EISHOCKEY: EVZ-Kultfigur Paul di Pietro am Herzen operiert

Der «Jesus of Hockey», wie die EVZ-Fans Paul Di Pietro (45) verehrten, wäre beinahe vor dem Allmächtigen gestanden. Ein chirurgischer Eingriff beim EVZ-Scout verhinderte Schlimmeres.

Andreas Ineichen
Drucken
Teilen
22. März 2011: Publikumsliebling Paul Di Pietro wird nach seinem letzten Spiel für den EV Zug von den Fans verabschiedet. (Bild: Freshfocus/Daniel Frutiger)

22. März 2011: Publikumsliebling Paul Di Pietro wird nach seinem letzten Spiel für den EV Zug von den Fans verabschiedet. (Bild: Freshfocus/Daniel Frutiger)

Mit seinem Auto frisst er in diesen Tagen und Wochen wieder viele Kilometer. Paul Di Pietro beobachtet als Scout Talente, die für eine Ausbildung in der EVZ Academy in Frage kommen könnten, bei Ernstkämpfen überall in der Schweiz. Und mitunter auch solche, die sich für die NLB-Mannschaft eignen könnten. Ein solches Farmteam haben die Zuger ab nächster Saison bewilligt bekommen. Di Pietro ist sozusagen der verlängerte Arm von Sportchef Reto Kläy, und er nimmt den Anruf am Handy an, als er gerade den Weg ins Tessin unter die Räder genommen hat. «Ja, es geht mir wieder gut, danke», antwortet Di Pietro auf die Frage nach seinem Befinden. «Ich kann wieder Schlittschuh laufen und joggen, alles kein Problem.»

Seine Welt sah im Dezember 2015 noch ganz anders aus, bedrohlich, beklemmend. Zwei Monate, nachdem die EVZ-Kultfigur als Scout zu dem NLA-Verein zurückkehrte, für den er bis 2011 in elf Saisons 487 Skorerpunkte in 573 Spielen produzierte, war sein Gesundheitszustand ein alarmierender. «Seit einigen Monaten fühlte ich mich nie mehr richtig wohl», erzählt Di Pietro. Als er sich in ärztliche Obhut begab, ging es Mitte Dezember ziemlich schnell: Einweisung ins Spital und eine Operation am Herzen. «Ohne Eingriff hätte ich früher oder später wohl eine Herzattacke erlitten», macht er sich nichts vor.

Paul di Pietro im Meisterschaftsspiel EVZ-Lugano vom 16. November in der Bossard-Arena. (Bild: Keystone)
40 Bilder
Paul Di Pietro in der Resega. (Bild: René Barmettler / Neue LZ)
Am 29. Oktober erstmals im Dress des HC Lugano: Paul Di Pietro verlässt die Garderobe in der Resega. (Bild: Keystone)
Paul Di Pietro in der Resega. (Bild: René Barmettler / Neue LZ)
Im September und Oktober hielt sich Di Pietro beim EHC Seewen... (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
... und bei den Elite A Junioren des EVZ fit. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)
Emotionale Verabschiedung am 21. Oktober 2011 in der Bossard-Arena mit dem damaligen Sportchef Patrick Lengwiler. (Bild: Keystone)
EVZ-Captain Duri Camichel (links) mit Paul Di Pietro bei der Verabschiedung. (Bild: PD)
Der ehemalige Spieler des EVZ, Paul Di Pietro, spricht zu den Zuschauern bei seiner offiziellen Verabschiedung. (Bild: Keystone)
In der Saison 2011/2012 jubelte Di Pietro für die SCL-Tigers. (Bild: PD)
22. März 2011: Out im Halbfinal gegen Davos: Paul Di Pietro wird von den EVZ-Fans verabschiedet. (Bild: Keystone)
22. März 2011: Out im Halbfinal gegen Davos: Paul Di Pietro wird von den EVZ-Fans verabschiedet. (Bild: Keystone)
22. März 2011: Out im Halbfinal gegen Davos: Paul Di Pietro wird von den EVZ-Fans verabschiedet. (Bild: Keystone)
22. März 2011: Out im Halbfinal gegen Davos: Paul Di Pietro wird von den EVZ-Fans verabschiedet. (Bild: Keystone)
Di Pietro im Dress des EV Zug. Es folgen weitere Bilder aus seiner Zeit beim EV Zug. (Bild: PD)
Bild: Neue LZ
Bild: Neue LZ
Bild: Neue LZ
Bild: Neue LZ
Bild: Neue LZ
Bild: Neue LZ
Bild: Neue LZ
Bild: Neue LZ
Bild: Neue LZ
Bild: Neue LZ
PAUL DI PIETRO (Bild: Neue LZ)
EISHOCKEY (Bild: Neue LZ)
EISHOCKEY (Bild: Neue LZ)
EVZ-SC BERN IN DER HERTI PAUL DI PIETRO UND CHRISTIAN DUBE.
8. OKTOBER 2002
(NEUE ZZ/WERNER SCHELBERT) (Bild: Neue LZ)
EVZ SPIELER  PAUL DI PIETRO MIT ASTHMA KRANKEN KINDERN AM TRAINIEREN.
29.JANUAR 2003
(NEUE ZZ/WERNER SCHELBERT) (Bild: Neue LZ)
PAUL DI PIETRO, SPIELER VOM EV ZUG, AM 10. SEPTEMBER 2005 IN DER HERTI IN ZUG.
(NEUE ZZ/ALEXANDRA WEY)

