mit dem National-League-Team gegen die ZSC Lions antraten (und ebenfalls siegten). Stefan Hedlund: «Wir haben in der Organisation sehr viele talentierte Spieler, welche einspringen können. So ist dieser Erfolg möglich.» Wenn mehrere Spieler in der höchsten Liga antreten, rücken Elite-Junioren ins Academy-Kader nach.

«Wir freuen uns alle, dass wir das grosse Ziel erreicht haben», sagt Academy-Stürmer Timo Haussener, der zu den fleissigsten Punktesammlern des Teams gehört. Weil Red Ice Martigny auf die laufende Saison hin in Konkurs ging, sei eine Mannschaft weniger da gewesen, die wohl einen Playoff-Rang erreicht hätte, sagt Haussener. «Wir zeigten viele gute Spiele und konnten auch den grossen Clubs Punkte abluchsen.»

Unter anderem wurde der amtierende Swiss-League-Meister SC Langenthal mit 6:2 Toren bezwungen. Nach 44 von 46 Matches konnte die junge Equipe bereits 20 Duelle für sich entscheiden und dem Gegner Lehrstunden erteilen; 24-mal musste sich Zugs «Zwöi» geschlagen geben. «Die Stimmung im Team ist gut», bilanziert Haussener. «Es ist das erste Mal, dass die Playoffs erreicht wurden. Jeder ist topmotiviert.»

Im ganzen EV Zug wird dasselbe System gespielt

Wenn eines der oberen Teams aus der Balance falle, dann sei sofort ein Farmteam zur Stelle, analysiert EVZ-Academy-Sportchef Reto Kläy. Letzte Saison belegten die drei Farmteams die drei letzten Ränge; die EVZ Academy lag 2016/17 zwar auf Rang zehn, jedoch nur vier Punkte hinter den neuntklassierten Winterthurern. Sportchef Kläy: «Es war ein starker Effort der Spieler, zudem sind wir diese Saison konstanter geworden – mit dem ein oder anderen Ausreisser. Wir wussten, dass die Playoffs für uns in Reichweite liegen würden.» Die Erfahrung vom letzten Jahr habe ebenfalls geholfen.

Hilfreich ist zudem, dass sowohl bei den Novizen und den Elite- Junioren wie auch in der Swiss League und der National League das genau gleiche System gespielt wird. «Das ist zwingend notwendig, wenn es so viele Veränderungen gibt. Die Spieler kommen dann nicht in eine neue Umgebung, wo etwas anderes gespielt wird.»

Noch offen ist, ob Josh Holden die Playoffs bei der Academy beginnt oder nicht. Dies wird zum Ende der Olympischen Spiele entschieden anhand der Verletzungssituation der anderen ausländischen Spieler. Würde Holden die Playoffs beim Swiss- League-Team beginnen, dürfte er nämlich erst dann in der höchsten Spielklasse antreten, wenn die Playoffs für die Academy zu Ende wären.

Und jetzt wartet der Cupsieger

Nun warten noch die beiden letzten Qualifikationsspiele (am Freitag daheim gegen La Chaux-de-Fonds und am Sonntag bei den GCK Lions), dann folgt am 25. Februar der Playoff-Start gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers. Coach Stefan Hedlund: «Die Rapperswiler haben den Cup gewonnen, es besteht kein Zweifel, dass das eine perfekte Herausforderung ist. Sie haben eine hohe Erwartung. Aller Druck lastet auf ihnen.»

Es werde nicht einfach, sagt auch Stürmer Timo Haussener, «aber vielleicht können wir sie etwas kitzeln». Rapperswil-Jona sei eine sehr hohe Hürde, so Reto Kläy. «Aber es ist erst zu Ende, wenn ein Team viermal gewonnen hat.»

Apropos: Die EVZ Academy könnte mit einer Überraschung in den Playoffs auch noch die erste EVZ-Mannschaft «rächen», welche von den Lakers mit 5:1 aus dem Cup-Viertel­final geworfen wurde.

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