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EISHOCKEY: EVZ benötigt einen Vollstrecker

Zumindest bis heute Abend bleibt der EV Zug nach dem verrückten 1:0 in Davos an der Spitze der NLA. Also alles in Butter? Fast, weil sich das Problem mit dem Toreschiessen zuletzt akzentuiert hat.
Andreas Ineichenandreas.ineichen@luzernerzeitung.ch
EVZ-Söldner Jarko Immonen (rechts) traf seit sieben Spielen nicht mehr. (Bild: Juergen Staiger/Keystone (Davos, 22. Oktober 2016))

EVZ-Söldner Jarko Immonen (rechts) traf seit sieben Spielen nicht mehr. (Bild: Juergen Staiger/Keystone (Davos, 22. Oktober 2016))

In der letzten Woche hat der EVZ drei Törchen in drei Spielen geschossen: Eines am Dienstag im Spitzenkampf gegen die ZSC Lions (1:2 n. P.), eines am Freitag gegen die SCL Tigers (1:2 n. V.) und eines am Samstag in Davos (1:0). Das wahrhaft Erstaunliche dabei: Die Mannschaft von Harold Kreis hat damit fünf Punkte geholt. Das gelingt einem im Eishockey auch nicht alle Tage und ist ein Beleg für die Wehrhaftigkeit, Solidarität und taktische Disziplin in diesem EV Zug. Denn die Wahrscheinlichkeit, mit dieser Torausbeute ohne einen einzigen Punkt dazustehen, erscheint doch um ein Vielfaches grösser.

Aber so schwer sich die Gegner derzeit damit tun, eine Lücke im Zuger Abwehrdispositiv zu finden und danach noch den erstarkten Goalie Tobias Stephan zu überwinden (NLA-Platz 2 mit 2,35 Toren pro Spiel hinter den ZSC Lions), so schwer tut sich der EVZ mit dem Toreschiessen. Das Ungemütliche dabei: Es liegt nicht an der Effizienz – Zug ist zuletzt kaum mehr zu echten Torchancen gekommen.

Die Söldner genügen nicht

Es ist eine Unpässlichkeit, die den Zugern fremd geworden ist. Das Kreis-Team pflegte in den letzten zwei Qualifikationen jeweils ein Spektakel vor dem gegnerischen Tor aufzuführen, sodass es jedem EVZ-Fan warm ums Herz wurde. Pierre-Marc Bouchard wurde 2015/16 Topskorer (12 Tore und 55 Assists in 49 Spielen), Lino Martschini Dritter (26 Tore und 28 Assists in 50 Spielen), und mit Josh Holden (18 Tore/30 Assists in 48 Spielen) klassierte sich ein dritter Zuger unter den Top Ten der besten Skorer unseres Landes.

Mit dem durch die Playoff-Blamage im letzten Frühjahr eingeleiteten Umbruch (mehr Härte, weniger Spektakel) hat sich die offensive Herrlichkeit der Zuger in Tristesse verwandelt. Mit 5 Toren und 11 Assists ist Lino Martschini (seit sieben Spielen ohne Tor) der produktivste Zuger, das gereicht ihm zu Platz 14 in der nationalen Hitliste. Noch schlimmer sieht es gemäss Liga-Statistikbei den EVZ-Söldnern, die allesamt Stürmer sind, aus:

Platz 16: David McIntyre mit 4 Toren und 12 Assists in 17 Spielen. Dem Kanadier geht jegliche Torgefährlichkeit ab, er ist seit fünf Spielen ohne Tor. Vertrag läuft bis 2018.

Platz 31: Josh Holden mit 5 Toren und 7 Assists in 17 Spielen. Der 38-jährige Kanadier läuft energetisch auf dem letzten Zacken, weil er auch im Unterzahlspiel ran muss. Er ist seit drei Spielen ohne Tor. Vertrag läuft am Saisonende aus.

Platz 75: Jarkko Immonen mit je vier Toren und Assists in 17 Spielen. Der langsame Finne hat nochmals an Tempo eingebüsst. Der 34-Jährige ist seit sieben Spielen ohne Torerfolg. Vertrag läuft aus.

Platz 113: Carl Klingberg mit 2 Toren und 3 Assists in 16 Spielen. Der Schwede macht es mit Wucht, aber seine hölzernen Hände sind eine zu grosse Hypothek. Vertrag läuft aus.

EVZ-Sportchef Reto Kläy sagt: «Es ist Fakt, dass wir zu wenig Tore schiessen und unser Überzahlspiel nicht gut genug ist.» Aber er glaubt auch daran, dass sich der eine oder andere, der Tore schiessen kann, derzeit unter Wert schlage.

Ein Kontrast dazu ist Dominic Lammer. Mit acht Toren ist der klein gewachsene Schweizer Stürmer teamintern der mit Abstand beste Goalgetter und auf Rang 56 der nationalen Skorerliste. «Wir verhandeln mit ihm über eine Vertragsverlängerung», gesteht Kläy.

Doch Spieler und Trainer brauchen so schnell wie möglich Unterstützung von der sportlichen Führung für die bisher geleistete Arbeit. Das bedeutet nichts anderes als die Verpflichtung eines fünften Ausländers für die laufende Qualifikation. Kläy scheint sich der Mechanismen des Profigeschäfts durchaus bewusst zu sein, indem er sagt: «Es wäre der Optimalfall, wenn ich jetzt einen fünften Ausländer verpflichten könnte. Aber das Budget muss eingehalten werden, und das sieht diese Belastung erst um die Weihnachtszeit vor. In jedem Fall benötige ich grünes Licht von der Klubspitze.»

Andreas Ineichen

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