EISHOCKEY: EVZ markiert Präsenz

Im bisher strafenreichsten Spiel der laufenden Saison lässt sich der EV Zug nicht unterkriegen, was das Spielgeschehen und die Prügeleien betraf: Er schlägt den HC Lugano diskussionslos 4:0.

Andreas Ineichen
Drucken
Teilen
Der Zuger Fabian Schnyder (links) im Zweikampf gegen Stefan Ulmer von Lugano. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Zug, 14. Januar 2017))

Der Zuger Fabian Schnyder (links) im Zweikampf gegen Stefan Ulmer von Lugano. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Zug, 14. Januar 2017))

Andreas Ineichen

andreas.ineichen@luzernerzeitung.ch

Es war eine klare Ansage, an der EVZ-Haudegen Johann Morant seinen Spass hatte. Also klopfte er seinem Teamkollegen Fabio Arnold auf der Strafbank anerkennend auf die Schulter. Der 21-jährige Flügel, der erst seinen zweiten NLA-Einsatz bestritt, demonstrierte den gut 6400 Zuschauern in der Bossard-Arena, dass er sich nicht alles gefallen lässt. Als er vor dem gegnerischen Tor vom gestandenen Lugano-Verteidiger umgerissen wurde, liess er seine Muskeln spielen und provozierte damit ein weiteres Gerangel zwischen Morant und Luganos Ronchetti. Darum füllte sich die Strafbank beider Mannschaften.

Für Maxim Lapierre musste dieser Zwischenfall ein unerträglicher Graus gewesen sein. Im letzten Frühjahr war er mit seiner Physis und Härte noch ein wichtiger Faktor bei Luganos Durchmarsch in der Viertelfinalserie gegen die Zuger - doch gegen Ende des Mitteldrittels lagen die Tessiner nun 0:4 im Hintertreffen und mussten sich von einem Zuger Jungspund den Hintern versohlen lassen. Also schlug Lapierre bei seinem nächsten Einsatz mit den Fäusten wie wild um sich. Diese sinnfreie Aktion sollte nicht nur für Luganos Hitzkopf den vorzeitigen Gang unter die Dusche bedeuten, sondern auch für Ryan Gardner und Zug-Verteidiger Dominik Schlumpf, der mit Luganos «Riesen» ein paar nonverbale Nettigkeiten ausgetauscht hatte. «Wir haben Zusammenhalt bewiesen», hielt Zug-Trainer Harold Kreis hinterher zufrieden fest.

Mit zwei Doppelschlägen zur angestrebten Reaktion

Dergestalt kumulierten sich die Strafen nach zwei Dritteln auf ein Total von 132 Minuten, im letzten Abschnitt, den die Zuger mühelos über die Zeit zu schaukeln wussten, kamen noch sechs weitere Strafminuten dazu. Damit ist die bisherige Bestmarke von 94 Strafminuten, die vom 3. Dezember und Luganos Heimspiel gegen Fribourg (8:1) stammte, in der laufenden Qualifikation deutlich übertroffen worden.

Für die Zuger war gestern ein Signal von grösster Bedeutung: Dass sie Präsenz markiert haben. Nicht nur im physischen Schlagabtausch, nein, sie haben jene Reaktion, die nach der 2:3-Niederlage nach Penaltyschiessen gegen Ambri und der 1:7-Abfuhr am Vorabend im Hallenstadion vonnöten war, aufs Eis gebracht. Die Zuger waren eindeutig die bessere Mannschaft als Lugano, das nur im ersten Drittel spielerische Akzente zu setzen wusste.

Mit zwei Doppelschlägen lenkten sie die Partie in die gewünschte Richtung. Zwischen der erstmaligen Führung, die Lino Martschini mit einem wuchtigen Schuss herbeiführte, und dem 2:0 im Powerplay durch Sven Senteler (20.) verstrichen 107 Sekunden. Für den zweiten Doppelschlag reichten 40 Sekunden, als Santeri Alatalo und Sandro Zangger dem Gemüt der Tessiner den entscheidenden Schlag verpassten.

Am Ende stand der sechste Shutout von Tobias Stephan nach seinem durchzogenen Leistung in Zürich, doch Kreis gefiel vor allem «unsere fokussierte Spielweise. Wir sind ein hart arbeitendes Team und erzeugten Druck aufs gegnerische Tor. Luganos Goalie hatte keine leichte Aufgabe.» Das galt auch für einige von Merzlikins Teamkollegen.