EISHOCKEY, EVZ, EV ZUG (Bild: Neue LZ)
Paul Di Pietro am Kolin Cup in Zug. (Neue ZZ/Bruno Arnold) (Bild: Neue LZ)
Paul di Pietro (55)  Eishockey-Spieler des EV-ZUG.
(Neue LZ/ PD) (Bild: Neue LZ)
Eishockey NLA (Bild: Neue LZ)
Bild: Neue LZ
EIHOCKEY-SPIEL VOM 23. NOVEMBER 1999, EVZ - FRIBOURG. PAUL DI PIETRO(EVZ).
(NEUE ZZ/ANA CRUZ) (Bild: Neue LZ)
EVZ GEGEN KOELNER HAIE AM KOLIN CUP IN DER HERTI HALLE ZUG.
DI PIETRO PAUL
NEUE ZZ/PATRIK PAULI
27.AUGUST 2000 (Bild: Neue LZ)
KOLINCUP IN DER HERTIHALL IN ZUG.
DER EVZ SPIELT GEGEN  DIE KOELNER -HAIE.
EVZ SPIELER PAUL DI PIETRO
ZUG, 26. AUGUST 2001
(NEUE ZZ/ ANA CRUZ) (Bild: Neue LZ)
AM DIENSTAG SPIELT DER EVZ GEGEN KLOTEN IN DER HERTI IN ZUG.
AUF DEM BILD  RECHT PAUL DI PIETRO 
ZUG, 13. NOVEMBER 2001
(NEUE zz/ ANA CRUZ) (Bild: Neue LZ)
DIE SPIELER DES EV ZUG SIND FUER DIE SAISON 1999/2000 BEREIT.

PAUL DI PIETRO

AUGUST 1999
(NEUE LZ/PETER APPIUS+DANI TISCHLER) (Bild: Neue LZ)

Paul di Pietro im Meisterschaftsspiel EVZ-Lugano vom 16. November in der Bossard-Arena. (Bild: Keystone)

Nur die engsten Freunde informiert

Was an seinem Herzen nicht mehr richtig funktionierte und wie die Geschichte im Detail ablief, das möchte der Schweiz-Kanadier lieber für sich behalten. Schliesslich hat er bislang nur im engsten Freundeskreis erzählt, was ihm zugestossen ist. Darum sagt Di Pietro: «Die EVZ-Fans sollen wissen, dass es mir wieder gut geht. Das ist das Wichtigste. Mehr braucht es nicht.»

Warum der frühere Goalgetter, der die Schweizer Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen 2006 in Turin mit zwei Toren zum ersten Sieg über Kanada an einem grossen Turnier schoss, derart schwerwiegende gesundheitliche Probleme gekriegt hat, kann er sich nicht erklären. Es sei einfach so gekommen, macht er sich keinen Kopf darüber. Und er hat auch keine Angst davor, dass die Herzprobleme wieder zurückkehren könnten. «Der Arzt schaut gut zu mir.»

Wieder ganz der «Alte»

Di Pietro, so erweckt er im Gespräch zumindest den Eindruck, ist wieder ganz der «Alte», wieder der sympathische Kerl mit einem feinen Sinn für Humor. Die Geschichte um sein Herzproblem scheint seinem aufgestellten Wesen nichts anhaben zu können. Auf die Frage, ob er denn seit der Operation an seinem Lebensstil etwas verändert habe, ob er mehr auf seine Gesundheit achte, antwortet der Stanley-Cup-Sieger (1993 mit Montreal): «Nein, ich mache nichts anders als vorher. Ich geniesse einfach die Zeit.»

Und die dauert hoffentlich noch möglichst lange – damit Di Pietro auch neben dem Eis, in der Entdeckung und Förderung von Talenten, noch viel Gutes tun kann für den EV Zug.