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EISHOCKEY: EVZ-Goalietrainer: «Stephan wäre in Schweden ein Star»

Der schwedische Goaliecoach und TV-Analyst Erik Granqvist (43) arbeitet seit dieser Saison für den EV Zug. Im Interview spricht er über die Qualitäten von Tobias Stephan.
Erik Granqvist, Goalie-Coach der Zuger, schaut sich zusammen mit seinem Schützling Tobias Stephan eine Torszene in der Bossard-Arena an. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Erik Granqvist, Goalie-Coach der Zuger, schaut sich zusammen mit seinem Schützling Tobias Stephan eine Torszene in der Bossard-Arena an. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Nicola Berger

Für den Umstand, dass ihn mit dem EV Zug so viel nicht verbindet, fiebert Erik Granqvist (43) ganz schön mit. Es ist Freitagabend, und Granqvist schaut sich auf der Medientribüne der Bos­sard-Arena die Partie zwischen Zug und Lausanne an. Erarbeiten sich die Gäste eine Torchance, klatscht Granqvist wahlweise den Zuger Goalietrainer Peter Mettler (34) oder den Journalisten auf die Schulter und sagt: «Verdammt, das war knapp.»

In seiner schwedischen Heimat ist Granqvist bekannt wie ein bunter Hund. Weniger wegen seines sportlichen Leistungsausweises (er war fast überall Ersatztorhüter) und auch nicht, weil er in den 90ern Schlagzeuger in der Punkband Ebba Blitz war sondern vielmehr aufgrund seines Schaffens nach dem Karriereende: Beim Bezahl-TV-Sender Viasat arbeitet er als Analyst, und bis letzte Saison betreute er die Torhüter im Traditionsverein Färjestad BK. Zu seinen Schützlingen gehörten Jonas Gustavsson, Alexander Salak, Henrik Karlsson und Cristopher Nihlstorp, die ihr Glück später allesamt in Nordamerika versuchten.

Stephan lobt seinen Lehrer

Im Sommer entschloss sich Granqvist zu einer beruflichen Veränderung. Er sehnte sich nach Abwechslung und fand diese mit dem Job bei Viasat sowie einem Mandatsvertrag als Berater/Goalietrainer im EV Zug. Seit August hat Granqvist vier Tage pro Monat mit den Torhütern in der EVZ-Organisation gearbeitet. Für Tobias Stephan (31), den wohl wichtigsten Arbeitnehmer der spielenden Zuger Belegschaft, war die Kooperation ein Erfolg, er sagt: «Ich habe dank Erik viele Fortschritte machen können. Er legt sehr viel Wert auf Details, das schätze ich.» Auch wegen der lobenden Worte Stephans dürfte die Zusammenarbeit zwischen Granqvist und dem EVZ 2015/16 fortgesetzt werden – entsprechende Gespräche laufen, wie der Schwede im Interview verrät.

Erik Granqvist, wie kommt es, dass Sie für den EV Zug arbeiten?

Erik Granqvist: Nach acht Jahren bei Färjestads war es Zeit für eine neue Herausforderung. Ich hatte Angebote aus Schweden, der Schweiz und der KHL, aber das wären wieder 100-Prozent-Anstellungen gewesen. Ich wünschte mir Abwechslung und mehr Zeit für meine Familie. Mein Agent Daniel Giger hat den Kontakt zum EVZ hergestellt, und ich bin sehr glücklich, dass es mit diesem Mandat geklappt hat.

Der EVZ beschäftigt mit Peter Mettler einen vollamtlichen Torhütertrainer. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit ihm?

Granqvist: Sehr gut, ich halte grosse Stücke auf ihn. Er ist ein begabter Lehrer, extrem engagiert, ein Perfektionist, und ich bin froh, wenn ich ihn mit Ratschlägen unterstützen kann. Als ich meine Arbeit als Goaliecoach begann, hatte ich niemanden, dem ich Fragen hätte stellen können. Ich hätte das geschätzt.

Tobias Stephan gilt als einer der besten Torhüter in der Schweiz. Wie macht man so einen Spieler noch besser?

Granqvist: Das ist richtig, Tobias ist ein Weltklasse-Torhüter. Aber es gibt immer Bereiche, in denen man dazulernen, sich verbessern kann. Bei ihm haben wir den Fokus in dieser Saison auf die Arbeit an den Pfosten gelegt.

Worin besteht seine grösste Stärke?

Granqvist: Die grosse Ruhe, die er ausstrahlt. Ich geniesse es, ihm zusehen zu können. Er verliert nie den Überblick. Für ein Team ist es enorm wertvoll, über so einen Rückhalt zu verfügen. Und mir imponiert seine Demut, er ist sehr lernbegierig.

Ist Stephan in der NLA gut aufgehoben? Oder müsste er es noch einmal in der NHL versuchen?

Granqvist: Er verkörpert Weltklasse-Format. In Schweden wäre er ein Star. Und ich könnte ihn mir auch in der KHL oder NHL vorstellen. Aber die Herausforderung, den EVZ zu einem Meistertitel zu führen, ist doch auch ganz spannend, nicht?

Stephan hat elf Partien in der NHL bestritten, neben ihm hat die Schweiz mit Gerber, Aebischer, Hiller, Berra und Jaks weitere NHL-Torhüter hervorgebracht. Wie erklären Sie sich die Häufung?

Granqvist: Die Ausbildung in der Schweiz ist sehr gut. Aebischer und Gerber haben den Boom um den Butterfly-Stil clever ausgenutzt und davon profitiert.

Wer ist für Sie momentan der beste Goalie der Welt?

Granqvist: Pekka Rinne von Nashville, knapp vor Henrik Lundqvist.

Sie selber waren «nur» ein Ersatztorhüter …

Granqvist: … ja, ich bin als Trainer viel besser (lacht).

Behalten Sie den EVZ auch im Auge, wenn Sie sich nicht in der Schweiz befinden?

Granqvist: Ja, ich habe Zugang zu den Aufzeichnungen. Wenn ich etwas sehe, melde ich mich. Wir tauschen uns regelmässig aus. Und ich werde in Schweden aufmerksam verfolgen, wie sich der EVZ in den Playoffs schlägt.

Werden Sie auch nächstes Jahr für den EVZ arbeiten?

Granqvist: Ich hoffe es, ja. Gerade habe ich mit Reto Kläy ein erstes Gespräch geführt. So, wie es aussieht, sind beide Seiten an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert.

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