EISHOCKEY: EVZ-Talent erlebt aufregende Tage

EVZ-Verteidiger Tobias Geisser ist eine der Entdeckungen der bisherigen Saison. Heute beginnt für den 17-jährigen Engelberger das Abenteuer Kanada.

Jonas von Flüe
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Er erhält Lob von allen Seiten: Tobias Geisser beim 5:1-Sieg gegen Lausanne. (Bild: Freshfocus/Marc Schumacher (Zug, 9. Dezember 2016))

Er erhält Lob von allen Seiten: Tobias Geisser beim 5:1-Sieg gegen Lausanne. (Bild: Freshfocus/Marc Schumacher (Zug, 9. Dezember 2016))

Jonas von Flüe

Es sind aufregende Tage für Tobias Geisser. Am Freitag stand er mit dem EV Zug beim 5:1-Sieg gegen Lausanne im Einsatz, gestern spielte er mit der EVZ-Academy auswärts in Rapperswil und heute Abend rückt er in Kloten ins Vorbereitungscamp für die U-20-WM ein. «Wir müssen noch unsere Kleider und viel Material fassen, bevor wir am Dienstag nach Kanada fliegen», erzählt der 17-Jährige. Insgesamt reisen sieben Spieler aus der EVZ-Organisation ins Trainingslager nach Oshawa in der Nähe von Toronto. Wer im WM-Kader steht, entscheidet sich am 23. Dezember.

Für Geisser wäre es die erste Teilnahme an der U-20-WM, er ist erst 17-jährig und wird im April auch noch die U-18-WM bestreiten. Der Verteidiger ist eine der Entdeckungen der bisherigen Saison. Wie Tobias Fohrler (19) kam er in der NLA zu Einsätzen, als mehrere Zuger Abwehrspieler verletzt oder gesperrt waren. Zwölf waren es bisher in der Meisterschaft. Dazu kamen je zwei Einsätze in der Champions League und im Cup. «Ja, es ist schon eine enorm spannende und lehrreiche Zeit», meint der 1,93 Meter grosse und 91 Kilogramm schwere Verteidiger.

Schulbücher kommen auch ins Gepäck

Geisser ist in Engelberg aufgewachsen, in einer «Sportlerfamilie», wie er sagt. Vater Marcel spielte ebenfalls Eishockey, in Engelberg und Luzern. Im Klosterdorf ist Geisser junior aber nur noch ein- bis zweimal pro Woche anzutreffen. Er ist zwar Schüler der Sportmittelschule Engelberg, lernt den meisten Stoff wegen des regelmässigen Trainings aber im Fernstudium.

In Hünenberg bewohnt er mit vier weiteren EVZ-Spielern eine WG. Im Sommer will er die Matura erfolgreich absolvieren. «Deshalb nehme ich die Lernsachen auch mit nach Kanada. Die Prüfungen hole ich dann im Januar nach», erzählt er.

Geisser wird von allen Seiten in den höchsten Tönen gelobt. Rafael Diaz erkennt sich in dem Talent wieder: «Er erinnert mich an mich, als ich in dem Alter war.» Und Björn Kinding, Trainer des NLB-Teams, sagt: «Tobias verfügt über etwas, das man nicht lernen kann: die Übersicht und die Coolness an der Scheibe.»

In Montreal, wo die Schweiz an der WM ab dem 27. Dezember auf Tschechien, Schweden, Dänemark und Finnland trifft, könnte sich Geisser im ganz grossen Schaufenster präsentieren. Auf den Tribünen werden die NHL-Scouts nach den grössten Talenten Ausschau halten. Dessen ist sich Geisser bewusst: «Aber deswegen sollte ich nicht nervös werden.» Kinding sagt: «Das Turnier ist die ideale Plattform, um sich für den nächsten NHL-Draft zu präsentieren.»

So aufregend die NLA-Spiele auch waren, Geissers Alltag wird nach der WM wieder die NLB sein. Denn die EVZ-Abwehr ist mittlerweile wieder vollzählig. «In der NLB erhalte ich mehr Eiszeit. Das ist sicher positiv», sagt Geisser. Die NLA-Spiele hätten ihm gezeigt, dass sein Zweikampfverhalten noch besser werden müsse. Mit 17 Jahren ist seine Entwicklung schliesslich noch lange nicht abgeschlossen.