EISHOCKEY: EVZ geht selbstbewusst nach Zürich

Der EV Zug zeigt im ersten Viertelfinalspiel, dass mit ihm auch in den diesjährigen Playoffs zu rechnen ist. Trotzdem gibt es noch Steigerungspotenzial.
Sven Aregger
Die EVZ-Spieler jubeln mit ihren Fans nach Spielschluss. (Bild: Daniela Frutiger / Freshfocus (Zug, 10. März 2018))

Die EVZ-Spieler jubeln mit ihren Fans nach Spielschluss. (Bild: Daniela Frutiger / Freshfocus (Zug, 10. März 2018))

Als die Zuger Protagonisten nach dem Spiel vor die Garderobentür traten, feierten die Fans auf der Stehtribüne der Bossard-Arena noch immer mit Gesängen ihr Team. Bei dieser Geräuschkulisse gaben die Spieler und der Trainer pflichtbewusst ihre Interviews. Anders als die Fans liessen sie keine überschwänglichen Emotionen erkennen. Stattdessen analysierten sie die erste Viertelfinalpartie nüchtern, sachlich und abgeklärt.

Das passte zu ihrem Auftritt auf dem Eis, wo sie zuvor die ZSC Lions mit 4:1 besiegt hatten. Es war keine Gala, wie der SCB sie beim 7:0 gegen Genf geboten hatte. Vielmehr überzeugte der EVZ am Samstag mit einer kompakten Teamleistung, mit Stabilität und Disziplin. Von Beginn weg zeigten die Zuger die nötige Intensität, was als Zeichen gewertet werden kann, dass mit ihnen nach dem Finaleinzug 2017 auch in den diesjährigen Playoffs zu rechnen ist. Verteidiger Robin Grossmann bilanzierte: «Wir ­haben wenig zugelassen und das Spiel weitgehend kontrolliert.»

Trotzdem gibt es noch Steigerungspotenzial. Im Powerplay liess der EV Zug zu viele Chancen ungenutzt, darunter auch zwei Situationen in doppelter Überzahl. Die Erfolgsquote lag bei nur 12,5 Prozent. Trainer Harold Kreis führte das auf die Nervosität zurück. «Wir wollten es zu gut machen.» Grossmann stellte derweil klar: «Die Special Teams können eine Serie entscheiden.»

Im letzten Abschnitt traten die Zuger zudem nicht mehr so konsequent auf wie zuvor. Sie leisteten sich Scheibenverluste und wurden passiver, sodass den Zürchern prompt der 1:3-Anschlusstreffer glückte. «Der Plan ist, nicht nachzulassen», sagte Kreis. Und Grossmann ergänzte, dass man genau dies in der zweiten Drittelpause thematisiert habe. «Aber im Unterbewusstsein haben wir dann doch 2 oder 3 Prozent zurückgeschraubt. Das liegt gegen Zürich nicht drin.»

Auf dem richtigen Weg

Die Zuger wissen also, wo sie sich noch verbessern können. Sie wissen aber auch, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Deshalb können sie nun mit Selbstvertrauen nach Zürich reisen. Robin Grossmann sagte: «Wenn wir unser Spiel spielen, haben es die ZSC Lions sehr schwer gegen uns. Das müssen wir uns für Dienstag auf die Fahne schreiben.»

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

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